Personal in einem Krankenhaus in Großbritannien zieht eine Spritze mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff gegen das Coronavirus auf. (Symolbild)
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Eigentlich müssen Deutsche noch auf ihre Coronavirus-Impfung warten...

Ein besonderer Moment?

Erster Deutscher erhält Corona-Impfung: „Mit gutem Beispiel vorangehen“

  • vonVeronika Silberg
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Während das Corona-Impfen in den USA und England schon angelaufen ist, wartet Deutschland noch auf die EMA-Zulassung. Ein Kölner wurde trotzdem schon geimpft.

  • Ein Kölner hat Corona-Geschichte geschrieben
  • Als erster Deutscher Staatsbürger erhielt er am Samstag den BioNTech/Pfizer-Impfstoff
  • Bald wird er selbst zahlreiche Patienten impfen

Ein klein bisschen historisch muss es sich angefühlt haben: Das in die Schlange stellen, das Ärmel hochkrempeln und das Pieksen der Nadel unter der Haut. Christoph Kollmeier ist 44, hat einen deutschen Pass und um 18.57 Uhr Ortszeit hat er am Samstag seine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. „Ich habe mich seit dem Morgen um einen Impftermin bemüht. Doch die drei Telefonleitungen waren dauerbesetzt. Dann hat es doch geklappt“ erklärt Kollmeier im Bild-Interview.

Natürlich wird der 44-jährige Kölner nicht in seiner Heimatstadt geimpft. In Deutschland warten wir schließlich noch auf die Zulassung der zuständigen europäischen Arzneimittel-Agentur, kurz EMA. Die Behörde wird voraussichtlich am 21. Dezember über den Impfstoff von BioNTech/Pfizer entscheiden. Genau wie Kanada und die USA hat Großbritannien aber seine Zulassung bereits hinter sich und so finden hier seit 8. Dezember bereits die weltweit ersten Massenimpfungen gegen das Coronavirus statt. Los geht es dabei mit über-80-Jährigen. Weil Dr. Christoph Kollmeier aber in Langport, 200 km westlich von London als Hausarzt arbeitet, ist er einer der Glücklichen - trotz Alter und Pass.

Erster Deutscher bekommt Coronavirus-Impfung: Das steckt dahinter

Schuld sind außerdem die Lagerbedingungen des Impfstoffes. Der muss bei minus 70 Grad transportiert werden. Wird er der Lieferkette entnommen, muss er rechtzeitig verwendet werden. Einem nahegelegenen Krankenhaus in Yeovil passierte am Wochenende genau das: Die Kühlkette wurde unterbrochen und 700 Impfdosen von Pfizer/BioNTech mussten so schnell wie möglich verbraucht werden. Nach einer E-Mail-Benachrichtigung bemühten sich Kollmeier und einige Kollegen um einen Impf-Termin.

Für den Transport muss der Coronavirus-Impfstoff von Biontech momentan noch bei unter Minus 70 Grad transportiert werden. Hierfür werden spezielle Tiefkühl-Behälter mit Trockeneis befüllt.

Als klinischer Direktor ist Kollmeier selbst bald für die Impfung von ca. 50.000 Patienten verantwortlich: „Das wird in den nächsten Tagen rund um Weihnachten schwieriger. Aber wir werden gut vorankommen,“ erklärt der Mediziner im Interview mit dem Onlineportal Express. Warum ihm die frühe Impfung so wichtig war, erklärt Kollmeier weiter: „Ich sehe, wie Menschen an Corona sterben. Und wer nicht stirbt, dem geht es viele Wochen lang sehr schlecht. Deshalb wollte ich mich zu meinem eigenen, aber besonders auch zum Schutze aller anderen impfen lassen. Zudem will ich als Arzt für meine Patienten mit gutem Beispiel vorangehen. Sie sollen wissen: Wenn der Doktor sich impfen lässt, sollte ich das auch.“

Bisher keine Nebenwirkungen: Erster Deutscher bekommt Impfung gegen das Coronavirus

Es ist ein passender Zufall das der erste Deutsche mit einer Coronavirus-Impfung, genau wie der Entwickler des Impfstoffes, Ugur Sahin, ein Kölner ist. Nebenwirkungen hat er nach eigenen Angaben bisher nicht. Wie die ganze Welt hofft er auf eine Besserung der Lage ab nächstem Frühjahr.

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