Die Bronzestatue "Die kleine Meerjungfrau" von Edvard Eriksen steht an der Uferpromenade Langelinie in Kopenhagen
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„Die kleine Meerjungfrau“ an der Uferpromenade Langelinie in Kopenhagen

Nordeuropäisches Königreich

Dänemark: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Zum Königreich Dänemark gehört neben Jütland und den Inseln in der Ostsee auch Grönland. Dessen Landmasse ist um ein Vielfaches größer als die des Kernlandes.

  • Dänemark besitzt eine Küste an der Nordsee und an der Ostsee. Beide Küstenlinien weisen große geografische Unterschiede auf, die sich stark auf die Besiedlung der jeweiligen Regionen auswirkten.
  • In der Geschichte des Königreiches Dänemark spielten die Wikinger über viele Jahrhunderte hinweg eine beherrschende Rolle. Sie eroberten Regionen im gesamten Ostseeraum, aber auch im Einflussgebiet des heutigen Großbritannien.
  • Die dänische Bevölkerung lebt überwiegend in Städten. Dabei stellt Kopenhagen als Hauptstadt des Staates die einzige Metropole dar.

Kopenhagen – Am 2. Oktober 1972 entschied sich die Mehrheit der stimmberechtigten Bevölkerung von Dänemark dafür, der Europäischen Gemeinschaft beizutreten. Den Beitritt vollzog der dänische Staat am 1. Januar 1973. Mehr als 20 Jahre später scheiterte die erste Abstimmung über den Vertrag von Maastricht, mit dem die Umwandlung der Europäischen Gemeinschaft in die Europäische Union vollzogen werden sollte. Erst in einer zweiten Abstimmung im Jahr 1993 entschied sich eine Mehrheit der Dänen für die Annahme dieses Vertragswerks. Sieben Jahre später, im Jahr 2000, lehnten die dänischen Wähler den Beitritt zur Europäischen Währungsunion ab.

Dänemark: Die Anfänge der Geschichte und die Wikingerzeit

Im Laufe des 6. Jahrhunderts begann die Besiedlung Dänemarks durch nordgermanische Stämme, die später als Dänen bezeichnet wurden. Sie verdrängten dabei konkurrierende Germanenstämme und ließen sich in Jütland und auf den Ostseeinseln nieder. 811 schlossen die Dänen ein Abkommen mit Karl dem Großen. Darin vereinbarten sie, dass der Fluss Eider die Südgrenze ihres Territoriums bilden sollte. Dieses war in viele kleine Fürstentümer zersplittert. Sie wurden von Gorm dem Alten nach 900 zu einem einzigen, großen Königreich vereinigt. Die Christianisierung Dänemarks trieb sein Sohn Harald Blauzahn voran, der sich im Jahr 960 taufen ließ.

Die dänischen Könige konnten in den folgenden Jahrzehnten eine starke Expansion, unter anderem auf den britischen Inseln, Norwegen und im Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins durchsetzen. Sie wurden als „Wikinger“ bezeichnet und waren wegen der von ihnen im Rahmen ihrer Raubzüge begangenen Plünderungen, Morde und weiteren Gewalttaten gefürchtet. Die Erfolge der Wikinger erreichten unter Waldemar I im ersten Quartal des 13. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Er verleibte als Kolonialherr dem dänischen Königreich einen großen Teil des Ostseeraums ein, auch das Baltikum. Dabei kam es zu Kooperationen mit dem deutschen Schwertbrüderorden. Diese Blütezeit fand 1370 ihr Ende, nachdem der dänische König gezwungen war, die Dominanz der Hanse im Ostseeraum anzuerkennen.

Dänemark: Spätes Mittelalter bis zur Neuzeit

Als Folge der Niederlage im Baltikum orientierten sich die dänischen Herrscher nach Skandinavien. Es gelang ihnen 1397, die drei Königreiche Norwegen, Schweden und Dänemark in der Kalmarer Union zu vereinen. Diese Organisation bestand bis 1523 und wurde von dänischen Königen geführt. Danach trugen Dänemark und Schweden zahlreiche Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in Skandinavien aus. 1536 führte König Christian III die Reformation im Königreich ein, das im darauffolgenden Jahrhundert von einer Wahl- zu einer Erbmonarchie wurde. Im Zeitalter der Aufklärung wurden in Dänemark am Ende des 18. Jahrhunderts verschiedene Reformen unter anderem in der Landwirtschaft durchgeführt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand eine dänische Nationalbewegung mit dem Ziel, das Königreich in eine parlamentarische Republik umzuwandeln. Ihr gelang es, im Jahr 1849 eine konstitutionelle Monarchie mit einer Verfassung durchzusetzen. Im Deutsch-Dänischen Krieg kämpfte Dänemark gegen Preußen und Österreich um das Herzogtum Schleswig. Nach Dänemarks Niederlage im Jahr 1871 wurde Schleswig ins Deutsche Reich integriert. In der Folge entschied sich das Königreich, künftig Neutralität zu bewahren. An diesem Grundsatz hielt Dänemark sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg fest. Dennoch kam es im April 1940 zu einer Besetzung Dänemarks durch die Deutsche Wehrmacht. Dänemark wurde 1945 durch die Alliierten Streitkräfte befreit.

Dänemark: Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart

Das Königreich Dänemark trat in den ersten Nachkriegsjahren den folgenden Organisationen bei:

  • UNO als Gründungsmitglied
  • NATO im Jahr 1949 (Aufgabe der Neutralität)
  • Europarat im Jahr 1949
  • Nordischer Rat im Jahr 1952

Der Beitritt in die EG erfolgte 1973 und schaffte die Voraussetzungen für die ökonomische Integration Dänemarks in Europa.

Dänemark: Staatsordnung und Politik

Noch heute ist Dänemark eine konstitutionelle Monarchie. Seit 1953 ist auch eine weibliche Thronfolge möglich, seit 1972 ist Margarete II das dänische Staatsoberhaupt. Das dänische Parlament heißt „Folketing“ und übernimmt die Funktion der Legislative. Während die Exekutive formell der Königin zusteht, übt diese Aufgabe tatsächlich der dänische Ministerpräsident gemeinsam mit seinem Kabinett aus. Seit dem 27. Juni 2019 leitet Mette Frederiksen die dänische Regierung als Ministerpräsidentin.

Im dänischen Staat spielen diese Parteien eine wichtige Rolle:

  • Konservative Volkspartei
  • Dänische Volkspartei
  • Sozialdemokratische Partei
  • Volks-Sozialisten
  • Sozialdemokraten

Dänemark: Bevölkerung, Städte und Sprache

Im Königreich Dänemark leben heute rund 5,8 Millionen Menschen. In den letzten Jahrzehnten gab es einen kontinuierlichen Anstieg der Bevölkerungszahl. 1960 lebten lediglich 4,6 Millionen Einwohner in diesem skandinavischen Staat. Dänemark ist kein Vielvölkerstaat, sondern besitzt eine sehr homogene Struktur seiner Bevölkerung. Rund 90 Prozent der Einwohner des Landes sind Dänen. Eine besondere Rolle spielen die Menschen, die im deutsch-dänischen Grenzgebiet leben: Im dänischen Nord-Schleswig wohnt seit dem Krieg mit Preußen im Jahr 1871 eine deutsche Minderheit. Diese genießt wie die dänische Minderheit auf der anderen Seite der Grenze zahlreiche Privilegien, vor allem in Bezug auf Sprache und Schulbildung. In allen anderen Regionen des Staates stellt Dänisch die einzige Amtssprache dar. Bei Dänisch handelt es sich wie bei Schwedisch um eine indogermanische Sprache des nordgermanischen Zweiges.

Die Bevölkerungsdichte liegt bei circa 130 Einwohnern je Quadratkilometer. Die Verteilung der dänischen Bevölkerung auf die einzelnen Regionen ist durch eine starke Urbanisierung gekennzeichnet, rund 85 Prozent der Einwohner leben heute in Städten beziehungsweise größeren Gemeinden.

Kopenhagen ist die Hauptstadt des Königreichs Dänemark. Sie verzeichnet rund 632.000 Einwohner, in der Metropolregion Kopenhagen leben etwa doppelt so viele Menschen. Kopenhagen liegt auf mehreren Inseln in der Ostsee. Hier befindet sich die Residenz der Königin und mit dem Parlament sowie dem Amtssitz des Ministerpräsidenten auch das politische Zentrum. Darüber hinaus bildet die Region Kopenhagen wirtschaftlich und kulturell den Mittelpunkt des Landes.

Neben Kopenhagen liegen in Dänemark zahlreiche größere Städte, unter anderem:

  • Aarhus: 217.000 Einwohner
  • Odense: 145.000 Einwohner
  • Aalborg: 120.000 Einwohner
  • Esbjerg: 73.000 Einwohner

Dänemark: Die Geografie

Das Staatsgebiet von Dänemark erstreckt sich über eine Fläche von 42.921 Quadratkilometern. Diese Zahl bezieht sich auf das dänische Kernland. Hinzu kommt Grönland, das zum Königreich Dänemark gehört, mit einer Ausdehnung von 2.166.086 Quadratkilometern und einer Bevölkerung von knapp 57.000 Menschen.

Die Geografie Dänemarks ist von ebenem Tiefland, vergleichbar mit der norddeutschen Tiefebene, gekennzeichnet. Das Land besitzt über 1.400 Inseln in der Ostsee, von denen allerdings nur weniger als 100 bewohnt werden. In Dänemark wurde über Jahrhunderte Raubbau an Wäldern betrieben, ohne diese wieder aufzuforsten. Aus diesem Grund gilt das Land heute, anders als seine skandinavischen Nachbarn, als sehr waldarm. Nur etwa 12 Prozent der gesamten Landoberfläche sind bewaldet. Dünen, Heidelandschaften, Moore und Sümpfe prägen die Topografie. Während die Ostseeküste Dänemarks stark strukturiert ist und zahlreiche Buchten bietet, ist die Nordseeküste relativ gleichmäßig geformt. Aus diesem Grund hat sich hier lediglich ein größerer Hafen, Esbjerg, etablieren können. In Dänemark herrscht ein moderat-maritimes Klima mit gemäßigten Niederschlägen, kühlen Sommern und relativ milden Wintern.

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