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Wegen Sturmtief „Sabine“ kam der Bahnverkehr in Deutschland größtenteils zum Erliegen.  

Massive Beeinträchtigungen

Aktuelle Lage bei der Deutschen Bahn: Fernverkehr wieder aufgenommen - Einschränkungen vor allem in zwei Bundesländern

Orkan „Sabine“ hat seit Sonntag weite Teile Deutschlands verwüstet. Es kam zu massiven Verkehrsbehinderungen. Die Deutsche Bahn ist besonders betroffen.

  • Das Orkantief „Sabine“ zieht über Deutschland.
  • Es muss auch am Dienstag mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden.
  • Die Deutsche Bahn hat am Montag den bundesweiten Fernverkehr sowie den Regionalverkehr in Bayern vorübergehend eingestellt.

Update vom 11. Februar 2020, 8.32 Uhr: Die Bahn will ihren Fernverkehr am Dienstagmorgen ohne größere Einschränkungen wieder aufnehmen - am Vormittag seien einzelne Probleme aber nicht zu vermeiden, hieß es. Im Regionalverkehr werde es vor allem in Bayern und Baden-Württemberg zunächst noch Einschränkungen geben, hieß es von einem Bahnsprecher in der Nacht. Auch auf hessische Strecken waren in der Nacht erneut Bäume gestürzt - hier seien vereinzelt Einschränkungen zu erwarten.

Indes kommt bereits die nächste Sturmfront auf Deutschland zu. Grund ist ein sogenannter Jetstream.

Bei der Länderbahn müssen neben Reisenden in Bayern auch Sachsen am Dienstag mit Einschränkungen rechnen. Da für die Nacht ein weiteres Unwettergebiet für die Region vorhergesagt werde, starte der Betrieb bei der Vogtlandbahn, dem Trilex, der Oberpfalzbahn und der Waldbahn um 8 Uhr zunächst mit Erkundungsfahrten und ohne Fahrgäste, teilte die Länderbahn am Montagabend mit.

Je nach Zustand der Schienen werde der Verkehr voraussichtlich im Laufe des Vormittags wieder aufgenommen. Für den Schülerverkehr in den bayerischen Landkreisen Cham und Regen konnte größtenteils Busersatzverkehr organisiert werden. „Die Busunternehmen behalten sich jedoch witterungsbedingte Einschränkungen vor, falls sie Straßen blockiert sind“, hieß es weiter.

Die Alex-Züge zwischen Marktredwitz, Regensburg und München werden voraussichtlich zum Betriebsstart planmäßig fahren; ebenso die Züge von München in Richtung Allgäu. Beim „Alex“ in Richtung Prag über Furth im Wald gibt es zunächst Erkundungsfahrten auf deutscher und tschechischer Seite.

Die Länderbahn hatte bereits am Sonntagabend den Verkehr in Bayern und Sachsen eingestellt. Am Montag begann das Unternehmen zunächst in Sachsen, die Strecken auf Schäden zu kontrollieren.

Sturmlage bei der Deutschen Bahn - Unsere Meldungen vom 10. Februar 2020

Update um 17.49 Uhr: Die Deutsche Bahn rechnet trotz der Wiederaufnahme des Fernverkehrs im ganzen Bundesgebiet auch am Dienstag mit Zugausfällen und Verspätungen. Vor allem im Werdenfelser Land rund um Garmisch-Partenkirchen und im Allgäu seien immer noch Bahnstrecken blockiert, teilte die DB mit. „Andernorts läuft der Zugverkehr wieder an.“ An mehr als 100 Stellen seien Schäden behoben worden. „Vor allem umgestürzte Bäume auf Oberleitungen und Gleise blockierten die Strecken.“

Update um 16 Uhr: Auch der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Bayern ist wieder freigegeben. Allerdings ist zumindest in den nächsten Stunden noch mit Einschränkungen zu rechnen. Nach und nach läuft auch der Regionalverkehr der DB und der privaten Eisenbahngesellschaften im Freistaat wieder an. Entwurzelte Bäume blockieren jedoch noch etliche Strecken - besonders betroffen ist das südliche Oberbayern sowie das Allgäu.

Update um 14 Uhr: Mittlerweile ist der S-Bahn-Verkehr in München teilweise wieder aufgenommen worden. Wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilte, waren die Bahnen der S1 zum Münchner Flughafen wieder unterwegs. Auch die S2 fuhr zwischen München und Erding wieder, die S4 startete auf der Strecke zwischen Grafing und Pasing. Die S7 konnte auf der Teilstrecke von Höllriegelskreuth nach Hohenbrunn fahren. Der Pendelverkehr auf der Münchner Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof wird zusätzlich dazu weiter aufrechterhalten. 

Neben Zugausfällen kam es im Laufe des Montags auch zu Sach- und Personenschäden durch umgestürzte Bäume. Wie gravierend die Folgen von Sturmtief Sabine sind, zeigte ein erste Bilanz*. 

Update um 12.51 Uhr: Nach Sturmtief Sabine sind die ersten Regionalstrecken in Nordbayern wieder für den Verkehr freigegeben. Der private Betreiber Agilis nahm am Montagvormittag ebenfalls auf insgesamt drei Strecken den Betrieb wieder auf, unter anderem auf der Strecke von Weiden nach Bayreuth. Die Agilis-Züge fahren derzeit aber noch mit reduzierter Geschwindigkeit.

Deutsche Bahn über Orkan Sabine: Frühzeitige Einstellung des Regionalverkehrs habe sich bewährt

In Südbayern ist nach wie vor noch nicht absehbar, wann Regionalbahnen und S-Bahnen in München und Umland wieder regulär fahren können. An mehr als 20 Stellen würden umgestürzte Bäume einen sicheren Bahnbetrieb weiterhin blockieren, hieß es seitens der Deutschen Bahn. Wegen der nach wie vor in Oberbayern und Schwaben anhaltenden Sturmböen konnten Bahnmitarbeiter noch nicht überall in Waldgebieten an der Schadensbehebung arbeiten. 

Der DB zufolge habe sich die frühzeitige Einstellung des Regionalverkehrs in Bayern bewährt. „Seitens DB Regio Bayern hat es keine Zugkollision mit Bäumen gegeben, es mussten keine Reisenden von DB Regio auf freier Strecke evakuiert werden“, teilte der Konzern mit. Nach Abschluss der Aufräumarbeiten könne der Verkehr dadurch wieder schneller dem regulären Fahrplan entsprechend laufen. 

Orkan Sabine: Deutsche Bahn nimmt Fernverkehr langsam wieder auf - Bayern bleibt Ausnahme

Update um 10.51 Uhr: Schlechte Nachrichten für Pendler in Bayern: Während die Deutsche Bahn den Fernverkehr nach und nach wieder aufnimmt und im Laufe des Vormittags die Züge in weiten Teilen Deutschlands wieder fahren sollen, bleibt Bayern die Ausnahme. Und auch in Baden-Württemberg ist der Fernverkehr noch nicht regulär wieder aufgenommen worden. In Bayern müssen die Bahnkunden noch den ganzen Tag über mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Denn hier sei es noch stürmisch, teilte ein Bahnsprecher mit.

Weiter hieß es seitens der S-Bahn, dass mehrere umgestürzte Bäume die Strecken im Süden des Freistaats blockieren würden. Besonders der Großraum München sei davon betroffen, doch auch im Allgäu gebe es entsprechende Stürungsmeldungen. „Solange der Sturm noch in voller Stärke über Bayern unterwegs ist, wird der Zugverkehr weiterhin nicht rollen können“, betonte die Bahn. Wenn der Sturm überstanden ist, will die DB zunächst Erkundungsfahrten auf den Strecken durchführen, um entstandene Schäden zu dokumentieren. Wetterexperte Jörg Kachelmann hat sich derweil auch zum Orkantief „Sabine“ geäußert. Eine Sache bringt den 61-Jährigen dabei extrem in Rage*. 

Orkan Sabine: Wetterlage lasse Zugfahrten bis auf Weiteres nicht zu, sagt ein Deutsche Bahn-Sprecher

Update um 9.56 Uhr: Der Zugverkehr steht wegen Sturmtief „Sabine“ derzeit in ganz Bayern still, und so schnell wird wohl heute auch kein Zug auf den Gleisen rollen. Die Wetterlage lasse Zugfahrten bis auf Weiteres nicht zu, teilte die Deutsche Bahn gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mit. Der regionale Zugverkehr in Baden-Württemberg begann der Deutschen Bahn zufolge am Montagmorgen derweil um 08 Uhr. Wie es aber auf den einzelnen Strecken konkret aussehe, sei von der ebenfalls witterungsbedingten Situation abhängig. Erst müssten die Lage erkundet und etwaige Schäden beseitigt werden. Am Flughafen München hielt derweil eine Nervenkitzel-Landung Pilot und Passagiere in Atem*. Ersterer brauchte erstmal einen „starken Drink“ als er wieder am Boden war. Einen Schockmoment mussten auch die Passagiere einer British-Airways-Maschine überstehen, als eine Sturmböe das Flugzeug beim Landeanflug erfasste.

Update um 9.35 Uhr: Im Laufe des Montagvormittags ist auch der Betrieb auf der Münchner S-Bahn-Stammstrecke fast komplett zum Erliegen gekommen. Nur ein Pendelzug verkehrt derzeit zwischen Pasing und dem Ostbahnhof der Landeshauptstadt*. Damit reagiert die MVG wohl auf die aktuelle Entwicklung der Wetterlage. Denn wie am Montagvormittag ebenfalls bekannt wurde, soll im Süden Bayerns die schlimmsten Auswirkungen des Sturmtiefs erst noch bevorstehen. Gegen Mittag werden für diese Region die heftigsten Orkanböen erwartet*. 

Orkan Sabine: Deutsche Bahn stellt bundesweit Fernverkehr ein - auch Regionalverkehr betroffen

Update vom 10. Februar 2020 um 8.54 Uhr:

Wegen des Sturmtiefs „Sabine“ hat die Deutsche Bahn in Bayern nicht nur den Fernverkehr, sondern vorerst auch den Regionalverkehr eingestellt. „Je nach Lage des Orkans wird im Laufe des Vormittags der Verkehr wieder aufgenommen“, teilte die Bahn am Montagmorgen mit. Die Bahn hatte zuvor bereits den Fernverkehr bundesweit eingestellt. Die S-Bahn in München fährt bislang, jedoch ist der Verkehr auch auf der Stammstrecke extrem reduziert. Und auch am Münchner Flughafen herrschte am Montagmorgen Stillstand*. 420 Flüge sind dort wegen Sturmtief „Sabine“ annulliert worden. 

In Nürnberg stand die S-Bahn zunächst still. Da auch die meisten Züge von privaten Bahnunternehmen auf den Gleisen der Deutschen Bahn rollen, kommt es bei den Privatbahnen in der Regel ebenfalls zu Einschränkungen. „Alle anderen Verkehrsunternehmen haben ihren Fahrbetrieb vorsorglich eingestellt“, teilte die Bahn mit. Auch in den oberbayerischen Landkreisen schlägt Sturmtief „Sabine“ zu. So ist beispielsweise im Landkreis Starnberg A 95 betroffen. Dort kommt es südlich des Starnberger Dreiecks zu Behinderungen* - es liegen Bäume auf Fahrspuren.

Orkan Sabine: Deutsche Bahn empfiehlt geplante Reisen zu verschieben

Erstmeldung vom 8. Februar 2020: 

München - „Wir empfehlen unseren Reisenden von Sonntag, 09.02.2020 bis Dienstag, 11.02.2020 ihre geplanten Reisen auf einen anderen Tag zu verschieben.“ Mit dieser Mitteilung warnt die Deutsche Bahn ihre Fahrgäste vor dem Orkan „Sabine“.

Das Sturmtief wird ab Sonntag weite Teile des Bundesgebiets erfassen und für erhebliche Probleme auf den Straßen und Schienen sorgen. Im Regional- und Fernverkehr ist nach Angaben der Deutschen Bahn ab Sonntagabend mit massiven Beeinträchtigungen insbesondere im Norden und Westen Deutschlands zu rechnen.

Orkan Sabine: Deutsche Bahn rät von Reisen ab - Fahrt verschieben oder Geld zurück

Reisende sollten daher auf andere Tage ausweichen. Alle Fernverkehrstickets für Sonntag, Montag und Dienstag könnten bereits am Samstag sowie mindestens bis zum 18. Februar benutzt werden. Auch eine kostenlose Stornierung sei möglich. Fahrgäste bekommen dann ihr Geld zurück. Dies gelte auch für Fahrkarten mit Zugbindung, führte die Bahn aus.

Wer eine Sitzplatzreservierung gebucht habe, könne diese kostenfrei umtauschen. Die Bahn riet Reisenden außerdem dazu, vor Fahrtantritt ihre gewählte Verbindung noch einmal im Internet, der Bahn-App oder über die Telefonhotline zu prüfen.

Orkan Sabine: Deutsche Bahn bereitet sich auf Sturmtief vor

In Nordrhein-Westfalen, wo ab Sonntagnachmittag mit gefährlichen Sturmböen zu rechnen ist, liefen die Vorbereitungen auf den Orkan bereits auf Hochtouren. „Wir verstärken in allen Bereichen und bereiten uns auf ‚Sabine‘ vor“, sagte eine Bahnsprecherin am Freitag in Düsseldorf. So werde das Personal in den Leitstellen und Betriebszentralen erhöht, Schichtpläne würden angepasst. „Parallel werden Reparaturfahrzeuge ins Standby gesetzt.“ Die Maßnahmen sind in einem vierstufigen Plan festgelegt.

Das Augenmerk liege darauf, die Strecken so schnell es gehe wieder befahrbar zu machen, teilte die Bahn weiter mit. Im Ernstfall räumten die Mitarbeiter vor Ort mit Spezialgeräten die Gleise frei und reparierten Technik und Oberleitungen. Die häufigste Folge von Unwettern bei der Bahn seien Schäden an den Oberleitungen, wie es bereits 2007 zuhauf der Fall war, als Orkan Kyrill über Deutschland hinwegfegte.

Auch in Bayern werden Erinnerung an den extremen Orkan von damals geweckt. Ebenso bereitet man sich in der bayerischen Landeshauptstadt München auf ein heftiges Unwetter wegen Sturmtief Sabine* vor. Das Sturmtief richtete in weiten Teilen Europas Schäden an - es gab auch Todesopfer.*

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

sk, dpa, cia

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