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Neue Corona-Rückholaktion: Deutsche Portugal-Urlauber sollen vor der Quarantäne-Pflicht zurück

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Von: Kathrin Reikowski

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Flugzeug nach dem Start
Deutsche werden wegen der Delta-Variante aus Portugal zurück geholt (Archivbild). © PATRICIA DE MELO MOREIRA / AFP

Die Delta-Variante macht jetzt mehr als 50 Prozent der Infektionen in Portugal aus. Ein Reiseanbieter holt deutsche Urlauber zurück.

Berlin/Lissabon - Rückholung von Urlaubern wegen Corona* - was Erinnerungen an den ersten Lockdown und das Jahr 2020 weckt, ist jetzt wieder Realität. Wegen der Delta-Variante werden Urlauber aus Portugal zurückgeholt. Am Freitagabend war bekannt geworden, dass in dem Reiseland inzwischen mehr als 50 Prozent der Infektionen auf die als gefährlicher und infektiöser eingestufte Delta-Variante* zurückgehen. Mehr als 70 Prozent sind es sogar im Großraum Lissabon.

Noch am Freitagabend hatte die Bundesregierung Portugal deshalb als Virusvariantengebiet eingestuft. Ab kommenden Dienstag, Mitternacht, gelten erneut verschärfte Regelungen bei der Einreise nach Deutschland. Dazu gehört etwa die Pflicht, sich für zwei Wochen in Quarantäne zu begeben - ohne die Möglichkeit, sich frei zu testen.

Coronavariante Delta in Portugal: Reiseanbieter holt Gäste zurück

Ein deutscher Reiseanbieter will seinen Kundinnen und Kunden die verschärften Regelungen nun offenbar ersparen. Der auf Portugal spezialisierte Anbieter Olimar will mehrere Hundert Bundesbürger eine rechtzeitige Rückkehr bis Montagabend*
ermöglichen, wie Pascal Zahn von Olimar am Samstag sagte. Es ist diesmal also nicht die Bundesregierung, sondern ein privater Reiseanbieter, der die deutschen Urlauber aus dem Ausland zurückholt.

Nach Schätzungen des Deutschen Reiseverbandes DRV machen derzeit etwa 1000 Deutsche in Portugal Urlaub. Laut einer Sprecherin sind es noch nicht viele Urlauber, weil das Land erst seit Kurzem überhaupt wieder zugänglich war. Olimar spricht von einigen hundert Urlaubern - zehn Prozent von ihnen hätten das Angebot eines früheren Rückflugs aber bisher abgelehnt. Andere Fluggesellschaften, wie etwa die Lufthansa, planen zum jetzigen Zeitpunkt keine veränderten Flüge.

Corona in Portugal: 1604 neue Fälle - höchster Wert seit Februar registriert

Mit 1604 neuen Corona-Ansteckungen* binnen 24 Stunden wurde in Portugal am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums der höchste Wert seit Februar registriert - dies ist wegen der Delta-Variante parallel auch in Großbritannien der Fall*. Die 14-Tage-Inzidenz stieg in Portugal auf 137,5. Aufgrund dessen gelten im Land wieder strengere Vorschriften*.

Dass Portugal jetzt als Virusvariantengebiet gilt, bedeutet ein umfangreiches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften,
Bus- und Bahnunternehmen. Sie dürfen Bundesbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland aber zurückbringen. Die Politik diskutiert unterdessen bereits schärfere Regeln für alle Reiserückkehrer*. (dpa/kat) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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