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Dänen: Partner drücken sich in Afghanistan

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- Kopenhagen/Berlin -­ Dänemark hat einigen Nato-Partnern vorgeworfen, sich vor der vollen Verantwortung im Afghanistan-Einsatz zu drücken. "Alle Länder sollten sich einbringen", sagte der dänische Verteidigungsminister Sören Gade. "Wenn wir verletzt werden, stehen die anderen dann herum und schauen nur zu?" Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangte drei Tage vor dem Nato-Gipfel in Lettland eine gemeinschaftliche Strategie der Nato für Afghanistan.

Dänemark hat 290 Soldaten im unruhigen Süden Afghanistans stationiert und zugesagt, diese Zahl zu erhöhen. Auch andere Nato-Mitglieder, deren Truppen im Süden die wieder erstarkten Taliban bekämpfen, haben sich bereits darüber beschwert, dass Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ihre Truppen in den ruhigeren westlichen und nördlichen Regionen zu konzentrieren.

Die Kanzlerin zeigte sich vor dem morgen beginnenden Nato-Gipfel in Riga, von dort werde ein Signal der Geschlossenheit ausgehen: "Denn die Nato will und wir wollen das auch, dass die Mission in Afghanistan ein Erfolg wird", betonte sie.

Die Staats- und Regierungschefs würden darüber hinaus das Signal geben, dass die Nato in einer Welt, die ganz neuen Bedrohungen entgegen sieht, weiter gebraucht wird. Der Leitspruch "Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit" gelte auch im 21. Jahrhundert.

Verteidigungsminister Jung sprach sich erneut gegen die Beteiligung deutscher Soldaten an Kampfeinsätzen im Süden Afghanistans aus. Eine Verlegung von Einheiten in die umkämpften Regionen im Süden des Landes sei nicht vorgesehen, betonte er. Der Einsatz der 2800 in Nordafghanistan stationierten Soldaten erfolge auch künftig nur im Rahmen des Bundestagsmandats.

Unterdessen hat Nato--Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer die deutschen Truppen in Afghanistan gelobt. "Die Bundeswehr muss sich in Sachen Mut und Professionalität im Einsatz hinter niemandem verstecken", sagte er und bestritt zugleich, dass die Lage im Süden des Landes außer Kontrolle geraten sei.

Am Wochenende kamen bei schweren Kämpfen und einem Selbstmordanschlag in Afghanistan mehr als 60 Menschen ums Leben. In Südafghanistan wurden 55 islamische Rebellen getötet.

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