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Fürchterliches Lawinen-Wochenende in den Alpen: Viele Tote in Österreich und Südtirol

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Von: Christina Denk, Nadja Zinsmeister, Martina Lippl

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In den Alpen kam es zu zahlreichen Lawinen-Unglücken. Einsatzkräfte konnten einige Skifahrer nur noch tot bergen. Am Sonntag wurden die Leichen von weiteren Wintersportlern entdeckt.

Update vom 5. Februar, 21.54 Uhr: Wie die Landespolizei Tirol mitteilte, wurde am Sonntag eine weitere Lawine in Schmirn, Bezirk Innsbruck-Land ausgelöst und hat dabei zwei Personen vollständig verschüttet. Eine sechsköpfige Freundes-Gruppe von Skitourengehern war zuvor in Richtung des Berges „Hohe Warte“ unterwegs gewesen. Dabei hatte die Gruppe aufgrund der hohen Lawinengefahr von Beginn an nicht vorgehabt, die Tour bis zum Gipfel fortzuführen. Nach einiger Zeit haben die sechs Freunde schließlich entschieden, die Tour abzubrechen und zurück ins Tal zu fahren. Dabei achteten sie darauf, jeweils alleine zu fahren, um keine Lawine auszulösen.

Bei der vierten Person, einem 53-jährigen Tiroler, ereignete sich jedoch schließlich eine Fernauslösung des Hanges. Der Mann wurde dabei nur teilverschüttet und konnte sich selbst befreien. Drei der Freunde, die etwas unterhalb auf den Rest der Gruppe gewartet hatten, versuchten der Lawine zu entkommen, dabei wurden jedoch zwei Frauen im Alter von 54 Jahren und 49 Jahren vollständig verschüttet. So ragte jeweils nur noch eine Hand der Innsbruckerin bzw. Deutschen aus dem Schnee. Beide konnten daraufhin von einer weiteren Person aus der Gruppe befreit werden.

Bei dem Vorfall wurde die 49-jährige Deutsche leicht am Handgelenk verletzt, der 53-jährige Tiroler musste hingegen mit einer Knieverletzung mit dem Notarzthubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden.

Traurige Wochenend-Bilanz für Österreich und Südtirol: Acht Menschen sterben bei Lawinenunglücken

Update vom 5. Februar, 20.35 Uhr: Österreich und Südtirol müssen nach diesem Wochenende eine traurige Bilanz ziehen. Zahlreiche Lawinen wurden auf etlichen Ski-Pisten seit Freitag ausgelöst, allein am Samstag gingen in der Tiroler Leitstelle 30 Lawinenmeldungen ein. Bei elf von ihnen vermute man eine Personenbeteiligung, in neun Fällen wurden Personen teilweise oder ganz verschüttet.

Während im Bezirk Kitzbühel ein 15-Jähriger am Freitag noch mit schweren Verletzungen davon kam, überlebten zahlreiche Skifahrer die Lawinen am Wochenende nicht. Acht Menschen kamen insgesamt ums Leben. Am Freitag wurde im Tiroler Ötztal ein 32-jähriger chinesischer Skifahrer durch die Schneemassen getötet, am Samstag starb ein 17-jähriger Skifahrer aus Neuseeland bei einer Lawine im Zillertal.

Im Kaunertal wurde ein Skitourengeher am Samstag als vermisst gemeldet, als sein Hund alleine ohne sein Herrchen nachhause zurückkehrte. Der 62-Jährige konnte daraufhin nur noch tot geborgen werden. Ebenso ein Schneepflugfahrer in Osttirol, der bei Räumarbeiten auf seinem Traktor von einer Lawine erfasst und getötet wurde.

Eine 31-Jährige Skitourengeherin aus Bayern war ebenfalls am Samstagvormittag am Limojoch in Südtirol mit einer weiteren Frau unterwegs, als eine Lawine abging. Während ihre Begleitung unverletzt blieb, verstarb die junge Bayerin. Am Sonntagvormittag wurden ein Skiführer (29) und ein österreichischer Gast (33) in St. Anton am Arlberg tot geborgen worden. Die beiden galten bereits seit Samstag als vermisst, doch die hohe Lawinengefahr machte es für Einsatzkräfte in vielen der Fälle unmöglich, Suchaktionen auszuführen.

Die bislang letzte Lawine ereignete sich am Sonntagvormittag, auch hier waren drei Menschen beteiligt, von denen einer von den Schneemassen verschüttet wurde. Trotz einer Rettungsaktion ist die Person jedoch verstorben. In den vergangenen Tagen galt in Tirol die Lawinen-Warnstufe 4 auf einer Skala von 5.

Ein Helikopter überfliegt ein Berggeländer im Gebiet von Längenfeld nach einem Lawinenabgang. Mehrere Menschen sind am Wochenende in den Bergen von Lawinen getötet worden.
Ein Helikopter überfliegt ein Berggeländer im Gebiet von Längenfeld nach einem Lawinenabgang. Mehrere Menschen sind am Wochenende in den Bergen von Lawinen getötet worden. © Zoom.Tirol/dpa

Lawinen-Abgang im Ötztal

Update vom 5. Februar, 13.55 Uhr: In Tirol (Österreich) sind die Bergretter wegen Lawinen weiter gefordert. Im Ötztal kam es am Sonntagvormittag zu einem tödlichen Lawinendrama. In Längenfeld war im Gebiet des Geigenkamms gegen 10.25 ein Lawinenabgang gemeldet worden. Drei Wintersportler waren beteiligt – eine von ihnen wurde verschüttet. Zunächst war dieser laut Leitstelle aus den Schneemassen gerettet worden, berichtet das ORF. Laut Polizeiangaben ist die Person nun jedoch verstorben.

Lawinentote in Österreich: Leichen von zwei Wintersportlern in St. Anton am Arlberg geborgen

Update vom 5. Februar, 12.58 Uhr: Die Leichen von zwei verschütteten Wintersportlern sind am Sonntagvormittag in St. Anton am Arlberg entdeckt worden, berichtet das ORF. Die beiden waren am Samstag gegen 10.30 Uhr von einer Schneebrettlawine im freien Gelände auf der Variantenabfahrt „Törli“ verschüttet worden. Der Sucheinsatz musste wegen zu hoher Lawinengefahr am Samstag unterbrochen werden. Selbst nach einer Lawinensprengung war die Suche für die Bergretter zu gefährlich. Am Sonntag, bei einem weiteren Versuch, wurden Leichen der beiden Vermissten – ein Skiführer (29) und ein österreichischer Gast (33) – aus den Schneemassen geborgen.

Tourengeherin (31) aus Bayern bei Lawine in Südtirol tödlich verunglückt

Update vom 5. Februar, 11.58 Uhr: Der Neuschnee in den Alpen hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Eine deutsche Skitourengeherin ist in Südtirol bei einem Lawinenabgang gestorben, wie die Südtiroler Bergrettung mitteilt. Die 31-Jährige aus Bayern war am Samstagvormittag am Limojoch mit einer weiteren Frau unterwegs, als eine Lawine abging.

Die 31-jährige Skitourengeherin wurde unter den Schneemassen in einer Tiefe von etwa 2,5 Metern gefunden. Wiederbelebungsmaßnahmen seien laut den Bergrettern erfolglos geblieben. Die zweite Frau sei unverletzt geblieben und wurde von Notfallseelsorgern betreut.

„Die Lawine an sich war nicht sonderlich groß, etwa 50 auf 70 Meter und das Gelände auch nicht sonderlich steil“, schreibt die Bergrettung auf Facebook. Eine andere Gruppe deutscher Tourengänger war den beiden Frauen sofort zur Hilfe geeilt.

Südtirol: Skitourengeherin (31) aus Bayern bei Lawine tödlich verunglückt.
Südtirol: Skitourengeherin (31) aus Bayern bei Lawine tödlich verunglückt. © Facebook Screenshot/ Soccorso Alpino Alto Adige

40 Einsatzkräfte der Bergrettung rückten mit Motorschlitten, Raupenfahrzeugen und einem Rettungshubschrauber zur Unglücksstelle aus. Diese lag rund 80 Kilometer östlich von Bozen, nahe der Grenze zur Region Venetien. Der Helikopter musste nach Angaben der Bergrettung jedoch wegen Windböen bis zu 120 Kilometern je Stunde wieder zurückfliegen.

Österreich: Zwei weitere Lawinentote in Tirol

Update vom 5. Februar, 10.53 Uhr: Sein Hund war alleine am Samstag nach Hause gekommen. Nun herrscht wohl bei einem weiteren Lawinenopfer traurige Gewissheit. Bei einer Suchaktion in Kaunerberg (Bezirk Landeck) ist laut dem ORF eine Leiche unter Schneemassen geborgen worden. Dabei soll es sich um den 62-jährigen vermissten Skitourengeher handeln. In St. Anton am Arlberg (Österreich) geht die Suche nach zwei Verschütteten weiter.

Besonders tragisch auch: Ein Schneepflugfahrer in Osttirol ist von einer Lawine erfasst worden. Der Mann konnte nach einer Suchaktion in der Nacht nur noch mehr tot geborgen werden, teilt die Polizei Tirol am Sonntag mit. Bei Schneeräumarbeiten im Debanttal (Bezirk Lienz) ist der Mann am Samstag mit seinem Traktor von einer Lawine verschüttet worden. Der Notarzt habe nur mehr der Tod des Vermissten feststellen können. Weitere Details zum Unfall sind zunächst noch unbekannt.

Lawinentote in Österreich: Retter bergen jungen Skifahrer – dramatische Suche nach drei Verschütteten läuft

Update vom 5. Februar, 8.47 Uhr: Die Lawinenlage in Österreich ist heikel. Es gibt bereits mehrere Todesopfer. Die Suche nach drei Verschütteten musste am Samstag am Arlberg in St. Anton sowie in Kaunerberg ( Bezirk Landeck) unterbrochen werden – zu gefährlich. Am Sonntag soll die Suche fortgesetzt werden.

Lawinenunglücke in Österreich: Suche nach Verschütteten zu gefährlich

In St. Anton am Arlberg löste sich am Samstag gegen 10.30 Uhr eine Schneebrettlawine. Ein Skiführer (29) und ein 33-jähriger Österreicher wurden von der Lawine im freien Gelände auf der Variantenabfahrt „Törli“ mitgerissen, berichtet die Polizei. Beide wurden komplett verschüttet. Die Lawinenpiepser der beiden wurden laut ORF durch einen Hubschrauberüberflug geortet. Aufgrund der hohen Lawinengefahr war ein sofortiger Sucheinsatz am Samstag unmöglich. Auch nach einer Lawinensprengung war die Situation in diesem Bereich zu gefährlich.

In Tirol wurden am Samstag in der Leitstelle bis 17.30 Uhr 30 Lawinenabgänge gemeldet, vermutlich wurden in neun Fällen Personen teilweise oder ganz verschüttet.

Skitourengeher unter Lawine vermutet: Hund kam allein nach Hause zurück

Im Kaunertal wird ein Skitourengeher unter einer Lawine vermutet. Nachdem der Hund des 62-Jährigen gegen 13.30 Uhr am Samstag allein nach Hause gekommen war, alarmierte die Familie die Einsatzkräfte. Der Vermisste wird unter einer Lawine auf der Südostseite der Hohen Aifnerspitze vermutet. Eine Suchaktion mittels LVS-Gerät, unter Beteiligung des Polizeihubschraubers, der Alpinpolizei und einem Lawinenhundeführer mit Suchhund verlief der Polizei zufolge ergebnislos. Doch auch hier war eine Bodensuche der Alpinpolizei und der Bergrettung Kaunertal wegen der akuten Lawinengefahr in dem steilen und weitläufigen Gelände vorerst zu gefährlich. Am Samstagabend stellten die Rettungskräfte gegen 17.30 Uhr die Suche ein. Am Sonntag soll sie fortgesetzt werden.

Bei einem Lawinentoten in Kaltenbach im Skigebiet Hochzillertal handelt es sich um einen 17-jährigen Urlauber aus Neuseeland (siehe Erstmeldung). Der Jugendliche war offenbar abseits der gesperrten Piste Nr. 3 gefahren. Er wurde von der Pistenrettung und Angehörigen am Samstagmittag tot geborgen.

Lawinenunglücke in Österreich: In St. Anton am Arlberg geht die Suche nach Verschütteten am Sonntag weiter.
Lawinenunglücke in Österreich: In St. Anton am Arlberg geht die Suche nach Verschütteten am Sonntag weiter. © Austria OUT/afp

Lawinentote in Österreich: Einsatzkräfte bergen jungen Skifahrer – bereits der Zweite in kurzer Zeit

Erstmeldung vom 4. Februar 2023: Zillertal – In großen Teilen Österreichs herrscht die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Einige Skifahrer sind in den letzten Tagen von den Pisten abgewichen – und konnten nur noch tot geborgen werden. Selbst die Suchen sind durch die Lawinengefahr teilweise stundenlang nicht möglich.

Österreich: Einsatzkräfte bergen jungen Skifahrer tot – bereits der Zweite

Trotz aller Warnungen vor großer Lawinengefahr haben Skifahrer in Österreich mit teils tödlichen Folgen die gesicherten Pisten verlassen. Im Zillertal in Tirol konnte laut Polizei am Samstag (4. Februar) ein junger Skifahrer nur mehr tot unter den Schneemassen geborgen werden.

Zuvor war ein seit Freitagabend vermisster Wintersportler im Kleinwalsertal leblos unter einer Lawine gefunden worden. „Die Leute sind sehr unverantwortlich unterwegs und immer wieder im freien Skiraum - sie glauben es einfach nicht“, sagte ein Behördensprecher in Vorarlberg.

Weitere Suchaktionen und geborgene Skifahrer: Suche zeitweise unterbrochen

Am Arlberg wurde am Samstag eine Suchaktion nach zwei möglicherweise verschütteten Skifahrern mehrere Stunden lang unterbrochen, weil für die Rettungskräfte die Gefahr weiterer Lawinen zu groß geworden war. Ebenfalls am Arlberg wurde ein 15-jähriger Wintersportler nach einem Lawinenabgang im freien Skiraum nach einer Viertelstunde unter dem Schnee lebend geborgen und ins Krankenhaus geflogen.

Aufgrund drohender Lawinen waren in Österreich am Samstag 17 Straßen gesperrt, wie hier in der Steiermark.
Aufgrund drohender Lawinen waren in Österreich am Wochenende Straßen gesperrt (hier: Steiermark). Auch Skifahrer wurden unter den Schneemassen begraben. © Energienetze Steiermark/APA/dpa

In Tirol war bereits am Freitag im Ötztal ein 32-jähriger chinesischer Skifahrer unter einer Lawine ums Leben gekommen, im Bezirk Kitzbühel wurde ein 15-Jähriger von einer Lawine mitgerissen und schwer verletzt. Auch der Straßenverkehr war erheblich behindert. Der Verkehrsclub ÖAMTC zählte vormittags 17 Straßensperren wegen Lawinengefahr. 

Neuschnee und Lawinengefahr: Auch in Deutschland wird vor abgehenden Schneemassen gewarnt

In den vergangenen Tagen war in Österreich regional mehr als ein Meter Neuschnee gefallen. Reisende und Wintersportler wurden vielfach zur Vorsicht aufgerufen. Doch nicht nur in den österreichischen Skigebieten ist Umsicht geboten. Auch in Deutschland wird am Wochenende (4. und 5. Februar) deutlicher Neuschnee erwartet. Es droht auch hier Lawinen-Gefahr. Das dürfte allerdings nur ein kurzes Wintervergnügen werden. Anschließend ist eine sonnige Wetteränderung angekündigt. (chd/dpa)

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