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Deutscher stirbt bei Waldbrand in Griechenland

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- Athen/Thessaloniki - Ein 41 Jahre alter deutscher Tourist ist bei der Flucht vor einem außer Kontrolle geratenen Waldbrand auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki ums Leben gekommen. Der Mann aus Hessen sei beim Versuch, sich auf ein Boot zu retten ins Meer gefallen und ertrunken, teilte der Direktor des örtlichen Krankenhauses, Dimitris Pachtas, mit.

Zuvor sei es ihm noch gelungen, seine Frau und sein Kind aufs Boot zu bringen. Die Leiche des Deutschen sei zur Obduktion nach Thessaloniki gebracht worden, hieß es. Ein 80-jähriger Grieche erlitt nach Angaben von Ärzten während des Feuers einen Herzinfarkt und starb.

Rund 40 Menschen sind nach offiziellen Angaben mit Verbrennungen und Atembeschwerden in Krankenhäuser gebracht worden, niemand ist jedoch in Lebensgefahr. Unterdessen ist das Feuer am Dienstag unter massivem Einsatz von Löschflugzeugen und Löschhubschraubern größtenteils unter Kontrolle gebracht worden. Einige Glutnester flammten jedoch wieder auf. Die Feuerwehr war am Dienstagnachmittag im Raum des kleinen Hafens Nea Skioni im Einsatz. Dort bedrohten die Flammen erneut einige abgelegene Häuser.

Die Botschaften rieten ihren Landsleuten, in ihre Hotels zurückzukehren. Die größte Gefahr sei vorbei. In den Hotels seien sie leichter aufzufinden, falls sie aus der Region abreisen wollen. Das deutsche Konsulat in Thessaloniki richtete einen Krisenstab ein und kümmerte sich in Zusammenarbeit mit den Reiseunternehmen um die Touristen, teilte das Auswärtige Amt mit.

Am Dienstagmorgen offenbarte sich das Ausmaß des Brandes: «Ich traue meinen Augen nicht», sagte der Pilot eines Löschflugzeugs. Weite Teile der Kassandra, des westlichen Ausläufers der Halbinsel Chalkidiki, seien verkohlt, schilderte er in einem Gespräch mit dem griechischen Rundfunk. Nach ersten Schätzungen der Bürgermeister der Region seien mehr als 50 Häuser vollständig zerstört worden. Weitere 300 Gebäude seien beschädigt. Zudem seien mindestens 5000 Hektar Wald und Busch sowie landwirtschaftlich genutzte Fläche zerstört worden. «Es ist eine biblische Katastrophe», sagten die Bürgermeister der Region.

In der Nacht hatten sich dramatische Szenen auf Kassandra abgespielt: Hunderte Einwohner und Urlauber flüchteten aus ihren Häusern, aus Hotels und Zelten vor den Flammen. «Menschen liefen hin und her. Kinder schrien. Touristen und Einheimische flohen zum Strand. Wir konnten nicht atmen. Sowas zu erleben, wünsche ich meinem schlimmsten Feind nicht», sagte eine Frau aus dem Dorf Hanioti im Fernsehen. Küstenwache und Fischer brachten mehr als 1100 Menschen, darunter 250 Kinder, mit Booten von den Stränden weg.

Zu den Ursachen des Brandes lagen unterschiedliche Schätzungen vor. Die Feuerwehr führte sie auf Blitzeinschläge zurück. Einige Einwohner machten im Fernsehen Bodenspekulanten verantwortlich für die Katastrophe.

Im Südwesten der Türkei kämpfen unterdessen Löschmannschaften weiterhin gegen zwei größere Waldbrände. Touristische Gebiete sind von den Feuersbrünsten allerdings nicht betroffen. Im Hinterland des Urlaubsortes Bodrum stehen rund 600 Hektar Wald in Flammen, wie türkische Fernsehsender am Dienstag berichteten. Auch im Südwesten Mazedoniens tobt seit Montag ein großer Waldbrand in einem schwer zugänglichen Gebiet.

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