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Daniela Ludwig Drogenbeauftragte der Bundesregierung
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Daniela Ludwig (CSU) ist Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Ihr Verständnis der Gefahren von Alkohol sorgt für Kritik.

Tweets und Antwort bei Abgeordnetenwatch.de

Drogenbeauftragte sieht kein Problem im „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ von Alkohol

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung sieht kein Problem im „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ von Alkohol - und eckt damit an. Jetzt hat sie sich erneut geäußert.

Update von Samstag, 11.07.2020, 19.22 Uhr: Nachdem sie einem Nutzer bei abgeordnetenwatch.de mit einem Gedicht von Heinz Erhardt geantwortet hatte, hat Daniela Ludwig ihr Vorgehen verteidigt. „Lyrik ist frei, Gedichtinterpretation oft subjektiv, Poesie erfordert Nachdenken“, schrieb die CSU-Politikerin bei Twitter.

Damit ging die Drogenbeauftragte der Bundesregierung darauf ein, dass sie auf die Frage von Timothy Neuchel auf der Website abgeordnetenwatch.de mit dem Gedicht „Die Kunst des Trinkens“ geantwortet hatte. Neuchel hatte gefragt, was unter dem „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ von Alkohol zu verstehen sei.

Zuvor hatte Daniela Ludwig behauptet, dass Alkohol bei eben diesem „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ keine Gesundheitsschäden hervorrufen würde. Damit hatte die Drogenbeauftragte für Empörung in sozialen Netzwerken gesorgt. Nutzer warfen ihr vor, Alkoholkonsum zu verharmlosen. Was Ludwig unter dem „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ versteht, hat sie bisher nicht gesagt.

Erstmeldung von Freitag, 10.07.2020, 15:01 Uhr: Berlin - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), hat die Aufgabe, die Drogenpolitik der Bundesregierung zu koordinieren und sie gegenüber Politik, Presse und Öffentlichkeit zu vertreten. Dabei ist es auch ihre Aufgabe, Empfehlungen der Fachwelt aufzunehmen. So steht es auf ihrer offiziellen Website.

Drogenbeauftragte der Bundesregierung twittert fragwürdiges über Alkohol

Das tat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung zuletzt mit ihrem Einsatz für ein Verbot der Tabakwerbung. Unterstützung erhielt sie unter anderem von der Jungen Union Pullach. Diese twitterte: „Das Hauptargument gegen Zigaretten ist das Passivrauchen.“ Die Antwort von Ludwig dazu: „Und dass Zigaretten selbst bei bestimmungsgemäßem Gebrauch Gesundheitsschäden auslösen im Gegensatz zu Zucker oder Alkohol.“

Schon diese Aussage sorgte die Drogenbeauftragte nicht nur auf Twitter für Irritation. Denn Alkohol ist - auch bei geringer Dosierung - ein Nervengift, dessen Wirkung schon in kleinen Mengen die DNA schädigt, wie zuletzt Forscher der University of Cambridge herausgefunden haben. Auch Jürgen Rehm vom Institut für klinische Psychologie und Psychotherapie an der technischen Universität Dresden sagte in einem Gespräch mit dem Wissenschaftsmagazin Spektrum: „Es gibt keinen Alkoholkonsum ohne Risiko, aber es gibt einen risikoarmen Konsum.“

Drogenbeauftragte antwortet mit Gedicht auf Frage bei abgeordnetenwatch.de

Daher hat Timothy Neuchel auf der Website abgeordnetenwatch.de bei der Drogenbeauftragen genauer nachgefragt. Dort können Bürger Abgeordneten öffentlich Fragen stellen. Er fragte, was unter „bestimmungsgemäßem Gebrauch“ von Alkohol zu verstehen sei und führte eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO an, aus der hervorgeht, dass es keinen „unbedenklichen“ Alkoholkonsum gibt.

Die Antwort der Drogenbeauftragten kam wenige Tage später. Allerdings ging sie weder auf die Frage nach dem „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ von Alkohol ein, noch auf die Studie der WHO oder auf die Frage, ob ihr die Studie bekannt sei. Stattdessen antwortete Ludwig mit dem Gedicht „Die Kunst des Trinkens“ des verstorbenen Komikers Heinz Erhardt. Darin heißt es unter anderem:
„Doch gibt es außerdem Getränke,
den’n ich besondre Liebe schenke,
ich schätze fast seit der Geburt se:
das ist der Klare oder Kurze!

Wie wärmen sie an kalten Tagen
schön eisgekühlt den kalten Magen!
Wie spornen sie – als Geistgetränke –
den Geist an, daß er wieder denke!“

Drogenbeauftragte erntet erneute Kritik

Damit sorgte Ludwig offenbar erneut für einige fragende Gesichter. Twitter-Nutzer Alvar C.H. Freude schrieb: „Die Drogenbeauftragte (!) der Bundesregierung empfiehlt, man solle Schnaps trinken um das Denken anzuregen.“ Ein anderer Nutzer antwortet: „Es gibt Dinge, die wünscht man sich, nie gesehen zu haben. Z. B. Frau Ludwig in Ihrer Rolle als Drogenbeauftragte.“

Eine weitere Erklärung zu ihrer Stellungnahme hat die Drogenbeauftragte bisher nicht geliefert. Auf abgewordnetenwatch.de haben inzwischen mehrere Nutzer Ludwig für ihre wenig aussagekräftige Antwort kritisiert und die Frage von Timothy Neuchel wiederholt. Eine Antwort von Ludwig darauf steht noch aus.

Aktuell steht sie in der Kritik. Aber mit ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber dem Thema „Drug Checking“ hatte Daniela Ludwig in Frankfurt für Zustimmung gesorgt.

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