Gestrandet in São Paulo

Frauen-Anpöbler vom Flughafen wird nach Deutschland abgeschoben

São Paulo - Ein seit drei Monaten im Flughafen von São Paulo lebender Deutscher wird nach mehreren Pöbelattacken gegen Frauen abgeschoben.

„Er befindet sich derzeit in der Polizeistation des Flughafens Guarulhos“, sagte ein Sprecher der Zivilpolizei der Deutschen Presse-Agentur. Er sei am Freitag hierhin gebracht worden, um weitere Attacken zu vermeiden. Mit einem Flug der Lufthansa werde er am Sonntag von São Paulo aus nach Frankfurt ausgeflogen - ihn würden dabei Polizisten aus Deutschland begleiten. Der Deutsche habe psychische Probleme und habe zuletzt keine Medikamente mehr gehabt.

Er hatte im Dezember in São Paulo einen Anschlussflug nach New York verpasst, von wo es nach Frankfurt gehen sollte. Da er kein Geld für den Kauf eines neuen Tickets hatte, blieb er in dem Flughafen. Mit seinem Gepäck hielt er sich meist im offen zugänglichen Bereich in der Nähe der Check-in-Schalter auf und schlief auch dort. Zum Teil soll sich der 44-Jährige mit Essenabfällen versorgt haben. Nach drei Monaten war nun sein 90-tägiges Touristenvisum abgelaufen, hinzu kamen die Attacken gegen Frauen und Mitarbeiter des Flughafens.

Auf einem Video einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie er plötzlich aufsteht und eine Frau, die gerade in ihr Telefon tippt, anpöbelt und ihr mit beiden Händen Schläge androht. Ein anderes Mal attackiert der rund zwei Meter große, kräftige Mann eine Frau, die am frühen Morgen durch eine Schiebetür das Flughafengebäude betritt. Das Deutsche Generalkonsulat São Paulo stand zuletzt in engem Kontakt mit dem Betroffenen und den zuständigen brasilianischen Behörden.

dpa

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