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Deutsche Urlauber bei Seebeben getötet

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- Berlin/Hannover/Frankfurt/Köln - Bei dem verheerenden Beben in Südasien sind auch deutsche Touristen getötet worden. Mindestens vier Urlauber aus Deutschland seien ums Leben gekommen, sagte der Präsident des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbands, Klaus Laepple, am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabs in Berlin. Die Individualreisenden seien im Süden Sri Lankas getötet worden.

Die großen Reiseveranstalter TUI, Thomas Cook und Rewe Pauschaltouristik haben noch keine Erkenntnisse, ob Gäste von ihnen bei der Naturkatastrophe zu Schaden gekommen sind. Mit den drei Unternehmen machen derzeit etwa 6400 Deutsche Urlaub in Thailand, Sri Lanka und auf den Malediven. Der Reisekonzern TUI vermisste am Montagmittag noch zwei Gäste in Sri Lanka.

An der Südküste Sri Lankas und im Süden Thailands wurden zahlreiche Hotels zerstört. Zu einigen Hotels in Khao Lak im Süden Thailands konnten TUI und Thomas Cook bis Montagmittag keinen Kontakt aufnehmen. Es sei deshalb nicht auszuschließen, dass Deutsche unter den Opfern sind. "Khao Lak ist nach unseren Informationen ein einziges Trümmerfeld", sagte TUI-Sprecherin Stefanie Rother. Es könne noch Tage dauern, bis es gesicherte Informationen über den Verbleib der Touristen in den betroffenen Regionen gebe.

Die Reiseunternehmen waren am Montag bemüht, die Touristen aus den betroffenen Regionen so schnell wie möglich wieder nach Hause zu bringen. Die meisten der etwa 300 Reisenden der TUI aus der Gegend um Phuket seien mit Bussen abgeholt worden. Die nächste Maschine mit TUI-Gästen aus Phuket sollte am Montagabend in Frankfurt/Main landen. In Sri Lanka seien rund 180 TUI-Urlauber in Sicherheit gebracht worden. Sie warteten in Colombo auf ihre Rückflüge. Die 370 Gäste auf den Malediven seien unversehrt geblieben. Die meisten von ihnen wollten ihren Urlaub fortsetzen, sagte Rother.

Die Thomas-Cook-Flugtochter Condor wollte am Montag mehrere hundert Touristen aus Südasien mit drei Flügen nach Deutschland zurückbringen. Am Sonntag waren Maschinen ohne Fluggäste, aber mit Hilfsgütern nach Phuket, Male und Colombo gestartet. Noch am Montag wurden drei Maschinen wieder in Deutschland erwartet.

Am Montag sollte eine Condor-Maschine planmäßig von Frankfurt nach Colombo fliegen. Sie hat keine Passagiere, dafür aber Decken, Kleidung und Wasser an Bord. Für Dienstag seien zwei Sonderflüge nach Male und Colombo geplant. In Sri Lanka warteten 700 Gäste in einem Hotel in Colombo auf die nächste Rückreisemöglichkeit.
TUI und Thomas Cook haben bis zum 31. Dezember alle Urlaubsflüge in das Erdbebengebiet storniert. Die betroffenen Gäste können kostenlos umbuchen oder sich den Reisepreis erstatten lassen. Urlauber, die bis zum 16. Januar nach Sri Lanka oder Phuket fliegen wollten, können ihre Reise kostenlos umbuchen. Die Rewe Pauschaltouristik will am 28. und 31. Dezember noch auf die Malediven fliegen. Von den 22 Urlaubsressorts, die Rewe unter Vertrag habe, seien sechs stark beschädigt.

Die Lufthansa und die Thai Airways bieten keine Flüge in die vom Seebeben betroffenen Regionen an. Die Linienflüge nach Thailand oder Indien verliefen nach Plan. "Es gibt keine Stornierungen und keine Sonderflüge", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die Buchungslage sei in beiden Richtungen normal. Die Thai Airways erwartete am Montagabend in Frankfurt einen Flug aus Bangkok. "Wir vermuten, dass Passagiere aus den betroffenen Regionen dabei sind", sagte ein Sprecher.

TUI und Thomas Cook befürchten keine größeren wirtschaftlichen Folgen aus den schweren Beben in Südasien. "Wir glauben nicht, dass die wirtschaftlichen Folgen gravierend sein werden", sagte ein Sprecher. Thomas Cook erwirtschafte etwa ein Prozent des Umsatzes mit den betroffenen Regionen. Eine TUI-Sprecherin sagte: "Es wird keine signifikanten Auswirkungen auf unser Ergebnis haben." TUI erziele mit Südostasien etwa ein bis zwei Prozent des Umsatzes. Eigene Hotels habe die TUI in den Katastrophen-Regionen nicht.

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