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Dänemark will fast alle Corona-Regeln aufheben - trotz Rekord-Zahlen

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Von: Martina Lippl

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Trotz Rekord-Zahlen: Dänemark will alle Corona-Regeln abschaffen.
Trotz Rekord-Zahlen: Dänemark will alle Corona-Regeln abschaffen. © Francis Joseph Dean/imago

Dänemark reagiert in Corona-Zeiten ziemlich schnell. Das Land ist oft einen Schritt weiter. Jetzt sollen alle Corona-Maßnahmen abgeschafft werden.

Kopenhagen - Die Omikron-Welle traf Dänemark besonders schnell. Das Nachbarland fuhr allerdings auch schnell alles wieder herunter. Das war noch weit vor Weihnachten. In Deutschland wurde zu diesem Zeitpunkt ausgiebig über das ob und wann der fünften Corona-Welle diskutiert. Omikron hatte da Dänemark bereits fest im Griff.

Omikorn-Welle: Dänemark will alle Corona-Maßnahmen abschaffen

Jetzt plant Dänemark offenbar praktisch alle Beschränkungen abzuschaffen. Das berichtet die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten und beruft sich auf einen Insiderbericht der Expertenkommission. Dabei sind die Infektionszahlen im Land extrem hoch. Täglich werden zwischen 40.000 und 50.000 neue Corona-Fälle gemeldet. 46.590 Corona-Fälle sind allein am Mittwoch verzeichnet worden, teilen die dänischen Gesundheitsbehörden (26. Januar 2022). Dänemark gilt als einer der Corona-Hotspots in Europa. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell weit über 4.000.

Omikron BA.2: Untervariante in Dänemark festgestellt

Dazu hat sich Dänemark die Omikron-Untervariante Omikron BA.2 ausgebreitet. Auch in anderen Ländern wie in Großbritannien, Norwegen und Schweden gibt es eine Zunahme von Omikron BA.2-Fällen, „aber anscheinend nicht auf dem ganz gleichen Niveau wie in Dänemark“, teilt das Statens Serum Institut (SSI) in Kopenhagen mit.

Bisher wurden drei Untervarianten von Omikron beschrieben: BA.1, BA.2 und BA.3. Der Omikron Subtyp BA.1 machte sich laut dem dänischen Statens Serum Institut im Januar bemerkbar. Der Anteil von Omikron BA.2 bei den Infektionsfällen hatte offenbar stark zugenommen. Von 20 Prozent um den Jahreswechsel ist der Anteil der Subvariante BA.2 auf etwa 45 Prozent in der zweiten Kalenderwoche gestiegen. Gleichzeitig sei Omikron BA.1 zurückgegangen, teilte das SSI kürzlich mit. Vieles zu Omikron BA.2 ist noch unklar. Experten sehen derzeit keine bedrohlichen Hinweise. Viren verändern sich. Von der Delta-Variante gab es 200 verschiedene Subtypen (beispielsweise auch AY.3), bis sie von Omikron verdrängt wurde.

Trotz dieser Lage will Dänemark offenbar lockern und das recht zügig. Denn trotz der hohen Infektionszahlen sind die Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern seit Januar recht stabil. Das Infektionsgeschehen spiegelt sich nicht im gleichen Maße wie bisher in Krankenhauseinweisungen wider.

Corona in Dänemark: Covid-19 keine gesellschaftskritische Krankheit mehr

Die dänische Epidemiekommission sieht in ihrem aktuellen Bericht sogar eine Entkopplung der täglichen Fälle und der Zahl der Neuaufnahmen, ist bei Jyllands-Posten zu lesen. Deswegen empfehle die Kommission ab dem 31. Januar alle Beschränkungen aufzuheben und Covid-19 ab dem 5. Februar nicht mehr als gesellschaftskritische Krankheit einzustufen.

Maskenpflicht in Innenräumen sowie 3G-Regeln für Veranstaltungen sollen demnach zum 31. Januar auslaufen. Allerdings sollen doch ein paar Maßnahmen bleiben: An der Test- und Isolationspflicht bei der Einreise nach Dänemark und an den Corona-Pässen in der Altenpflege sollte beispielsweise festgehalten werden. Auch bei Veranstaltungen, wenn viele Menschen zusammentreffen, seien Kontrollen mit dem Corona-Pass angesagt.

Die Experten gehen davon aus, dass in Dänemark der Peak der Corona-Infektionen Ende Januar oder Anfang Februar 2022 erreicht sein wird. Wobei es wahrscheinlich immer schwieriger werde, Menschen zum Infizieren von Omikron zu finden. Die Immunität in der Bevölkerung sei sowohl im Umfang und in der Qualität signifikant, stellt die Kommission fest. In Dänemark liegt die Impfquote bei über 80 Prozent, über 60 Prozent sind bereits geboostert. Indes meldet Deutschland Rekordzahlen bei den Corona-Neuinfektionen. (ml)

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