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Astronaut Alexander Gerst

Deutscher Astronaut fliegt 2014 zur ISS

Köln/Paris - Der deutsche Astronaut Alexander Gerst (35) wird im Dezember 2014 für ein halbes Jahr zur Internationalen Raumstation ISS fliegen.

Nach Angaben der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) in Paris hatte sich der 35-Jährige aus Künzelsau in Baden-Württemberg gegen 13 000 Mitbewerber durchgesetzt. “Ich liebe das Abenteuer. Für mich ist das ein großer Traum“, sagte Gerst am Sonntag zur Nachrichtenagentur dpa. Gerst ergänzte, er habe von seiner Berufung in der Vorwoche erfahren. Er war 2009 zum Astronautenkandidat der ESA benannt worden. Auf der ISS arbeiten derzeit drei Raumfahrer, am 14. November sollen drei weitere starten, um ihnen Verstärkung zu leisten.

Der Forscher und Astronaut sei sich bewusst, dass kein einfacher Weg vor ihm liege, bevor er 2014 an Bord einer russischen Sojus TMA vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ins All geschossen werde. “Da ist natürlich noch sehr viel Training nötig, durch das ich durchgehen muss.“ Unter anderem werde er während seiner Ausbildung in Houston in Texas im Raumanzug in einer Unterwasserbecken gezogen. So werde die Schwerelosigkeit simuliert, sagte Gerst. Bestimmendes Thema an Bord der ISS sei, wie sich Menschen in der Schwerelosigkeit verhalten. “Das sind wertvolle Erkenntnisse auch für Menschen auf der Erde“, so Gerst.

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Der Astronaut werde sich in seiner Zeit an Bord der ISS auch mit Experimenten aus allen Bereichen der Physik, der Humanmedizin und der Biologie beschäftigen. Der deutsche Geophysiker ist der dritte Deutsche an Bord der Station und der elfte Deutsche im All. Vor ihm hatten Thomas Reiter 2006 und Hans Schlegel 2008 auf der Station gearbeitet. “Die ISS ist der einzige Ort, der uns einen Blick von außen auf unseren Heimatplaneten ermöglicht. Durch diesen Blickwinkel können wir gleichzeitig auch sehen, wie verletzlich die Erde ist“, sagte Gerst.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat inzwischen Entwarnung für die bemannte Raumfahrt gegeben: Anders als befürchtet, müsse die ISS nicht evakuiert werden. Nach einer Panne mit einer Sojus-Trägerrakete standen bemannte Flüge zur ISS zwischenzeitlich zur Diskussion.

Bekanntgegeben wurde die Astronautenwahl von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Tag der Deutschen Luft- und Raumfahrt im Europäischen Astronautenzentrum in Köln. Etwa 100 000 Besucher waren nach Köln gekommen, um sich über die Raumfahrt zu informieren. Dort machte Gerst deutlich, dass er froh sei, “auf den Schultern“ der ESA ins All zu fliegen und so die Tradition der deutschen Raumfahrt fortzuführen: “Das wird eine großartige Zeit, die auf mich wartet."

dpa

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