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Die Bundeswehr hat die Führung der Anti-Piraten-Mission der EU "Atalanta" am Horn von Afrika übernommen.

Deutschland übernimmt Führung der Atalanta-Mission

Dschibuti - Erstmals seit Beginn der EU-Seeoperation “Atalanta“ im Jahr 2008 hat Deutschland die Führung Anti-Piraten-Mission am Horn von Afrika übernommen.

“Der Schutz der humanitären Hilfe für Somalia ist eine sehr wichtige Aufgabe und es ist gut zu wissen, dass hier das Hauptaugenmerk der Operation 'Atalanta' liegt“, sagte Flotillenadmiral Thomas Jugel am Samstag bei der Übergabezeremonie in Dschibuti.

Hauptaufgabe der EU-Marineeinheiten ist der Schutz der Schiffe des Welternährungsprogrammes, die Hilfsgüter für die somalischen Flüchtlinge bringen. Deren Zahl wird auf mehr als zwei Millionen Menschen geschätzt. Mehr als eine Million von ihnen sind tagtäglich zum Überleben auf die Hilfen des Programms angewiesen.

“Wir kennen alle die Bilder aus den Nachrichten von hungernden Menschen und Flüchtlingsfamilien“, sagte Jugel. Er hoffe, dass die EU geführte Operation “Atalanta“ weiterhin einen “wesentlichen Beitrag zur Linderung dieses Leids“ leisten könne. Seit Start der Mission vor mehr als zweieinhalb Jahren wurden 528.500 Tonnen an Hilfsgütern nach Somalia gebracht.

Im Golf von Aden - dem gefährlichsten Fahrgebiet auf der Reise von Asien nach Europa - können sich zudem Handelsschiffe unter den Schutz der EU-Marineoperation stellen. Laut International Maritime Bureau gab es im vergangenen Jahr 445 Überfälle von Piraten auf Handelsschiffe, 2009 waren es 410 Überfälle gewesen. 1992 wurden erst 74 Überfälle gezählt. Die meisten Piratenüberfälle gab es am Horn von Afrika.

Das deutsche Kommando über “Atalanta“ ist bis Dezember befristet. In dieser Zeit wird der Beitrag der Deutschen Marine deutlich aufgestockt. Neben der Fregatte Bayern wird ab September auch die Fregatte Köln die EU-Seestreitkräfte in der Region verstärken. Zudem ist der Einsatz von Seefernaufklärern vom Typ “Orion“ vorgesehen.

dapd

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