Daniel Küblböck: Exklusiv! Oberstaatsanwalt nennt traurige Details zu Überwachungsvideo

Daniel Küblböck: Exklusiv! Oberstaatsanwalt nennt traurige Details zu Überwachungsvideo

DNA-Test kann Streit nicht beenden

- Innsbruck/Wien - Ein Zehenknochen und drei weitere Gewebeproben hatte Reinhold Messner im Rucksack aus Pakistan nach Österreich geschmuggelt. Eine DNA-Untersuchung des Gewebes sollte den Streit um den Tod von Günther Messner vor 35 Jahren am Nanga Parbat ein für alle Mal beenden.

Doch die Hoffnung Reinhold Messners war wohl trügerisch: Der seit vier Jahren mit fast hemmungsloser Schärfe ausgetragene, öffentliche Kleinkrieg zwischen ihm und seinen ehemaligen Bergkameraden dürfte auch nach dem Gewebetest am Gerichtsmedizinischen Institut in Innsbruck weitergehen.

Zwar wurde durch das am Freitag veröffentlichte Testergebnis bewiesen, dass es sich bei der Gletscherleiche, die Pakistanis Mitte Juli auf rund 4600 Meter Höhe auf dem 8125 Meter hohen "Schicksalsberg der Deutschen" fanden, eindeutig um Messners Bruder handelt. Doch die genauen Umstände seines Todes werden dadurch nicht geklärt.

"Meine Geschichte ist endlich bewiesen", bekräftigte ein erleichterter Reinhold Messner (61) auf einer Pressekonferenz in Innsbruck am Freitag. Durch den Fundort am Fuß der Diamir-Wand werde seine Version bestätigt, dass er nach der erfolgreichen Bezwingung des Gipfels im Juni 1970 auch gemeinsam mit seinem Bruder abgestiegen sei. Doch seine ehemaligen Expeditionskollegen und inzwischen erbitterten Gegner sehen das ganz anders. "Die DNA-Untersuchung macht keine Aussage über die Umstände des Todes (von Günther Messner)", meinte etwa Gerhard Baur am Freitag. "Damit ist nichts aus der Welt, die Zusammenhänge sind zu komplex." Noch kritischer ist Ulrike Völkmann, Lektorin von Messners Ex-Kameraden Hans Saler, der heute zu den schärfsten Kritikern des erfolgreichen Extrembergsteigers gehört. Messners Äußerungen seien "unseriös und nicht haltbar", meint sie.

Der zu einem offenen Wortkrieg zwischen Messner und seinen ExKameraden ausgeartete Streit über den Tod Günthers wird seit vier Jahren mit einer für außen stehende kaum verständlichen Verbitterung geführt. Immer wieder warf Messner seinen Ex-Kollegen "Rufmord" vor, weil sie seine Version des Bergunfalls anzweifeln. Und die österreichische Illustrierte "News" zitierte ihn gar mit den Worten: "Was sie mir angetan haben, ist wie das, was die Deutschen den Juden während des Zweiten Weltkriegs angetan haben." Dazu Baur am Freitag: "Wer so was sagt, muss krank sein!"

Was Ende Juni wirklich auf dem Nanga Parbat zwischen Messner und seinem damals 24-jährigen Bruder geschah, lässt sich von keiner Seite beweisen. Sicher ist nur, dass Günther am 27. Juni dem allein zum Gipfel aufgebrochenen Reinhold spontan nachstieg. Er holte ihn ein und beide erreichten den Gipfel. Was danach geschah ist bisher durch Fakten nicht zu belegen. Nach Messners Schilderung stiegen die Brüder wegen des schlechten Gesundheitszustands Günthers über die weniger steile, aber unerforschte Diamir-Seite des Bergs ab. Irgendwann auf dem Weg zurück wurde der hinter ihm gehende Günther dann laut Bruder Reinhold wohl von einer Eislawine getroffen und stürzte in den Tod. Messner trifft sechs Tage nach Beginn des Aufstiegs wieder bei seiner Expedition ein. Kameraden werfen ihm allerdings vor, den Bruder allein am Berg gelassen zu haben.

Schon bald nach dem Unfall kommt es zu schweren Auseinandersetzungen. Messner wirft den Kollegen vor, ihm am Berg nicht zu Hilfe gekommen zu sein. Es kommt zu 14 Prozessen, die Messner verliert. Doch 30 Jahre danach bricht der Streit wieder auf, als Messner seine Vorwürfe bei der Vorstellung eines Buchs "Der nackte Berg" über die damalige Expedition wiederholt. Seine Kollegen Hans Saler und Max von Kienlin kontern und veröffentlichen 2003 ihre Version der Ereignisse.

Messner vermutet hinter den Aussagen der anderen Expeditionsmitglieder "Neid" als Motiv: "Wer die höchste Wand der Welt durchstiegen hat, muss als Bergsteiger also die meiste Niedertracht ertragen", schreibt er. Er nennt die Ex-Kameraden "Rufmörder", die "psychische Folter" ausübten. Er habe seinerzeit unter Lebensgefahr versucht, seinen Bruder heil vom Berg zu holen. Seine Expeditionskollegen wiederum bestreiten, Messner verunglimpft zu haben. Gerhard Baur: "Niemand hat ihm je einen Vorwurf gemacht. Wir waren damals alle ehrgeizige, draufgängerische Bergsteiger."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Flixbus rast in Stauende - den Ersatzfahrer trifft es besonders schlimm
Ein Flixbus ist in ein Stauende auf der A1 gekracht. Der Reisebus verursachte ein Trümmerfeld auf der Autobahn Richtung Hamburg. Den Ersatzfahrer traf es besonders …
Flixbus rast in Stauende - den Ersatzfahrer trifft es besonders schlimm
Polizei stoppt Vater und Tochter in Mercedes - plötzlich passiert es
Die Polizei stoppt einen Vater und seine Tochter in dessen Mercedes - plötzlich passiert es.
Polizei stoppt Vater und Tochter in Mercedes - plötzlich passiert es
Schock für "Höhle der Löwen"-Kandidatinnen: Frank Thelen rastet aus
"Das ist grober Blödsinn": Warum geht der Löwe so extrem auf die beiden Frankfurter Gründerinnen los?
Schock für "Höhle der Löwen"-Kandidatinnen: Frank Thelen rastet aus
Zwei Schulbusse prallen in Franken zusammen - viele Verletzte 
Zwei Schulbusse sind am Nachmittag in Mittelfranken zusammengeprallt. Es gibt viele Verletzte. Die Polizei hat eine Sammelstelle eingerichtet.
Zwei Schulbusse prallen in Franken zusammen - viele Verletzte 

Kommentare