Demonstranten sollen Tharir-Platz verlassen

Kairo - Im ägyptischen Staatsfernsehen sind am Mittwochabend alle Demonstranten aufgefordert worden, den Tharir-Platz zu verlassen. Am Mittwoch war die Gewalt in Kairo eskaliert.

Unterdessen teilte das Gesundheitsministerium den Tod eines Soldaten mit. Er ist den Angaben zufolge von einer Straßenüberführung gestürzt. 600 Menschen seien bei den blutigen Straßenschlachten verletzt worden.

Protest und Gewalt in Kairo

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Das Weiße Haus erklärte, die Art und Weise, wie Präsident Husni Mubarak mit der Krise umgehe, werde der Welt zeigen, wer er wirklich sei. Sollte die ägyptische Regierung die Gewalt am Mittwoch angestiftet haben, müsse das umgehend aufhören. Die USA würden die Hilfe in Höhe von 1,5 Milliarden für das Land überdenken.

Blutige Massenproteste in Ägypten

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El Baradei fordert Eingreifen der Armee

Der Oppositionelle Mohammed el Baradei hat die ägyptische Armee aufgefordert, die Angriffe von Anhängern der Regierungspartei auf Anti-Mubarak-Demonstranten zu unterbinden. Die Armee solle eingreifen, um das Leben ägyptischer Bürger zu schützen, sagte El Baradei am Mittwochabend in einem Interview mit dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, der in Ägypten seit Tagen nicht mehr empfangen werden kann.

Während er sprach, kreisten Militärhelikopter über dem Tahrir-Platz in Kairo, auf dem sich Anhänger der Nationaldemokratischen Partei und Regimegegner eine wüste Schlacht mit Steinen, Stöcken und Brandbomben lieferten. “Es gibt eindeutige Beweise, dass die Polizei ihre Männer in Zivilkleidung auf die Demonstranten gehetzt hat“, erklärte der Friedensnobelpreisträger. Diese hätten bei den von ihnen festgenommenen Angreifern Ausweise der Polizei, der Staatssicherheit und der Geheimpolizei gefunden.

El Baradei, der Interesse an einer Kandidatur für das Präsidentenamt bekundet hat, sagte, Mubarak sei ein Diktator, der auf dem Tahrir-Platz ein Verbrechen begehen lasse, nur um sein Amt nicht aufgeben zu müssen. 

Westerwelle fordert Zurückhaltung

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat dem ägyptischen Vizepräsidenten Omar Suleiman mit harten Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft gedroht, sollte es weitere Übergriffe gegen friedliche Demonstranten geben. In einem Telefonat habe er Suleiman erklärt, dass Übergriffe nicht nur “ein Rückfall in längst überwundene Zeiten“ seien, sondern auch “Konsequenzen der internationalen Gemeinschaft“ mit sich ziehen würden.

Westerwelle habe sich in dem Telefonat für einen friedlichen Wandel in Ägypten ausgesprochen, wie er am Mittwochabend in der “ARD“ weiter sagte. Der Wandel im Land sei gewollt, “und das nicht irgendwann, sondern jetzt“. “Wer was ägyptische Volk führt, ist Sache des ägyptischen Volkes“, sagte der Minister. Aber der Weg zur Demokratie müsse in Ägypten “friedlich besprochen“ werden. 

dapd/dpa

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