Zahlreiche Menschen stehen am Brandenburger Tor
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Deutschland gehört zu den einflussreichsten Staaten Europas

Die Bundesrepublik im Überblick

Deutschland: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Als Staat vereint ist Deutschland erst seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Fest verankert in der EU und Europa ist die BRD schon seit der Gründung der Montanunion im Jahr 1951.

  • Deutschland ist der bevölkerungsreichste Staat Europas.
  • Als Mitglied wichtiger internationaler Organisationen und Zusammenschlüsse spielt die Bundesrepublik global eine bedeutende Rolle.
  • Insgesamt leben in Deutschland 82,6 Millionen Menschen, 18,9 Millionen davon mit Migrationshintergrund.

Berlin – Jedes Jahr am 3. Oktober wird in Berlin und anderen deutschen Städten der Tag der Deutschen Einheit begangen. Der gesetzliche Feiertag erinnert in Deutschland an die deutsche Teilung und an die Wiedervereinigung im Jahr 1990.

Der Staat Deutschland in Europa und der Welt

Deutschland ist ein föderaler Bundesstaat, der sich seit dem Jahr 1990 aus 16 Bundesländern zusammensetzt:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Mit 82,6 Millionen Einwohnern ist Deutschland der bevölkerungsreichste Staat der EU. Flächenmäßig liegt er nach Frankreich, Spanien und Schweden an vierter Stelle.

Das Land gehört zu den Gründungsstaaten der EU und ist seit 1990 Mitglied der Europäischen Währungsunion. Deutschland zählt zu den einflussreichsten EU-Mitgliedern und spielt auch global eine bedeutende politische Rolle: Die Bundesrepublik ist Mitglied internationaler Organisationen, Zusammenschlüsse und Bündnisse wie der UNO, dem Europarat, der OECD, der NATO, der G7 sowie der G20.

Wirtschaftlich gesehen ist Deutschland die größte Volkswirtschaft in Europa und liegt global an vierter Stelle – nach den USA, China und Japan.

Deutschland: Geografie und Klima

Deutschland liegt im Herzen Europas: Kein anderer europäischer Staat hat so viele Nachbarn wie die Bundesrepublik, die an insgesamt neun Länder grenzt:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Frankreich
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Schweiz
  • Tschechien

Deutschland profitiert von einer sehr abwechslungsreichen Geografie: Das nördlichste Bundesland Schleswig-Holstein grenzt gleich an zwei Meere, die Ost- und die Nordsee. Im Süden, im Bundesland Bayern, liegt ein Teil des höchsten europäischen Gebirges, der Alpen. Auch bedeutende Mittelgebirge hat die Bundesrepublik zu bieten. Zu den höchsten Mittelgebirgen zählen:

  • Bayerischer Wald
  • Erzgebirge
  • Fichtelgebirge
  • Harz
  • Schwäbische Alb
  • Schwarzwald
  • Thüringer Wald

Der höchste Gipfel Deutschlands ist die Zugspitze in den Alpen mit einer Höhe von 2.962 Metern. In Mitteleuropa ist die BRD außerdem das Land mit dem größten Anteil an Waldfläche: Insgesamt 11,4 Millionen Hektar des Bundesgebiets sind mit Wald bedeckt – das ist knapp ein Drittel der Fläche Deutschlands.

Die sechs wichtigsten Flüsse des Landes sind:

  • Donau
  • Elbe
  • Oder
  • Rhein
  • Weser

Die Bundesrepublik zeichnet sich durch ein gemäßigtes Klima mit sommerlichen Temperaturen bis über 30 °C und Wintertemperaturen bis unter den Gefrierpunkt aus. Der meiste Niederschlag fällt in der Regel im Herbst und im Winter.

Deutschlands wichtigste Städte und Metropolregionen

Bevölkerungsreichste Stadt und seit dem Jahr 1990 Hauptstadt von Deutschland ist Berlin mit ca. 3,7 Millionen Einwohnern. In der Metropolregion Berlin/Brandenburg leben heute insgesamt sechs Millionen Menschen. Zur Zeit der deutschen Teilung war die Hauptstadt der Bundesrepublik Bonn und die der Deutschen Demokratischen Republik Ost-Berlin.

Die fünf größten Städte des Landes sind nach Berlin die folgenden:

  • Hamburg
  • München
  • Köln
  • Frankfurt am Main
  • Düsseldorf

Zu den wichtigsten Metropolregionen gehören diese:

  • Ruhrgebiet
  • Region Köln-Bonn
  • Metropolregion Rhein-Neckar
  • Metropolregion Frankfurt
  • Metropolregion Hamburg

Deutschland: Geschichte und Politik seit 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt: die englische, amerikanische, französische und sowjetische Besatzungszone. Am 23. Mai 1949 wurde in den drei westlichen Besatzungszonen die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Hauptstadt und Regierungssitz wurde Bonn, erster Bundeskanzler war der Kölner Politiker Konrad Adenauer.

Nur fünf Monate später, am 7. Oktober 1949, wurde in der sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik mit der Hauptstadt Ost-Berlin gegründet. Erster Präsident der DDR war Wilhelm Pieck.

Zu dieser Zeit der deutschen Geschichte erkannten die beiden Staaten den jeweils anderen nicht an und standen unter Kontrolle der jeweiligen Besatzungsmächte.

Meilensteine der deutsch-deutschen Geschichte

Zu den wichtigsten Meilensteinen der deutsch-deutschen Geschichte bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990 gehören folgende Ereignisse:

JahrEreignis
17. Juni 1953Volksaufstand in der DDR, Niederschlagung durch die Sowjetarmee
1955Beitritt der BRD in die NATO, Beitritt der DDR zum Warschauer Pakt
1961Mauerbau in Ost-Berlin
1968Studentenbewegung in der BRD
1968Prager Frühling, Proteste in der DDR wurden im Keim erstickt
1970erste Gipfeltreffen zwischen dem westdeutschen Bundeskanzler Willy Brandt und dem ostdeutschen Ministerpräsidenten Willi Stoph in Erfurt und Kassel
1971Viermächteabkommen über Berlin
1972Grundlagenvertrag zwischen der DDR und der BRD, gegenseitige Anerkennung
1973Beitritt beider Staaten zur UNO
1979NATO-Doppelbeschluss
Herbst 1989Beginn der Montagsdemonstrationen in Leipzig
9. November 1989Öffnung der Berliner Mauer
18. März 1990freie Wahlen in der DDR
1. Juli 1990Währungsunion
3. Oktober 1990Wiedervereinigung beider deutschen Staaten durch den Beitritt der DDR zur BRD

Der 3. Oktober ist heute in Deutschland Nationalfeiertag und wird in vielen deutschen Städten mit Gedenkfeiern begangen.

Deutschlands jüngere Geschichte nach 1990

Im 1991 in Kraft getretenen Zwei-plus-Vier-Vertrag wird die sogenannte deutsche Frage endgültig geregelt: Der bedeutende Vertrag wurde zwischen den beiden deutschen Staaten und den vier Siegermächten des Zweiten Weltkrieges abgeschlossen. Er besagt, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre volle staatliche Souveränität zurückerhält und die einstigen Siegermächte ihre Hoheitsbefugnisse aufgeben. Im Jahr 1999 zog die Bundesregierung von Bonn nach Berlin um.

Mit dem deutsch-polnischen Grenzvertrag von 1990 erkannte die BRD die Oder-Neiße-Grenze an, eine wichtige Voraussetzung für die Versöhnung mit dem östlichen Nachbarland. Die frühen 1990er-Jahre waren damit vor allem von außenpolitischen Erfolgen gekennzeichnet.

Wirtschaftlich gesehen hingegen waren die 1990er-Jahre schwierig: Der Aufbau Ost ging langsamer voran als erwartet und von Politikern versprochen. Erst nach der Jahrtausendwende kam es im Osten zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.

Auch europapolitisch gesehen hat sich in den letzten 30 Jahren einiges getan, wie man an den folgenden Meilensteinen der europäischen Integration sieht:

  • 1992 Vertrag von Maastricht – Gründung der Wirtschafts- und Währungsunion
  • 1997 Vertrag vom Amsterdam
  • 1999 Einführung des Euro
  • 2001 Vertrag von Nizza
  • 2007 Vertrag von Lissabon

Europa ist eng zusammengewachsen und Deutschland ein wichtiger Mitgliedsstaat im Herzen des Kontinents.

Der Staat Deutschland: Bevölkerung und Sprachen

Deutschland hat sich seit den 1950er-Jahren zu einem Einwanderungsland entwickelt: Etwa 18,9 Millionen in Deutschland lebende Menschen haben einen Migrationshintergrund. Nach den USA ist die Bundesrepublik damit das beliebteste Einwanderungsland der Welt.

Die fünf größten Bevölkerungs-Gruppen mit Migrationshintergrund sind folgende:

  • Türken (13,1 Prozent)
  • Polen (7,7 Prozent)
  • Syrer (7,0 Prozent)
  • Rumänen (6,7 Prozent)
  • Italiener (5,8 Prozent)

Als nationale Minderheiten anerkannt sind Dänen, Sorben, Friesen, Sinti und Roma. Einwanderung ist in Deutschland aufgrund der niedrigen Geburtenrate auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Seit Mitte der 1970er-Jahre zählt die BRD zu den Ländern mit den weltweit niedrigsten Geburtenraten. Im Jahr 2019 lag diese bei 1,54 Geburten pro Frau. Damit liegt Deutschland knapp unter dem EU-Durchschnitt. Was das Alter der Bevölkerung betrifft, so ist das Land die zweitälteste Gesellschaft der Welt – nach Japan.

Sprachen in Deutschland

Offizielle Amtssprache in Deutschland ist die Sprache Deutsch. Allerdings gibt es in der BRD eine Reihe von anerkannten Regional- und Minderheiten-Sprachen, zu denen folgende gehören:

  • Dänisch und Reichsdänisch
  • Friesisch, Saterfriesisch und Nordfriesisch
  • Sorbisch
  • Romanes
  • Jiddisch
  • die jenische Sprache

Daneben gibt es außerdem eine Vielzahl von regionalen Dialekten. Auch die Zuwanderer haben ihre Sprachen natürlich aus der Heimat mitgebracht: So sprechen über zwei Millionen Menschen in Deutschland Türkisch, drei bis vier Millionen Russisch.

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