Todesfälle in Dänemark

Bakterien-Wurst auch nach Deutschland geliefert

Kopenhagen - Der Tod von zwölf Dänen hat auch deutsche Fleischesser aufgeschreckt. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Kiel wurden verseuchte Fleischwaren auch nach Schleswig-Holstein geliefert.

Mit gefährlichen Bakterien verseuchte Fleischwaren, nach deren Verzehr in Dänemark zwölf Menschen starben, sind auch an einen deutsch-dänischen Grenzhandel in Schleswig-Holstein geliefert worden. Sie wurden mittlerweile aus dem Verkehr gezogen worden. Wie das Landwirtschaftsministerium in Kiel am Donnerstag weiter mitteilte, war die Ware in der Grenzregion an mindestens einen Supermarkt geliefert worden. Unklar sei aber noch, ob die Ware tatsächlich verkauft wurde und ob sie mit Listerien belastet ist. Dies werde untersucht.

Das Landwirtschaftsministerium in Kiel sei über eine Schnellmeldung informiert worden, sagte eine Sprecherin am Mittwochabend. Dem Ministerium lagen keine Informationen über mögliche Erkrankungen im Zusammenhang mit den verseuchten Lebensmitteln vor.

Zuvor hatte es aus dem Lebensmittelministerium in Kopenhagen geheißen, das belastete Fleisch sei nicht ins Ausland verkauft worden. Die Ware stammt von dem Produzenten Jørn A. Rullepølser. Das Unternehmen wurde von den dänischen Behörden geschlossen. In Dänemark waren die gefährlichen Bakterien in einer Charge Rullepølser entdeckt worden - einer Schweinebauch-Spezialität. Auch Salami, Frankfurter und Lammrouladen waren verseucht.

Mehr Menschen betroffen?

Am Mittwoch wurde bekannt, dass möglicherweise mehr Menschen betroffen sein könnten als bisher bekannt. Wissenschaftler am staatlichen Serum Institut untersuchten Proben von vier weiteren Patienten, wie die Forscher am Mittwoch mitteilten. Die Ergebnisse sollen Anfang kommender Woche vorliegen. Von vier weiteren Patienten erwartet das Institut Proben.

Der Ministeriumssprecher in Kiel betonte, Listerien seien in der Regel nicht für gesunde Menschen gefährlich, sondern nur für kranke oder geschwächte sowie für schwangere Frauen. Bei Menschen mit intaktem Immunsystem kommt es nur selten zu einer Erkrankung mit dann grippeähnlichen Symptomen, Erbrechen oder Durchfall. Oft verläuft die Infektion unbemerkt. In Deutschland werden durchschnittlich 300 bis 400 Fälle pro Jahr bekannt. Listeriose wird mit Antibiotika behandelt.

dpa

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