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Am Rande der Demo kam es zu Ausschreitungen

Krawalle nach Protesten in London

London - Bei einer der größten Demonstrationen seit Jahren sind am Samstag in London über 250.000 Menschen auf die Straße gegangen. Dabei ist es auch zu Krawallen gekommen. 200 Menschen wurden festgenommen.

Nach friedlichen Protesten gegen den drastischen Sparkurs der britischen Regierung ist es am Samstag in London zu Krawallen gekommen. Nach Angaben der Fernsehsender Sky News und BBC wurden mehr als 200 Menschen festgenommen. Dutzende Menschen wurden verletzt. Die Polizei sprach von 31 verletzten Beamten. Militante Demonstranten hätten Scheiben zertrümmert, Bankfilialen angegriffen, Farbbomben geworfen und Brände gelegt.

Mehr als 250 000 Menschen waren laut dem BBC-Bericht in der Innenstadt gegen den Sparkurs auf die Straße gegangen. Bei der Kundgebung am Samstag warnten Studenten, Lehrer, Krankenschwestern und Angestellte aus dem Öffentlichen Dienst vor schmerzhaften Einschnitten in die Haushalte als Folge der Wirtschaftskrise. Es war die bislang größte Protestveranstaltung gegen die Regierung von Premier David Cameron. Konservative und Liberale haben angekündigt, die Neuverschuldung drastisch zu senken.

Bereits am frühen Morgen hatten sich Tausende in der Nähe des Regierungssitzes versammelt, viele waren mit Sonderbussen aus dem ganzen Land angereist. Im Laufe des Tages zogen die Demonstranten durch die Innenstadt zu einer Kundgebung in den Hyde Park.

Der Gewerkschaftsverband TUC hatte angekündigt, dass die Demonstration die Größte seit den Protesten gegen den Irak-Krieg 2003 werden solle. Rund 4500 Polizisten waren in London im Einsatz, um Gewaltausbrüche zu verhindern.

Einige Gruppen hatten Aktionen wie das Besetzen großer Geschäfte und Banken in der Innenstadt angekündigt. Eine Gruppe von mehreren hundert schwarz gekleideten Demonstranten blockierte den Verkehr in der Innenstadt, zündete Feuerwerkskörper, warf Farben und Flaschen auf Bankgebäude und Geschäfte und schlug Scheiben ein. Der größte Teil der Demo sei allerdings sehr friedlich verlaufen, teilten die Behörden mit. Viele Teilnehmer hatten ihre Kinder dabei. Der Zug wurde von Musikgruppen begleitet.

Unter den Demonstranten waren zahlreiche Angestellte des Öffentlichen Dienstes, die auf Plakaten und in TV-Interviews ihrer Wut Ausdruck gaben. Bei der Kundgebung im Hyde Park sprach unter anderem der Chef der sozialdemokratischen Labour Partei, Ed Miliband. Er gestand ein, dass “einige Einschnitte“ nötig seien. Die derzeitige konservative Tory-Regierung gehe jedoch den falschen Weg.

Großbritannien kämpft gegen die Folgen der Wirtschaftskrise und versucht den Problemen mit einer Mischung aus höheren Steuern und Einsparungen zu Leibe zu rücken. Zu Jahresbeginn war die Mehrwertsteuer auf 20 Prozent erhöht und den Kommunen ein Sparprogramm auferlegt worden. Am Mittwoch hatte Schatzkanzler George Osborne den Sparkurs vorgestellt. Die Neuverschuldung soll von 146 Milliarden Pfund (166 Milliarden Euro) im laufenden Jahr auf nur noch 29 Milliarden Pfund im Jahr 2015 sinken.

dpa

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