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Yeb Sano, Delegierter der Philippinen, initiierte die Fastenaktion.

UN-Klimakonferenz in Polen setzt Zeichen

Fasten aus Solidarität mit den Philippinen  

Warschau - Auch sie unterstützen die Taifun-Opfer: Rund 50 Delegierte der UN-Klimakonferenz in Warschau haben sich der Fastenaktion eines philippinischen Kollegen angeschlossen.

Mittagszeit für Delegierte aus 194 Ländern auf der UN-Klimakonferenz in Warschau. Im Restaurantbereich wird auf so ziemlich alle Essgewohnheiten Rücksicht genommen: Es gibt vegetarisches Essen und halal zubereitete Gerichte, polnische und internationale Küche.

Yeb Sano, der Leiter der philippinischen Delegation, braucht das alles nicht: Er fastet seit dem ersten Konferenztag am Montag - aus Solidarität mit den Taifun-Opfern in seiner Heimat und aus Protest gegen das jahrelange Versagen der internationalen Gemeinschaft, wirksam gegen Klimawandel zu kämpfen. Er will nichts mehr essen, solange keine Ergebnisse in Sicht sind.  

Sano ist nicht mehr allein. Sein bewegender Auftritt am ersten Konferenztag, als er mit dem leidenschaftlichen Appell „diesen Wahnsinn zu stoppen“ Delegierte zu Tränen rührte, hat den bisher international wenig bekannten Experten im dunkelblauen Anzug auch für eine größere Öffentlichkeit zum Gesicht des Kampfs gegen Klimawandel gemacht.

Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGO), aber auch Gruppen und Einzelpersonen in mehreren Ländern, haben sich mit Sano solidarisch erklärt. Unter dem Hashtag # FastingForTheClimate erhält Sano Zuspruch.

Immer mehr schließen sich der Aktion an

Andere Delegierte wie Wael Hmaidan (l.) haben sich aus Solidarität mit den Philippinen angeschlossen.

Wael Hmaidan, Direktor des Umweltdachverbands Climate Action Network (CAN), hat sich ebenfalls zum Fasten entschlossen. „Die Zivilgesellschaft kann nicht zusehen, wie immer mehr Menschen sterben“, begründet er sein Handeln. „Etwa 20 unserer Mitgliedsgesellschaften haben sich der Aktion angeschlossen, aber auch das Netzwerk der Kirchen will mit fasten“.

CAN-Sprecherin Ria Voohaar schätzte am Mittwoch, dass derzeit 50 Konferenzteilnehmer und etwa 100 Menschen außerhalb der Warschauer Klimakonferenz mit knurrendem Magen Klima-Solidarität erklären.

Die 19. UN-Klimakonferenz hatte am Montag unter dem Eindruck von "Haiyan" begonnen. An dem Treffen nehmen Vertreter aus mehr als 190 Ländern teil. Wesentliche Durchbrüche werden nicht erwartet. Es sollen aber weitere Fragen auf dem Weg zu einem verbindlichen globalen Klimaschutzabkommen geklärt werden, das bis Ende 2015 ausgehandelt werden und im Jahr 2020 in Kraft treten soll.

dpa/afp

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