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Neue Delta-Plus-Mutation in Großbritannien entdeckt: Corona-Zahlen schnellen nach oben

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Von: Jennifer Lanzinger

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Rund zehn Prozent aller Corona-Fälle in Großbritannien sollen auf die neu entdeckte Delta-Plus-Mutation entfallen. Während die Zahlen enorm ansteigen, sieht die Regierung noch keinen Grund zum Handeln.

London - Seit fast zwei Jahren bestimmt das Coronavirus das Leben vieler Menschen weltweit. Ob die Angst vor einer Ansteckung oder einfach die Maßnahmen, die im Alltag noch immer präsent sind: Das Coronavirus und seine Mutationen sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Nun wurde eine neue Variante, die Delta-Plus-Mutation, verstärkt in Großbritannien entdeckt. Zeitgleich steigen die Infektionszahlen explosionsartig an. Experten fordern nun eine Rückkehr zu strengen Corona-Regeln.

Neue Delta-Plus-Mutation in Großbritannien entdeckt: Corona-Zahlen explodieren

Wie unter anderem das österreichische Portal Science.ORF berichtet, sollen in Großbritannien immer mehr Fälle der Delta-Plus-Mutation entdeckt worden sein. Wie das Portal unter Berufung auf das britische Wellcome Sanger Institute erklärt, soll die Mutante bereits für rund zehn Prozent aller in Großbritannien offiziell erfassten Corona-Infektionen verantwortlich sein. Unklar soll laut der BBC jedoch noch sein, ob die neue Delta-Plus-Variante eventuell ansteckender oder gefährlicher sei, als die bislang bekannte Delta-Variante. Belege dafür gebe es aktuell jedoch noch nicht.

Wie das österreichische Portal weiter berichtet, soll die Delta-Plus-Variante außerhalb von Großbritannien bislang noch äußert selten aufgetreten sein. Die Mutation mit dem wissenschaftlichen Namen AY.4.2 soll sich durch zwei Mutationen im Spike-Protein unterscheiden.

Rückkehr zu Corona-Maßnahmen? Gesundheits-Experten fordern die Regierung zum Handeln auf

Unabhängig von der neuen Delta-Plus-Variante fordern Vertreter des britischen Gesundheitsdienstes aktuell eine sofortige Rückkehr zu Corona-Maßnahmen. Wie Matthew Taylor, der Chef des Mitgliederverbands National Health Service Confederation, dem Guardian zufolge erklärte, solle die Regierung nicht auf einen „Plan B“ setzen, sondern vielmehr auf einen „Plan B Plus“.

Vor einigen Wochen hatte die Regierung ihren „Plan B“ vorgestellt. Dazu gehörten die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Innenräumen und die Bitte, im Homeoffice zu arbeiten. Impfnachweise bei größeren Veranstaltungen seien ebenfalls im „Plan B“ vorgesehen. Aktuell setzt Großbritannien noch auf „Plan A“. Dieser sieht vor, sich lediglich auf die bislang erfolgten Impfungen zu setzen. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürger ab zwölf Jahren sind bereits vollständig immunisiert.

Corona-Zahlen steigen in Großbritannien weiter an - 50.000 neue Fälle an einem Tag

Geht es nach Matthew Taylor könnte sich die Lage im Winter noch einmal drastisch verschlimmern. „Wir stehen auf Messers Schneide - und es ist Mitte Oktober. Wir bräuchten riesiges Glück, um uns in den nächsten drei Monaten nicht in einer ernsthaften Krise wiederzufinden“, sagte Taylor. Demnach sollten Bürger dazu aufgerufen werden, sich im Hinblick auf Corona wieder im Verhalten einzuschränken. Doch wie Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng am Mittwoch gegenüber der BBC erklärte, sei die Regierung aktuell nicht einmal der Meinung, dass es Zeit für „Plan B“ sei.

Die Zahl der Infektionsfälle in Großbritannien spitzt sich währenddessen weiter zu. Anfang der Woche wurden knapp 50.000 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde mit 435 angegeben.

Und auch in Deutschland steigen die Corona-Fälle wieder sprunghaft an. Das RKI meldete am Mittwoch einen überraschend hohen Wert.

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