Wetter-Wirrwarr geht weiter

April-Winter in Deutschland: Tief „Ulli“ macht kurzen Prozess mit Frühlingsgefühlen

  • Fabian Müller
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  • Marcus Giebel
    Marcus Giebel
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Schneegestöber, Graupelgewitter und Sturm - es herrscht Wetter-Wirrwar in Deutschland. Diese April-Woche macht erstmal kurzen Prozess mit Frühlingsgefühlen.

Update vom 6. April, 15.55 Uhr: Wer gerade aus dem Fenster schaut, sieht häufig: Regen, Graupel, in einigen Landstrichen sogar Schnee. Und fast überall: sich biegende Bäume. Denn für weite Teile des Landes sind teils orkanartige Böen angesagt.

Und das wird vorerst so bleiben. Auch für die kommenden Tage prognostizieren die Meteorologen klassisches Aprilwetter: Mal ist es stark bewölkt und es regnet oder schneit, kurzzeitig kommt immer mal wieder die Sonne zum Vorschein. Grund dafür ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zum einen ein Sturmtief über dem Norden Skandinaviens, zum anderen Hoch „Peggy“ über dem Nordostatlantik.

Dazwischen wird kalte Polarluft direkt aus den arktischen Regionen nach Mitteleuropa geführt. Entsprechend muss in den Nächten verbreitet mit leichtem, über Schnee auch mit mäßigem Frost gerechnet werden. Dazu kann es hier und da durch etwas Schnee oder überfrierende Nässe glatt werden. Allgemein nehmen die Schauer jedoch vorübergehend etwas ab, so die Meteorologen.

Wetter in Deutschland: Wo bleibt der Frühling? Schauer und teils heftiger Wind vorhergesagt

So ist am Mittwoch im Westen und Teilen der Mitte Deutschlands bis in tiefe Lagen noch mit Schnee und Glätte zu rechnen. Mit Höchstwerten von null bis fünf Grad im Süden und vier bis acht Grad im Norden ist es auch nicht wirklich frühlingshaft. Der Wind kann ordentlich wehen, vor allem in Verbindung mit Schauern. An der See und im höheren Bergland können Sturmböen aufkommen.

Am Donnerstag soll es aber nur noch wenige Schauer geben. Im Südwesten und am Alpenrand sind sogar längere sonnige Abschnitte möglich. Während es im östlichen Bergland bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bleibt, kann die Temperatur am Rhein bis auf zehn Grad steigen. Am Freitag ist der Norden und später auch der Westen von Wolken geprägt, gelegentlich kann es auch regnen. Freundlicher sind die Aussichten im Süden und im Osten, wo die Meteorologen Sonne und Höchstwerte zwischen elf und 18 Grad erwarten. Im Norden gehen die Spitzenwerte hingegen nicht über zwölf Grad hinaus, so der DWD.

Wetter in Deutschland: Graupel, Schnee und teils heftiger Wind

Update vom 6. April, 6.34 Uhr: Graupelgewitter und heftige Schneeschauer - der Dienstagmorgen startet in Deutschland mit frostigen Temperaturen. Es kann ziemlich rutschig auf den Straßen sein. Auch tagsüber kommt es vielerorts wiederholt zu Graupel- und Schneeschauer.

Wetter in Deutschland: Tief „Ulli“ schickt Luftmassen aus Nordgrönland

Bis in tiefere Lagen ist mit einer dünnen Schneedecke oder Schneematsch zu rechnen, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Über 400 Meter sind sogar einige Zentimeter Neuschnee drin. An den Alpen sogar bis 10 Zentimeter Neuschnee! Windig ist es an den Küsten.

Kalte Polarluft strömt hinter Skandinavientief „Ulli“ nach Deutschland. Es ist kalte Arktisluft aus Nordgrönland, Spitzbergen und dem polaren Eismeer, erklärt das Wetterportal weather.com.

Winterliches Aprilwetter

Die Nordsee sorge zwar sonst für eine Erwärmung der Luft, allerdings herrschen dort aktuell die kältesten Meerestemperaturen des gesamten Jahresverlaufs. Der Wärmeeffekt fällt deswegen nur schwach aus.

Das sorgt in den nächsten Tagen für recht winterliches Aprilwetter. Erst am Donnerstag beruhigt sich das Wetter in Deutschland. Aber auch das ist nach den ersten Prognosen nur von kurzer Dauer.

Wetter-Wende nach Ostern: Winter-Comeback! Temperatursturz und Schnee bis in tiefe Lagen

Erstmeldung vom 5. April: München - Viel hätte nicht gefehlt und der Osterhase wäre in diesem Jahr ein Schneehase gewesen. Denn zum Ausklang der Feiertage hat das Wetter eine böse Überraschung für das gesamte Bundesgebiet parat: Es wird noch einmal richtig winterlich. Mit Schnee und allem, was so dazu gehört.

Sowohl wetter.com als auch wetter.net prognostizieren für ganz Deutschland einen heftigen Temperatursturz im Laufe des Ostermontags. Von der Küste zieht eine Kaltfront gen Süden, die am Abend die Alpen erreicht, wo tatsächlich noch einmal zehn bis 20 Zentimeter Neuschnee erreicht werden können.

Wetter in Deutschland: Zweistellige Plusgrade am Tag - in der Nacht wird es richtig frostig

Dabei sind tagsüber etwa in München noch zweistellige Plusgrade drin, doch über Nacht stürzen die Werte in den Minusbereich. Sogar bis zu minus 13 Grad werden für den Alpenraum vorhergesagt. Frisch und frostig also. Jenseits der null Grad bleibt es über Nacht nur an den Küsten.

Bundesweit sinkt die Schneefallgrenze deutlich, wahrscheinlich auf 400 Meter. Winterlich wird es auch in den Hochlagen der Mittelgebirge. Im Norden kann sich infolge von Graupelgewittern zumindest eine weiße Decke über die Landschaft legen.

Wetterumschwung mit Schnee: An der Küste kommen sogar schwere Sturmböen auf

Im Zuge des Winterrückfalls kommt auch heftiger Wind auf, dessen Stärke mit 4 bis 5 angegeben wird. Was bezogen auf die Beaufortskala bis zu 40 km/h bedeuten kann. Vereinzelt ist - etwa an der Nordseeküste - sogar mit schweren Sturmböen zu rechnen, die mit Windgeschwindigkeiten von 89 km/h gemessen werden.

Aber das alles ist erst der Anfang. Denn auch in den Tagen darauf bleibt uns dieses kühle und obendrein nasse Wetter erhalten. Am Dienstag sollen die Höchsttemperaturen nur noch sieben Grad erreichen, am Mittwoch klettert das Thermometer wohl auch nur auf acht Grad. Dabei kommt die Sonne nur kurzzeitig zum Vorschein.

Winterrückfall im April: Nur kurzzeitige Frühlingsgefühle vor dem Wochenende

Immerhin wird es am Donnerstag frühlingshafter mit Werten zwischen fünf und zwölf Grad. Zudem soll im Westen und Süden die Wolkendecke auflockern. Der Freitag wird dann jedoch wieder bewölkter, mit bis zu 18 Grad aber angenehm temperiert. Außerdem bringt der letzte Werktag der kurzen Woche wenig Regen sowie ab und zu Sonnenschein mit.

Weniger schön sind die Aussichten für das kommende Wochenende. Dann sollen wieder die Wolken dominieren, zu allem Überfluss regnet es wieder mehr und auch weiterer Schneefall ist angekündigt. Kurz zusammengefasst: eine Wetterwoche, wie sie wohl nur der April anbieten kann. (mg)

Rubriklistenbild: © Gottfried Czepluch/imago

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