"Der Irak ist Bushs Vietnam"

- Washington - Auch das eigene Militär rät ihm davon ab. George W. Bush lässt sich aber nicht beirren. 20 000 zusätzliche Soldaten will der US-Präsident in den Irak schicken. Den "erhöhten Blutzoll", den seine Generäle fürchten, nimmt er in Kauf. Die Demokraten warnen den Republikaner von einer "Eskalation des Krieges". Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung verurteilt die neue Irak-Strategie. Doch Bush bleibt dabei: Er will "das Chaos und die Gewalt beenden" ­ auf seine Weise.

Deshalb plädiert er nicht nur dafür, das Militär aufzustocken (Kosten: rund 100 Millionen Dollar), sondern zudem Investitionen von mehr als einer Milliarde Dollar vorschlagen, die im Irak die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen sollen.

Schon vor Bushs Ansprache im US-Parlament ­ gestern Nacht um drei Uhr morgens unserer Zeit ­ erklärte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, seine Partei sei nicht mal ansatzweise bereit, die Pläne des Präsidenten zu unterstützen. "Der Irak ist George W. Bushs Vietnam", hatte Senator Edward Kennedy diese Meinung zuvor bekräftigt.

Auch Bushs Generäle hatten erstmals Skepsis am Irak-Fahrplan geäußert: Sie fürchten einen "erhöhten Blutzoll" der US-Truppen, wenn sie verstärkt in den Hochburgen der Aufständischen und der Milizen eingesetzt würden; Kern der neuen Strategie soll "die Befriedung" von rund sechs Millionen Einwohnern der Hauptstadt Bagdad werden. Seit Beginn der Irak-Offensive im Frühjahr 2003 sind mehr als 3000 Soldaten gestorben.

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