Ehefrau war 44 Jahre älter

Deutscher in bizarrem Mordfall vor US-Gericht

Washington - Der Fall sorgte in den USA für Aufsehen: Eine 91-jährige deutsche Journalistin wurde in Washington ermordet - jetzt ist ihr 45 Jahre jüngerer Ehemann verurteilt worden.

Weil er nach Überzeugung der Geschworenen seine 45 Jahre ältere Ehefrau erwürgt hat, ist ein Deutscher in Washington wegen Mordes verurteilt worden. Die Geschworenen kamen am Donnerstag (Ortszeit) in der US-Hauptstadt zu dem Schluss, der Angeklagte habe die 91-jährige gebürtige Düsseldorferin im August 2011 in ihrem Haus getötet. Zudem stellten die Geschworenen eine besondere Schwere der Schuld bei dem gebürtigen Kölner fest. Das Strafmaß soll im März verkündet werden.

Der inzwischen 49-jährige Angeklagte war während des Prozesses nicht im Gerichtssaal - er wurde stattdessen zugeschaltet. Wegen der Folgen eines Hungerstreiks galt er als zu schwach, um vor Gericht zu erscheinen. Sein Gesundheitszustand ist auch der Grund dafür, dass sich der Prozessbeginn um fast zwei Jahre verzögert hatte.

In den USA sorgte der Fall für viel Aufmerksamkeit. Der Täter wurde von Zeugen als Hochstapler beschrieben: Mal habe er sich als irakischer General, mal als ausländischer Spion ausgegeben. Häufig sei er in einer gefälschten Militär-Uniform durch Washington marschiert.

Das ungleiche Paar hatte 1990 geheiratet. Die Journalistin, die in Washington als Auslandskorrespondentin tätig war, hatte in der US-Hauptstadt ausgezeichnete Kontakte zu hochrangigen Gesellschaftsmitgliedern gepflegt, wie die „Washington Post“ beschrieb.

2011 wurde sie tot in ihrem Badezimmer im noblen Stadtteil Georgetown gefunden. Ihr Mann behauptete, sie sei gestürzt. Die Obduktion deutete aber auf Schläge und Erwürgen hin. Die Verteidigung hatt vor Gericht argumentiert, es gebe keine Beweise für die Tat. Ihr Mandat hatte sich zuvor bereits mehrfach wegen Gewalttaten vor Gericht verantworten müssen.

Für die Staatsanwaltschaft war die Tat ein „besonders grausamer Mord“ aus Geldgier. Die beiden Töchter des Opfers brachen bei der Urteilsverkündung im Gericht in Tränen aus.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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