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In den USA gibt es Schaufensterpuppen mit deutlich größeren Brüsten als in Deutschland. Woran das wohl liegt?

Diese Puppen haben Doppel-D

Miami - Andere Länder, andere Sitten: In der Hauptstadt von Florida gibt es Schaufensterpuppen, deren Brüste deutlich größer sind, als die ihrer deutschen Pendants.

Auch im Urlaub lassen sich Frauen nur selten vom Schaufensterbummel abhalten. Was einem beim so genannten „Window Shopping“ in Miami jedoch geboten wird, geht bei uns fast als Peep-Show durch und würde so manche Feministin wohl auf die Barrikaden treiben.

Auf die Klamotten, die von den amerikanischen Schaufensterpuppen hängen, dürfte kaum ein Tourist achten. Vielmehr sind DD Oberweite und aufgespritzte Lippen begehrtes Modellier-Motiv für Puppenbauer. Bedauerlicher Weise gelten solche aufgepumpten Sexbomben in Miami wirklich als Frauen-Vorbilder. Kein Wunder, dass sich in Florida immer mehr junge Mädchen unters Messer legen. Fast jede Zweite hat sich im US-Sonnenstaat schon einmal in die Hände eines Beauty-Docs begeben. Da werden Lippen aufgespritzt, Nasen gerichtet und natürliche Dekolletes aufgepolstert. Ergebnisse sind allseits bekannt, ein prominentes Beispiel ist Pamela Anderson.

Ob es die prallen Schaufensterpuppen waren, die junge, unsichere Mädchen auf den OP-Tisch getrieben haben, oder sich die Plaste-Puppen lediglich dem allgemeinen Schönheitsideal angepasst haben, ist schwer einzuschätzen und käme der Frage nach dem Ei und dem Huhn gleich.

Sicher ist, dass dieser Bilder ein gefundenes Fressen für jeden Anthropologen wären. Offenbar liegt zwischen Europa und den Vereinigten Staaten wirklich weitaus mehr als nur ein Ozean. Vor allem der Konsum gehört zu beider Kultur. Und die ist immer eine Wiedergabe der jeweiligen Ist-Zustände. Demnach IST dieses Frauenbild in Miami momentan angesagt.

In Europa hingegen liegt der Fokus im Schaufenster nicht auf den Puppen, sondern auf der Kleidung. Die Plaste-Mädels haben eine realistische Oberweite und teilweise nicht einmal ein Gesicht. Es soll den Käufer schließlich nichts vom Design der Textilien ablenken. Männer, die vorm Schaufenster in sehnliches Träumen und süße Verzückung geraten, greifen nicht zur Geldbörse, sondern machen sich im schlimmsten Fall nur auf die Suche nach einer neuen Freundin. Dem Einzelhandel hilft das wenig.

Doch auch diese nüchterne Herangehensweise an den Konsum könnte man als „Typisch Deutsch“ bezeichnen. Offenbar hält man hier nur unter vorgehaltener Hand etwas vom US-Motto „Sex Sells“. Ob nun also Miami oder in Europa: Jeder BWLer lernt im ersten Semester, dass sich Angebot und Nachfrage gegenseitig bestimmen. Und jeder Mensch lernt im Laufe seines Lebens, dass Vorurteile auch irgendwo ihren Ursprung haben. Kaum etwas verdeutlicht das besser dieser kleine Schaufenstervergleich.

tz

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