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Passagiere am Flughafen von Sierra Leone werden auf Ebola untersucht.

Dritter Seuchen-Toter in Nigeria

Regierung: Deutsche sollen Ebola-Länder verlassen

Berlin - Wegen der Ebola-Epidemie hat das Auswärtige Amt alle deutschen Staatsbürger zur Ausreise aus den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia aufgefordert.

Das gelte ausdrücklich nicht für medizinisches Personal, das dringend zur Bekämpfung des Virus' benötigt werde, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. Auch die deutschen Vertretungen blieben geöffnet. Diesen Schritt beschloss der Krisenstab der Bundesregierung wegen der weiterhin kritischen Lage. Der Stab hatte am Vormittag im Auswärtigen Amt getagt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte die Ebola-Epidemie in Westafrika am Freitag zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt. Nach ihren Angaben starben bereits mehr als tausend Menschen an dem durch Körperflüssigkeiten übertragenen Erreger, mehr als 1800 Menschen infizierten sich.

Nigeria meldet dritten Ebola-Toten und bittet um Mittel

Aus Nigeria wurde unterdessen ein dritter Ebola-Toter gemeldet. Ein 36-jähriger Mitarbeiter sei in Lagos gestorben, teilte die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas mit. Er habe Kontakt zu dem infizierten Berater der liberianischen Regierung gehabt, der im Juli nach Lagos geflogen und am Flughafen zusammengebrochen war. Der Ecowas-Mitarbeiter habe seither unter Quarantäne gestanden, hieß es weiter. Mehr als 100 Menschen stehen in Nigeria derzeit unter Beobachtung.

Auch Nigeria hat um die Lieferung des experimentellen Ebola-Mittels „ZMapp“ gebeten. Die Regierung habe sich bei der US-Gesundheitsbehörde CDC gemeldet, um das Medikament zu erhalten und Patienten damit behandeln zu können, sagte Nigerias Informationsminister Labaran Maku. Eine Antwort aus den USA stehe noch aus.

„ZMapp“-Vorrat vorerst aufgebraucht

Liberia hatte am Montag die Zusage aus den USA erhalten, mit „ZMapp“ zwei infizierte Ärzte behandeln zu können. Danach hatte der Hersteller Mapp Biopharmaceutical allerdings mitgeteilt, seine Vorräte seien vorerst erschöpft. Es werde Monate dauern, die Produktion hochzufahren, hatte der US-Sender CNN kürzlich einen Unternehmenssprecher zitiert. Auch bei anderen möglicherweise einsetzbaren Präparaten sind die verfügbaren Mengen bei weitem nicht groß genug, um damit Hunderte Patienten behandeln zu können.

Vorbeugende Mittel wären hingegen zumindest begrenzt vorhanden: Schätzungsweise 800 bis 1000 Dosen Impfstoff könnten nach Westafrika gebracht werden, sagte der stellvertretende Leiter der kanadischen Gesundheitsbehörde, Gregory Taylor. Auch dieser Wirkstoff wurde noch nicht in klinischen Studien am Menschen getestet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Dienstag den Einsatz kaum erprobter Medikamente als ethisch vertretbar eingestuft.

Ghana verschärft Vorsichtsmaßnahmen

Verschärfte Vorsorgemaßnahmen wurden aus Ghana gemeldet. Bildungsministerin Jane Naana Opoku Agyemang wies die Hochschulen des Landes an, das kommende Semester zwei Wochen später beginnen zu lassen. Zudem soll eine Einsatztruppe an den Grenzen mit Temperaturmessungen verhindern, dass mit Ebola infizierte Studenten zum Semesterstart einreisen. Dies sei eine Maßnahme von vielen, mit denen eine Ausweitung der Ebola-Epidemie in Westafrika auf Ghana verhindert werden soll. Demnach soll es zudem vorerst keine internationale Konferenzen und öffentliche Großveranstaltungen geben.

Familien deutscher Entwicklungshelfer bereits zu Hause

Deutsche Entwicklungshelfer in den von Ebola betroffenen Ländern haben sich in die Hauptstädte begeben, ihre Familien sind bereits in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Das berichtete die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) am Mittwoch in Eschborn bei Frankfurt. Die GIZ sei in Sierra Leone, Liberia und Guinea nur noch eingeschränkt von den Hauptstädten aus tätig.

dpa/afp

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