Dennis' Mörder: Frühere Chance zur Festnahme verpasst

Hamburg - Der mutmaßliche Mörder von Dennis und zwei weiteren Jungen aus Norddeutschland hätte möglicherweise bereits 2008 gefasst werden können.

Damals hatte ihn die Hamburger Polizei wegen eines Betruges gebeten, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben, wie die Tageszeitung “Die Welt“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf die Hamburger Staatsanwaltschaft berichtete. Sprecher Wilhelm Möllers bestätigte den Bericht auf dapd-Anfrage.

Dem Aufruf war der 40-jährige Martin N. damals nicht nachgekommen. Einen richterlichen Beschluss beantragte die Staatsanwaltschaft nicht, weil ihrer Einschätzung nach die Erfolgschancen zu gering waren. N. galt damals juristisch nicht als einschlägig vorbelastet.

“Es lagen die gesetzlichen Voraussetzungen nicht vor“, sagte Möllers. Bei einem DNA-Abgleich der fünf Mordfälle, für die N. infrage kommt, konnte keine “sichere Täterspur“ festgestellt worden. Ein DNA-Abgleich hätte aber womöglich für Aufklärung in den mehr als 40 Missbrauchsfällen gesorgt, die dem 40-Jährigen ebenfalls zur Last gelegt werden. Eine Festnahme wäre deshalb möglicherweise früher möglich gewesen.

dapd

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