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Künstler Weiwei hat die Vergabe des Literaturnobelpreises an Mo Yan kritisiert.

Weiwei: Nobelpreis für Yan "fast unerträglich"

Lissabon - Der chinesische Dissident und Künstler Ai Weiwei hat die Vergabe des Literaturnobelpreises an seinen Landsmann Mo Yan als „fast unerträglich“ kritisiert.

 „Kann man einen Schriftsteller mit diesem Preis auszeichnen, der sich vom heutigen politischen Kampf in China fernhält? Ich halte das für fast unerträglich“, sagte Ai Weiwei am Donnerstag der portugiesischen Zeitung „Público“ (Onlineausgabe). Die Entscheidung der Schwedischen Akademie empfinde er deshalb als „sehr bedauerlich“ und „gelinde gesagt gefühllos“, fügte der 55-Jährige Weiwei an.

Mo Yan („Das rote Kornfeld“) gilt vielen Kritikern der chinesischen Regierung als zu staatstreu. Im Telefongespräch erklärte Ai Weiwei aus Peking, ein Schriftsteller dürfe heutzutage unmöglich davon Abstand nehmen, „auch ein moderner Intellektueller zu sein, der die universellen Werte der Menschenrechte sowie der Gedanken- und Meinungsfreiheit respektiert“. Das seien alles „unerlässliche Qualitäten für einen guten Schriftsteller“, erklärte Weiwei.

Der Konzeptkünstler und Bildhauer Weiwei war im vergangenen Jahr nach regierungskritischen Äußerungen für mehrere Wochen inhaftiert und im Juni 2011 gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Er soll Deutschland auf der Biennale 2013 vertreten, erklärte aber am Donnerstag im Gespräch mit „Público“, ihm sei weiterhin untersagt, aus China auszureisen. Daher könne er immer noch nicht sagen, ob er nächstes Jahr in Venedig dabei sein werde.

dpa

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