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In Australien

Deutscher von Dingo schwer verletzt

Sydney - Folgenschwerer Streifzug eines Deutschen auf Australiens Fraser-Insel: Der Mann schlief ein und wurde von einem Dingo angegriffen.

Ein Dingo hat einen deutschen Touristen an der Ostküste Australiens angefallen und schwer verletzt. Der Wildhund habe dem 23-Jährigen in Kopf, Arme und Beine gebissen, meldete die Nachrichtenagentur AAP am Samstag. Der Angriff geschah am frühen Morgen (Ortszeit) auf der Insel Fraser, der größten Sandinsel der Welt rund 1000 Kilometer nördlich von Sydney. Wie die Nationalparkverwaltung mitteilte, hatte der 23-Jährige zuvor seinen Campingplatz verlassen und die Orientierung verloren. Er sei dann alleine auf einem Pfad eingeschlafen.

Der junge Mann wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus des Bundesstaates Queensland geflogen. “Sein Zustand ist stabil“, sagte ein Sprecher der örtlichen Gesundheitsbehörde. Er werde nicht allzu lange im Krankenhaus bleiben müssen. Über die genaue Identität und Herkunft des Deutschen konnte er nichts sagen.

“Dieser Vorfall dient als Mahnung, dass Dingos wilde Tiere sind und als solche behandelt werden müssen“, sagte der örtliche Chef der Nationalparkverwaltung, Ross Belcher. Gleichzeitig rief er dazu auf, die Wildhund-Warnungen seiner Behörde zu beachten. So sollen die Tiere auf keinen Fall gefüttert werden. Nach dem Angriff auf den Deutschen verstärkten Ranger ihre Patrouillen in dem Gebiet.

Auf der Insel Fraser war 2001 ein Neunjähriger von zwei Dingos getötet worden. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder wurde verletzt. 1980 starb in Zentral-Australien ein wenige Wochen altes Mädchen, nachdem ein Wildhund das Baby während eines Campingurlaubs aus dem Zelt seiner Eltern verschleppt hatte. Die Polizei hatte zunächst die Mutter für den Tod des Kindes verantwortlich gemacht. Sie kam wegen Mordes ins Gefängnis, wurde aber später freigesprochen. Das endgültige Urteil in dem spektakulären Fall fiel erst im Juni dieses Jahres.

Die etwa schäferhundgroßen Dingos gehören in Australien nicht zu den einheimischen Tieren wie Kängurus oder Koalas. Die sandfarbenen Vierbeiner hatten nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern vor rund 3500 bis 4000 Jahren entweder Ureinwohner oder Seeleute aus Südostasien eingeführt.

dpa

Stichwort: Dingos - australische Wildhunde

Die australischen Wildhunde Dingos (lateinisch: Canis Lupus Dingo) sind keine einheimischen Tiere des fünften Kontinents. Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern hatten Aborigines (Ureinwohner) sie vor 3500 bis 4000 Jahren aus Südostasien eingeführt. Die mit einer Rückenhöhe von rund 50 Zentimetern etwa schäferhundgroßen Tiere werden 10 bis 20 Kilogramm schwer. Insgesamt leben 200 000 bis 350 000 Dingos in Sandwüsten oder Buschland des unzugänglichen Landesinneren.

Die meist sandfarbenen Dingos werden bis zu zehn Jahre alt. Ihre Paarungszeit fällt in den Herbst oder Winter. Nach etwa zwei Monaten Tragzeit werden drei bis fünf Junge in einer Felsspalte oder selbst gegrabenen Sandhöhle zur Welt gebracht. Besonders bei Trockenheit finden die Dingos in der Wildnis nicht genug Beute und reißen Nutztiere. Bereits in den 1920er Jahren wurden Maschendrahtzäune von mehr als 5000 Kilometern Länge gebaut, um Schaf- und Rinderherden im fruchtbaren Süden Australiens vor Wildhund-Rudeln zu schützen. Immer wieder werden Dingo-Angriffe auf Menschen gemeldet.

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