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Das ist das Welt-Pressefoto des Jahres 2013.

Pressefoto des Jahres

Dieses Bild erzählt eine bewegende Geschichte

Amsterdam - In Mondlicht getauchte Menschen recken ihre Handys in die Luft. Dieses Foto des US-Amerikanischen Fotografs John Stanmeyer ist zum Welt-Pressefoto des Jahres 2013 gewählt worden.

Das in der Zeitschrift National Geographic erschienene Foto zeigt eine Gruppe afrikanischer Migranten an der Küste Dschibutis in der Nacht. Ein letztes Mal vor ihrem Aufbruch in ein "besseres Leben", halten sie ihre Handys in die Luft, in der Hoffnung ein billiges Signal aus dem Nachbarland Somalia zu empfangen und Kontakt mit ihrer Familie aufnehmen zu können. Dschibuti gilt als Sammelplatz für zahlreiche Migranten aus Somalia, Eritrea und Äthiopien vor ihrer Weiterreise nach Europa und den Mittleren Osten.

Stanmeyer gewann damit den mit 10.000 Euro dotierten renommierten Preis, teilte die Jury des „World Press Photo“ am Freitag in Amsterdam mit. Die Aufnahme aus dem Februar vergangenen Jahres. Die Belichtung erfolgte ausschließlich durch das Mondlicht und die Display-Beleuchtung der hochgehaltenen Handys.

Stanmeyers Foto sei "mit vielen anderen Themen verbunden", erklärte Jury-Mitglied Jillian Edelstein. "Es bereitet den Weg für Diskussionen über Technologie, Globalisierung, Migration, Armut, Verzweiflung, Entfremdung, Menschlichkeit." Jury-Mitglied Susan Linfield sagte, Migranten würden auf Fotos meist verwahrlost und pathetisch aussehen. "Aber dieses Foto ist weniger romantisch als würdevoll."

In einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP sagte Stanmeyer, er fühle sich "geehrt" durch die Auszeichnung. "Dieses Foto ist poetisch, es spricht uns alle an", sagte er. "Es sind einfach Leute, die ihre Lieben anrufen wollen. Das könnten Sie oder ich oder irgendjemand anders sein." Auf der Webseite des Fotografen heißt es, das Bild drehe sich um "soziale Ungleichheiten, die Ausrottung der Armut in der Welt und Menschenrechte". 

Insgesamt vergab die internationale Jury Preise in neun Kategorien an 53 Fotografen aus 25 Ländern. Zu diesem 57. Wettbewerb hatten mehr als 5700 Fotografen rund 98.000 Fotos eingeschickt.

dpa/afp

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