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Ein Auto der Kriminaltechnik steht am 01.07.2008 am Tatort eines Doppelmordes in Mansfeld (Landkreis Mansfeld-Südharz). Nach dem Doppelmord an einem Arzt und seiner Patientin fahndet die Polizei bundesweit nach dem Täter, der später in der Schweiz gefasst wird. Zweieinhalb Jahre nach der Tat sind möglicherweise Leichenteile eines weiteren Opfers aufgetaucht.

Hat Doppelmörder einen weiteren Menschen getötet?

Halle/Mansfeld - Forstarbeiter entdecken im Wald skelettierte Leichenteile. Es sind die Überreste einer seit vier Jahren vermissten Schweizerin. Ist sie ein weiteres Opfer eines verurteilten Doppelmörders?

Ein wegen Doppelmordes verurteilter Mann aus Mansfeld in Sachsen-Anhalt hat möglicherweise auch eine Frau aus der Schweiz umgebracht. Forstarbeiter fanden am 9. Februar in einem Waldstück unweit des früheren Wohnortes des Mannes Teile einer skelettierten Leiche. Rechtsmediziner fanden heraus, dass es sich um die Überreste einer seit 2007 vermissten Schweizerin handelt.

Die Frau war eine Bekannte des heute 39-Jährigen, der im Februar 2010 vom Landgericht Halle zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt worden war.

“Die molekulargenetischen Untersuchungen ergaben, dass es sich um die Frau handelt“, teilte die Polizei am Freitag mit. “Die Tote ist Maria K.“, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Schieweck der dpa. “Wir ermitteln gegen den Mann wegen des Verdachts der vorsätzlichen Tötung“, sagte er. Nach Medienberichten soll unter anderem der Kopf der 47 Jahre alten Frau in einer Plastiktüte gesteckt haben.

“Es gilt zu klären, ob der Fundort auch der Tatort ist“, sagte Schieweck. Polizei und Staatsanwaltschaft machten unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben zur Todesursache der Frau, gehen aber von einem Kapitalverbrechen aus. Der Mann aus Mansfeld hatte einige Zeit in der Schweiz gelebt. Laut Polizeipräsident Walter Schumann gibt es “schwerwiegende Indizien“ in dem Fall. So war bei dem Mann die EC-Karte der Schweizerin gefunden worden.

Der Mann hatte die Tötung der Frau schon einmal gestanden, die Aussagen dann aber zurückgenommen. In der Schweiz erklärte er den Ermittlern, die Leiche der Frau im Bodensee versenkt zu haben. Daraufhin wurden Teile des Gewässers abgesucht, ohne Ergebnis. Später gab er an, die Frau sei bei einem Unfall ums Leben gekommen, und er habe die tote Frau in den Rhein geworfen.

Der gelernte Kraftfahrzeugschlosser hatte 2008 eine 76-Jährige und einen 64 Jahre alten Arzt ermordet, um die Geldkarte der Rentnerin und das Auto des Mediziners zu bekommen und um vor einer Haftstrafe unter anderem wegen EC-Kartenbetrugs zu fliehen. Er wurde wenige Tage später in der Schweiz in einem Biergarten festgenommen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf eine Revision des Angeklagten im Oktober 2010.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kann ein zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung Verurteilter laut Gesetz erneut verurteilt werden, so auch wegen Mordes.

dpa

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