Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette "dm" in Karlsruhe
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Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette „dm“ in Karlsruhe

Die Drogerie im Überblick

dm: Geschichte, Filialen und Sortiment des Drogerie-Riesen

Der Drogeriemarkt dm besteht seit 1973. Der Gründer Götz Werner führte das Unternehmen 35 Jahre lang zum Erfolg. Heute leitet sein Sohn Christoph die Geschäfte.

Karlsruhe – Als Götz Werner Anfang der 1970er-Jahre seine Drogerie dm gründete, war der Markt im Aufschwung. Ein Jahr zuvor eröffnete Dirk Roßmann den ersten Selbstbedienungs-Drogeriemarkt. Werner zog nach. Heute ist dm eines der größten Unternehmen der Branche in Deutschland und in zahlreichen weiteren Ländern aktiv.

dm: Geschichte und Entstehung

dm-Gründer Götz Werner lernte sein Handwerk von der Pike auf: Er stammt aus einer Heidelberger Drogistenfamilie, erlernte nach Abschluss der Handelsschule den Beruf und trat 1968 in den elterlichen Betrieb ein. Ein Jahr später sammelte er Erfahrungen in der Karlsruher Großdrogerie Idro, deren Organisation er grundlegend umbaute. So nahm er Änderungen in der Vertriebsstruktur vor und setzte sich für eine Umstrukturierung Richtung Discounter ein. Diese sollte mit einer kompetenten Fachberatung einhergehen.

Bei Idro stieß Werners Idee auf wenig Gegenliebe. Daraufhin gründete er mit dm sein eigenes Unternehmen. Der Name dm ist die Abkürzung für „Drogeriemarkt“. Im Jahr 1973 eröffnete er die erste Filiale in Karlsruhe. Dort befindet sich bis heute die Zentrale. Sein Konzept ging auf und dm konnte sich gegen die Konkurrenz aus der Branche behaupten. Ein Jahr, bevor Werner seinen Drogeriemarkt eröffnete, ging Dirk Roßmann mit den ersten Rossmann-Filialen an den Start, 1974 eröffnete Anton Schlecker die ersten Drogerie-Discounter-Läden. Dessen ungeachtet gab es bereits 1978 mehr als 100 dm-Filialen in Deutschland.

dm: Veränderungen der Unternehmensorganisation

In den ersten Jahren setzte dm unternehmensweit konsequent das Discounter-Konzept um: Selbstbedienung gepaart mit niedrigen Preisen. Mit zunehmender Filialdichte wurde die zunächst zentrale Organisation immer komplexer. Anfang der 1990er-Jahre nahm dm daher umfassende Änderungen in der Betriebsstruktur vor. Kern der Umstrukturierung war vor allem die wachsende Eigenverantwortung der Filialen. Sie gingen so weit, dass heute jeder dm-Laden das Sortiment selbst bestimmt. Auch Dienstpläne der Mitarbeiter, Gehälter und die Auswahl der Vorgesetzten obliegen teilweise den Niederlassungen.

Experten sehen in diesem für die Einzelhandelslandschaft zu Anfang ungewöhnlichen Konzept einen Grund für den Markterfolg von dm sowie für die hohe Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit.

Aufgrund des Wachstums waren Anfang der 2000er-Jahre erneute Veränderungen notwendig. Das Deutschlandgeschäft von dm wurde mitbestimmungspflichtig. Dementsprechend gründete man im Herbst 2002 einen Betriebsrat, im Frühjahr 2003 einen mitbestimmten Aufsichtsrat mit acht Arbeitnehmervertretern.

Götz Werner zog sich 2008 aus dem operativen Geschäft zurück. Die Leitung übergab er an Erich Harsch und wechselte in den Aufsichtsrat. 2020 übernahm Christoph Werner die Geschäftsleitung; Harsch wechselte in den Vorstand der Hornbach Baumarkt AG.

dm: Expansionen ins Ausland

Bereits drei Jahre nach der Gründung expandierte Götz Werner ins Ausland. 1976 entstand die erste Niederlassung in Linz / Österreich. Weitere Länder folgten. Einen Schwerpunkt der globalen Aktivitäten legte dm auf Südosteuropa. Die Gründungen im Überblick:

  • Ungarn: 1993
  • Tschechien: 1993
  • Slowenien: 1993
  • Slowakei: 1995
  • Kroatien: 1996
  • Serbien: 2004
  • Bosnien-Herzegowina: 2006
  • Rumänien: 2007
  • Bulgarien: 2009
  • Nord-Mazedonien: 2012
  • Italien: 2017

Wie in Deutschland wuchs das Geschäft auch im europäischen Ausland von Anfang an stark. Im Jahr 1981 zählte man in Österreich bereits 100 Niederlassungen. Die Anzahl der internationalen Filialen im Geschäftsjahr 2019/2020:

  • Österreich: 386
  • Ungarn: 263
  • Tschechien: 239
  • Slowenien: 91
  • Slowakei: 152
  • Kroatien: 160
  • Serbien: 106
  • Bosnien-Herzegowina: 78
  • Rumänien: 113
  • Bulgarien: 87
  • Nord-Mazedonien: 18
  • Italien: 48

Den Ausbau des Filialangebots trieb dm vor allem in Österreich voran. 1987 zogen in eine Niederlassung erstmals ein Kosmetikstudio sowie eine Frischetheke, 1991 ein Friseursalon.

dm: Umsatzentwicklung und Mitarbeiterzahlen

In den vergangenen 13 Jahren verzeichnete dm stetig wachsende Umsatzzahlen. Im Geschäftsjahr 2019/2020 betrug der Umsatz insgesamt rund 11,5 Milliarden Euro. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 2,9 Prozent. Das Deutschlandgeschäft macht traditionell den Löwenanteil von mehr als 8 Milliarden Euro aus.

Im selben Geschäftsjahr waren in Deutschland 40.436 Mitarbeiter bei dem Drogeriemarkt beschäftigt, auf rund 62.000 summieren sie sich unternehmensweit. Dazu kommen rund 3.300 Auszubildende in Deutschland.

dm: Filialen im Überblick

Die dm-Märkte expandieren stetig. Das gilt für die Anzahl sowie für die Verkaufsfläche. Diese wuchs aufgrund kontinuierlicher Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren auf heute durchschnittlich 627 Quadratmeter an. Im Geschäftsjahr 2019/2020 wurden 262 Märkte auf den neuesten technischen Stand gebracht, weitere folgen. 60 Geschäfte wurden neu oder wiedereröffnet. Heute verfügt dm in Deutschland über 2.024 Filialen.

dm: Die Eigenmarken

Die erste eigene Marke nahm dm 1986 mit der Kinderbekleidungs-Brand ALANA ins Portfolio auf. Heute gehören 27 Eigenmarken zu der Drogeriekette:

  • alverde (Naturkosmetik)
  • Balea (Pflegemittel)
  • Balea Men (Pflegemittel)
  • babylove (Baby-Pflegemittel)
  • Dein Bestes (Tiernahrung)
  • Denk mit (Reinigungsprodukte)
  • dm Bio (Lebensmittel)
  • Dontodent (Zahnpflege)
  • ebelin (Haar-Accessoires)
  • Fascino (Strümpfe und Strumpfhosen)
  • Jessa (Damen-Hygieneprodukte)
  • Langhaar Mädchen (Haarpflege)
  • Mivolis (Gesundheitsprodukte und Nahrungsergänzung)
  • MON (Kosmetik)
  • Paradies (Fotoprodukte)
  • Profissimo (Haushaltswaren)
  • PUSBLU (Babybekleidung)
  • réell‘e (Haarpflege und -färbemittel)
  • Sanft & Sicher (Hygieneprodukte)
  • Saugstark & Sicher (Küchentücher)
  • Soft & Sicher (Taschentücher)
  • SEINZ (Herren-Kosmetik)
  • Sportness (Sportlernahrung)
  • Sundance (Sonnenschutz)
  • S-quito free (Insektenschutz)
  • trend IT UP (Kosmetik)
  • Visiomax (Kontaktlinsen und Pflegemittel)

Neben den eigenen führt dm zahlreiche weitere Marken aus den Bereichen Kosmetik, Haushalt, Hygiene und Lebensmittel. Insgesamt sind es mehr als 1.000.

dm: Das Sortiment im Überblick

Das Sortiment von dm reicht von klassischen Drogeriewaren wie Produkten für die Körper- und Zahnpflege, Reinigungs- und Waschmittel sowie Kosmetik bis zu Bio-Lebensmitteln und Kinderkleidung. Die Warengruppen im Überblick:

  • Make-up: Produkte für Augen, Lippen, Teint und Nägel sowie Zubehör (Pinsel, Schwämme, Quasten)
  • Pflege und Parfüm: Kosmetik für Gesicht und Körper, Seife, Hand- und Fußpflege, Intimhygiene, Insektenschutz, Mittel für Rasur und Haarentfernung
  • Bekleidung: Strümpfe, Socken, Leggings und Strumpfhosen
  • Taschen: Kulturbeutel, Rucksäcke, Taschen
  • Haarpflege: Shampoo, Haarstylingprodukte, Föhn, Glätteisen und Lockenstäbe
  • SEINZ Männerpflege: Haarpflege, Bartpflege, Rasierprodukte, Körperpflege, Herrendüfte
  • Gesundheit: Zahnpflege, rezeptfreie Arzneien, Nahrungsergänzungsmittel, Produkte für die Wundversorgung, Kontaktlinsen und Lesebrillen, Mundschutz, Verhütungsmittel
  • Ernährung: Backzutaten, Zucker und Zuckerersatzprodukte, Brot, Aufstriche, Nüsse, Trockenfrüchte, Snacks, Süßwaren, Sportnahrung, Getränke, Wassersprudler und Zubehör
  • Baby und Kind: Windeln, Babypflegemittel, Trinkflaschen, Schnuller, Bekleidung, Ausstattung, Kinderbücher, Hörspiele
  • Haushalt: Waschmittel, Putz- und Reinigungsmittel, Spülmittel, Haushaltspapier, Raumduft, Kerzen, Batterien, Insektizide, Dünger, Dekoration, Geschenkpapier
  • Tiere: Hunde-, Katzen-, Vogel- und Nager-Nahrung, Katzen- und Kleintierstreu, Zecken- und Ungezieferschutz
  • Foto: Fotobücher, Poster, Fotogeschenke, Grußkarten, Wandbilder, Fotokalender

dm: Online-Aktivitäten

Das Unternehmen dm war 1988 eines der ersten, das die damals neue Telefontechnik ISDN testete. Die Deutsche Bundespost wählte es als eines von wenigen Pilotunternehmen aus. Mit dem Onlineshop hatte dies allerdings noch nichts zu tun. Anders als mit dem Ausbau des analogen in ein digitales Telefonnetz war der Drogeriemarkt mit dem Verkauf im Internet spät dran.

Eine Testphase startete im Jahr 2011, als dm eine Auswahl seiner Produkte beim Online-Händler Amazon anbot. Die Kooperation brachte jedoch nicht den erhofften Erfolg und wurde 2013 eingestellt. Das Unternehmen teilte daraufhin mit, dass man kein wirtschaftlich tragbares Geschäftsmodell im Online-Verkauf von Drogeriewaren sehe.

Erst 2015 fügte dm seiner Website einen Onlineshop hinzu. Zunächst bot man nahezu das gesamte Sortiment aus den Geschäften an. Heute vertreibt der Drogeriemarkt einen kleinen Teil seines Warenangebots ausschließlich online.

Den Großteil des Umsatzes verzeichnet dm nach wie vor mit den stationären Ladenlokalen, wobei die Tendenz „pro online“ ist. Im Geschäftsjahr 2018/2019 betrug der Online-Anteil weniger als 10 Prozent. Dieser konnte sich ein Jahr später verdoppeln. Rund die Hälfte der Bestellungen erfolgten über die dm-App. Diese wurde nach Unternehmensangaben bis Ende 2020 mehr als 3,7 Millionen Mal installiert.

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