Trinkwasser verunreinigt: 230.000 Menschen betroffen

Erfurt - Im Trinkwasser aus Erfurt und der Umgebung sind Colibakterien gefunden worden. Die Chlordosierung sei erhöht worden, um die gesundheitsgefährdenden Erreger abzutöten.

Rund 230 000 Menschen in der Landeshauptstadt sowie einigen Orten der Umgebung sollten ihr Leitungswasser mindestens fünf Minuten lang abkochen, sagte eine Sprecherin der Stadtwerke Erfurt. Dies gelte bis mindestens Donnerstagabend. Wie die Darmbakterien ins Trinkwasser gelangten, war zunächst unklar.

Bis Dienstagnachmittag seien noch keine von den Keimen verursachten Krankheiten gemeldet worden, sagte die Erfurter Amtsärztin Helga Peter. “Vor allem alte Menschen, Kinder und Kranke sind gefährdet.“ Am Montag waren laut Peter in mehreren Proben sieben bis zehn Colibakterien je 100 Milliliter nachgewiesen worden. Für Trinkwasser ist laut Verordnung ein Nullwert vorgeschrieben - die Darmbakterien weisen auf eine fäkale Verunreinigung des Wassers hin.

Einem gesunden Menschen könnten die Keime wenig anhaben, sagte der Leiter der Klinischen Infektiologie der Uniklinik Jena, Mathias Pletz. Bei dem in Erfurt ermittelten Wert müsse ein gesunder Mensch 1000 Liter trinken, “um in den Bereich einer gesundheitsgefährdenden Dosis zu kommen“.

In Erfurter Supermärkten wurde am Dienstag das Tafelwasser knapp. Einige Gastronomen in Erfurt schenkten keinen Kaffee aus. “Bei vielen Restaurants sind die Kaffeeautomaten direkt an die Wasserleitung angeschlossen. Ein Vorbrühen ist daher oft nicht möglich“, sagte die Sprecherin des Thüringer Hotel- und Gaststättenverbandes, Susanne Ritzmann.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mehr als 20 Oktoberfest-Ordner mit Bauchschmerzen in Klinik – es gibt Verdacht
Mehr als 20 Oktoberfest-Ordner müssen sich wegen gesundheitlicher Probleme in einer Münchner Klinik behandeln lassen. Die Rettungssanitäter scheinen den Grund schnell zu …
Mehr als 20 Oktoberfest-Ordner mit Bauchschmerzen in Klinik – es gibt Verdacht
Fukushima: Bergungsarbeiten auf 2021 verschoben
In der Atomruine Fukushima verzögern sich die Arbeiten zur Bergung abgebrannter Brennstäbe bei zwei der drei zerstörten Reaktoren. Die Regierung und der Betreiberkonzern …
Fukushima: Bergungsarbeiten auf 2021 verschoben
Nach Hurrikan: Puerto Rico verlangt Hilfe aus Washington
Hurrikan "Maria" hat die Karibikinsel Puerto Rico verwüstet. Der Gouverneur bittet das Weiße Haus, die US-Bürger in dem Außengebiet nicht zu vergessen. Nach längerem …
Nach Hurrikan: Puerto Rico verlangt Hilfe aus Washington
„Humanitäre Katastrophe“: Puerto Rico verlangt Hilfe aus Washington
Hurrikan „Maria“ hat die Karibikinsel Puerto Rico verwüstet. Der Gouverneur bittet das Weiße Haus, die US-Bürger in dem Außengebiet nicht zu vergessen. Nach längerem …
„Humanitäre Katastrophe“: Puerto Rico verlangt Hilfe aus Washington

Kommentare