+
Trotz der ausgezeichneten Bewertung des Trinkwassers mahnte das Umweltbundesamt an, das Grundwasser besser zu schützen. Foto: Lukas Schulze

Deutschlands Trinkwasser fast immer "sehr gut"

Dessau-Roßlau (dpa) - Deutsches Trinkwasser kann laut Umweltbundesamt (UBA) ohne Bedenken getrunken werden. Erneut hat das Amt dem Wasser die Note "sehr gut" gegeben. Das geht aus dem Bericht zur Trinkwasserqualität hervor.

Von 2011 bis 2013 seien nur in Einzelfällen Grenzwerte überschritten worden. Der Bericht basiert auf Meldungen der Bundesländer an das UBA und das Bundesgesundheitsministerium.

In weniger als 0,1 Prozent der Trinkwasser-Proben sei mehr giftiges Blei gefunden worden als erlaubt. Das UBA führt das auf bleihaltige Leitungen oder Armaturen in Häusern und Wohnungen zurück, nicht aber auf die Natur oder die Wasserwerke.

Über Kunstdünger und Gülle gelangt Nitrat ins Grundwasser, teilweise steige die Konzentration sogar an. Das Trinkwasser sei dennoch fast überall unbelastet, weil die Wasserversorger stark nitrathaltiges Grundwasser zum Beispiel mit unbelastetem Wasser verdünnen.

Das Amt mahnte, das Grundwasser besser zu schützen und nahm die Landwirtschaft in die Pflicht. Steige der Nitratgehalt weiter, könnte das aufgrund des technisch höheren Aufwands bei der Wasseraufbereitung auch teurer für die Verbraucher werden.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) unterstützte die Forderung der UBA. Er wies zugleich auf das Problem von Arzneimittelspuren im Wasser hin. Solche Rückstände belasten Gewässer und Böden und werden laut UBA nicht nur im Grundwasser, sondern auch manchmal im Trinkwasser nachgewiesen. Eine konkrete Gesundheitsgefahr bestehe für den Menschen dadurch nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht.

Erst am Dienstag hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mitgeteilt, dass knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland alte Medikamente über das Waschbecken oder die Toilette entsorgen. Dieser Entsorgungsweg gilt als eine der Ursachen dafür, dass im Abwasser Spuren von Arzneien und anderen Wirkstoffen gefunden werden. Für die Stoffe, die seit einigen Jahren dank besserer Analysemethoden nachgewiesen werden können, sind heutige Kläranlagen nicht ausgerichtet. Verbindliche Grenzwerte für Arzneimittelwirkstoffe im Oberflächen- und Grundwasser gibt es nicht.

Pressemitteilung

UBA zu Arzneimitteln in der Umwelt

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mindestens 45 Tote bei Waldbränden in Portugal und Spanien
Portugal und Spanien trauern um die Opfer der Waldbrände: Mindestens 45 Menschen sind in den Flammen ums Leben gekommen, mehrere Dutzend weitere wurden verletzt.
Mindestens 45 Tote bei Waldbränden in Portugal und Spanien
Misshandelter Elfjähriger aus Neuss gestorben
Der vor fast zwei Wochen in einer Neusser Wohnung mit lebensbedrohlichen Verletzungen gefundene Junge ist tot.
Misshandelter Elfjähriger aus Neuss gestorben
Ausstellung über Klima und Evolution in Halle
Halle (dpa) - Drei Höhlenlöwen jagen ein Mammut und ihr Junges - diese Szene mit den lebensecht erscheinenden Tieren ist beim Landesmuseum Halle in Sachsen-Anhalt …
Ausstellung über Klima und Evolution in Halle
Landwirt soll 189.000 Euro für kurze Straße zahlen 
Es ist nur ein kurzes Stück, doch es ist ganz schön teuer: 189.000 Euro soll ein Landwirt in Schleswig-Holstein für den Straßenausbau zahlen. Ursprünglich sollte der …
Landwirt soll 189.000 Euro für kurze Straße zahlen 

Kommentare