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Blick auf die Schäden an der Fassade des Kraftwerks Staudinger in Großkrotzenburg (Hessen) nach einer Explosion

Dampf-Explosion legt Kraftwerk in Hessen lahm

Großkrotzenburg - Eine Dampf-Explosion hat einen Block des größten konventionellen Kraftwerks in Hessen bis auf weiteres lahmgelegt.

Nach einer Dampf-Explosion im hessischen Kraftwerk Staudinger muss der betroffene Block 5 bis auf weiteres abgeschaltet bleiben. Der EON-Konzern, dem das Kraftwerk in Großkrotzenburg gehört, berichtete am Dienstag von einem Millionenschaden. Was zu der Explosion am Montagabend führte, sei unklar und werde nun untersucht, sagte ein Sprecher. Der laute Knall hatte am Abend zahlreiche Anwohner aufgeschreckt. Die Polizei veranlasste eine Rundfunk-Durchsage, um die Bewohner der umliegenden Gemeinden zu beruhigen.

Laut dem EON-Sprecher riss in dem mit Steinkohle betriebenen Block 5 um kurz nach 19.00 Uhr eine Rohrleitung ab, die zu einer Pumpe führte. Der mit hohem Druck austretende Dampf sprengte große Löcher in die Fassade des Blocks. „Es ist unklar, wie lange die Instandsetzung dauert“, sagte der Sprecher. Das Kraftwerk sei bis Ende des Monats abgemeldet worden. Wichtig sei nun, herauszufinden, warum die Rohrleitung abriss und wie sichergestellt werden könne, dass das in Zukunft nicht mehr passiere. Der Druckabfall sei in der Leitwarte registriert und das Kraftwerk heruntergefahren worden.

„Wir haben viele Anrufe bekommen“, sagte ein Polizeisprecher in Offenbach. Der laute Knall habe die Anwohner des Großkraftwerks verunsichert. Nach Rücksprache mit der Werksfeuerwehr habe die Polizei aber Entwarnung geben können: Nur ungefährlicher Wasserdampf sei in die Umwelt entwichen. Vor Ort versammelten sich laut dem Sprecher zahlreiche Schaulustige, angelockt von einer großen Dampfwolke über dem Gelände.

Laut Kraftwerksleiter Edgar Kaufhold ist bei der Explosion niemand verletzt worden. Auch Kaufhold betonte, eine Gefahr für Anwohner und die Umwelt bestehe nicht. „Die Anlage ist außer Betrieb und in einem sicheren Zustand“, sagte er.

Die Versorgung der Haushalte mit Strom sei wegen des Stillstandes des Kraftwerks nicht gefährdet, sagte eine Sprecherin des Stromnetzbetreibers Tennet. In Deutschland sei genug Kapazität vorhanden. Auch die Fernwärmeversorgung sei sichergestellt, teilten die Stadtwerke Hanau mit.

Das Regierungspräsidium Darmstadt beauftragte einen Sachverständigen mit der Ursachenermittlung, wie eine Sprecherin mitteilte. Wegen der großen Hitze habe aber zunächst niemand an den Explosionsort vordringen können.

Staudinger ist laut EON das größte konventionelle Kraftwerk Hessens. Es besteht aus fünf Blöcken, von denen aber nur noch zwei in Betrieb sind - darunter derjenige, der nun wegen der Explosion heruntergefahren werden musste. Er erzeugt neben Strom auch Fernwärme.

dpa

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