Deutscher an der Costa Blanca entführt und ermordet

- Alicante - Ein deutscher Urlauber ist Presseberichten zufolge nahe Alicante an der spanischen Costa Blanca von Gangstern entführt, misshandelt und ermordet worden. Die Leiche des 67-jährigen Versicherungsunternehmers aus dem Sauerland sei vor knapp zwei Wochen in einem Landhaus in der Gemeinde Monforte del Cid gefunden worden, berichtete die deutschsprachige "Costa Blanca Rundschau" am Donnerstag.

Der Mann sei mit seinem Wagen aus Deutschland angereist, um in der Gegend Freunde zu besuchen. Er kam jedoch nie bei ihnen an.

Der genaue Tathergang sei bislang nicht bekannt. Die Leiche des Deutschen sei in einem Landhaus nahe der Autobahn Madrid-Alicante entdeckt worden, dessen Eigentümer zur Tatzeit nicht daheim war. Der Mann war an den Füßen gefesselt und schwer misshandelt worden, wie es weiter hieß. Er sei vermutlich an diesen Verletzungen gestorben. Seine Entführer hätten offensichtlich versucht, Informationen aus ihm herauszupressen. Geldbörse, Ausweispapiere und sein Handy fehlten.

Am Tag nach der Entführung seien an einem Geldautomaten in der Innenstadt von Alicante von seinem EC-Kartenkonto 590 Euro abgehoben worden. "Kein Preis für ein Menschenleben", schrieb die Familie in einer Mitteilung. Die zuständige Untersuchungsrichterin verhängte eine Nachrichtensperre. Noch ist unklar, wo der Deutsche in die Gewalt seiner Peiniger geriet. Möglich seien sowohl eine gezielte Falle als auch ein Überfall auf einer Raststätte, hieß es weiter.

An der Costa Blanca hat es in den vergangenen Monaten wiederholt Einbrüche in Villen wohlhabender Spanier und Ausländer gegeben. Im September 2004 war bei Jåvea ein Deutscher in seinem Haus ermordet worden. Auch häufen sich so genannte "Express-Entführungen", bei denen die Opfer einige Zeit festgehalten werden, um etwa an die Geheimnummern ihrer Bankkarten zu kommen.

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