+
Deutsche Gewässer auf dem Prüfstand.

Alarmierender Report

Deutsche Gewässer überwiegend inakzeptabel

Passau - Die meisten Oberflächengewässer in Deutschland sind in mindestens unbefriedigendem ökologischem Zustand. Das geht aus einem Bericht des Bundesumweltministeriums an die EU-Kommission hervor.

Demnach sind rund 34 Prozent der Gewässer in einem „unbefriedigenden“, 19 Prozent sogar in einem „schlechten“ Zustand. Bei 36 Prozent sei die Qualität „mäßig“, knapp acht Prozent werden als „gut“ und nur 0,3 Prozent als „sehr gut“ bewertet. Über den Report hatte zunächst die „Passauer Neue Presse“ berichtet.

Im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie müssen alle deutschen Gewässer bis spätestens 2027 in gutem Zustand sein. Die Mitgliedstaaten sollen alle sechs Jahre die Entwicklung in einem Bericht dokumentieren. Nach Einschätzung des Berichts „Deutschlands Gewässer 2015“ sind von allen zehn Flusssystemen in Deutschland die Donau und ihre Zuflüsse im besten Zustand. 

20 Prozent der Donau und ihrer Nebenflüsse wie Isar oder Inn werden als sehr gut oder gut bewertet. Dahinter folgen die Flussgebiete von Maas, Rhein und Eider. Am Rhein und seinen Zuflüssen sind zwölf Prozent der Flächen in einem mindestens guten Zustand.

Diese Flüsse schneiden am schlechtesten ab

Am schlechtesten schneiden die Flusssysteme von Ems (Niedersachsen) und Schlei/Trave (überwiegend Schleswig-Holstein) ab, gefolgt von Oder und Weser. An der Ems sind lediglich 1 Prozent der Flächen in mindestens gutem Zustand, im Schlei/Trave-Raum sieht es nur wenig besser aus.

Insgesamt, so betont der Bericht jedoch, habe sich der Zustand der Gewässer in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. So gebe es etwa im Rhein wieder viele durchgängige Gewässerabschnitte für Wanderfische wie etwa Lachse. Insgesamt gelte es aber, die Landwirtschaft umweltfreundlicher zu machen und den Eintrag von Plastik und Schadstoffen wie etwa Quecksilber und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) zu verringern.

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) mahnt dem Bericht der „Passauer Neuen Presse“ zufolge weitere Maßnahmen zum Schutz von Gewässern an. „Jahrhundertelange Belastungen können wir nicht mal eben in kurzer Zeit beseitigen“, sagte sie. Strengere Regeln für die Düngung seien nötig. Der ökologische Zustand von Gewässern hängt vor allem von deren biologischer Vielfalt und den enthaltenen Schadstoffen ab.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Woche beginnt schneereich: Weiße Weihnacht möglich
Schon am Wochenende vor Weihnachten gibt es in vielen Teilen Deutschlands Eis und Schnee. Wintersportler nutzen die Gelegenheit, etwa zu Ausflügen in den Harz. Zum …
Woche beginnt schneereich: Weiße Weihnacht möglich
Flammen in Kalifornien zwingen weitere Menschen zur Flucht
Zwei Wochen lodern die Flammen in dem Bundesstaat an der US-Westküste schon - und immer noch ist keine Entspannung der Lage in Sicht. Es gibt nur einen …
Flammen in Kalifornien zwingen weitere Menschen zur Flucht
Mindestens vier Tote und 18 Vermisste bei Erdrutsch in Chile
Chaitén (dpa) - Ein Erdrutsch hat im Süden Chiles mehrere Häuser weggerissen und mindestens vier Menschen getötet. 18 weitere werden noch vermisst, zwölf sind verletzt, …
Mindestens vier Tote und 18 Vermisste bei Erdrutsch in Chile
Weil sie austreten musste: Deutsche (23) stürzt auf Bali in den Tod
Schreckliches Ende einer Traumreise: Eine 23-Jährige aus Gütersloh war auf Bali unterwegs, als sie einen tödlichen Fehler machte. Im Dunkeln stürzte die junge Deutsche …
Weil sie austreten musste: Deutsche (23) stürzt auf Bali in den Tod

Kommentare