"Wie im Clancy-Roman"

Deutscher als Auftragskiller in USA verhaftet

New York - Fünf Männer werden in New York angeklagt, weil sie angeblich einen Drogenfahnder und seinen Informanten ermorden wollten. Zwei der fünf Ex-Soldaten sind Deutsche.

Selbst New Yorks Staatsanwalt Preet Bharara fühlte sich an einen Thriller erinnert: „Die schauderhaften Anschuldigungen in der Klageschrift lesen sich, als wären sie aus einem Roman von Tom Clancy“, sagte Bharara am Freitag (Ortszeit). Gerade hatte er nach einer filmreichen Jagd über vier Kontinente Anklage gegen fünf Ex-Soldaten erhoben, die angeblich einen US-Drogenfahnder und dessen Informanten ermorden wollten. Zwei von ihnen sind Deutsche.

Kopf der Gruppe war ein Mann, der sich Zeitungsberichten zufolge „Rambo“ (48) nennen ließ. Nach einer Karriere bei der US Army begann der Ex-Ausbilder der Anklageschrift zufolge 2004 eine zweite - als Auftragskiller. Für mehrere Morde soll er verantwortlich sein, zumeist hatte er Hilfe. Für den jüngsten Auftrag holte er sich die Unterstützung von gleich vier Kameraden: einem Amerikaner (42), einem Polen (40) und zwei Deutschen (27 und 29). Ihr Training hatten alle in der Heimat erhalten - in den regulären Armeen ihrer Länder. Die beiden Deutschen und der Pole waren Scharfschützen und trugen den Angaben zufolge bis vor wenigen Jahren noch Uniform.

Die fünf arbeiteten laut Bharara als Leibwächter für Drogenbosse, doch jeder wollte „Bonusjobs“. Das waren Morde, die extra bezahlt wurden. Für einen ganz speziellen - dem an einem US-Drogenfahnder und dessen Informanten im westafrikanischen Liberia - sollte es für alle drei 700.000 Dollar geben, plus noch einmal 100.000 für „Rambo“.

Mit ihren beiden Helfern reisten sie nach Angaben von Bharara um die Welt, schmuggelten Kokain, besorgten Maschinenpistolen („Mac, MP5, MP7, irgendetwas kleines“) und kleinkalibrige Pistolen („Schalldämpfer sind ein Muss!“) und kundschafteten ihre Opfer aus. Thailand, Mauritius, Liberia, Bahamas, New York - die Schauplätze könnten auch aus dem nächsten Bond-Film sein. Die Gangster beschafften sogar spezielle Gesichtsmasken, um aus den beiden Amerikanern und dem Deutschen drei Afrikaner zu machen.

Jedoch: Der Auftraggeber war ein verdeckter Ermittler und die fünf waren unter ständiger Beobachtung. Am Mittwoch wurden sie festgenommen: „Rambo“ in Thailand, der andere Amerikaner und der Deutsche in Liberia, die beiden Helfer aus Polen und Deutschland in Estland. In New York sollen die fünf demnächst wieder zusammentreffen - vor dem Haftrichter.

„Die Anklage gibt Auskunft über eine Szene gut ausgebildeter Scharfschützen, die sich als Söldner im Namen des Bösen anheuern lassen“, sagte Bharara. „Drei der Angeklagten waren bereit, willens und geradezu begierig darauf, kaltes Geld für einen kaltblütigen Mord zu nehmen.“ Wie kaltblütig, steht in den Ermittlungsakten. Demnach sagte der deutsche Scharfschütze, der den Mord in Liberia ausführen sollte, bei einem Treffen: „Das macht Spaß. Also mir macht das Spaß. Ich liebe diese Arbeit.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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