Tonnenweise Fleisch wegen Dioxin-Verdachts sichergestellt

Erfurt - Im Zuge des Dioxin-Skandals werden immer mehr Lebensmittel aus dem Handel gezogen: In einem Thüringer Schlachthof wurden jetzt rund 6,6 Tonnen Fleisch von den Behörden sichergestellt.

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Verseuchtes Tierfutter seit Monaten im Handel

Wegen Dioxin-Verdachts sind in einem Thüringer Schlachthof rund 6,6 Tonnen Fleisch von den Behörden sichergestellt worden. Ein Teil davon stamme von Schweinen aus einem Mastbetrieb in Sachsen-Anhalt, wo die Tiere vermutlich dioxinbelastetes Futter erhaltenhaben, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag auf dpa- Anfrage mit. Aus der gesperrten Schweinemästerei sei ein Tier Anfang der Woche geschlachtet worden, um das Fleisch auf Dioxinrückstände zu testen. Auch der Schlachtbetrieb habe eine Untersuchung eingeleitet. Das Fleisch dürfe erst verkauft werden, wenn die Ergebnisse als unbedenklich ausfallen, hieß es.

Verbraucherschützer: Kein großes "Milch-Problem" 

 Die Deutschen sollten Experten zufolge ihren Milchkonsum trotz der jüngsten Entwicklungen im Dioxin-Skandal nicht umstellen. “Die Milch-Problematik ist nicht zu vergleichen mit der Eier-Problematik“, sagte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg am Freitag dem dpa-Themendienst. Das liege unter anderem daran, dass Milch einen wesentlich geringeren Fettgehalt hat als Eier. Da sich Dioxin in Fett ablagert, sei die Gefahr einer Grenzwertüberschreitung bei Milch geringer.

Einige Milchbauern haben Kühen unwissentlich dioxin-belastetes Futter gegeben. Sie dürfen ihre Milch derzeit nicht verkaufen. Es steht aber noch nicht fest, ob die Milch den Grenzwert tatsächlich überschreitet. Mit ersten Labor-Ergebnissen rechnen die Verbraucherschützer erst in etwa einer Woche.

dpa

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