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Ein Jahr nach der Gruppenvergewaltigung in Indien: Gedenken an die vor einem Jahr getöteten Studentin.

Indien

Doku über Vergewaltiger soll verboten werden

Neu Delhi - Die Ausstrahlung eines Dokumentationsfilms über die Vergewaltigung einer Studentin in einem Bus in Neu Delhi soll in Indien verboten werden.

Die Polizei gehe dagegen vor, sagte Delhis Polizeichef B. S. Bassi am Dienstag laut Onlineausgabe der Zeitung „Times of India“. In dem Film sagt einer der zum Tode verurteilten Vergewaltiger, die Schuld für das Verbrechen liege beim Opfer: „Eine Frau trägt eine weitaus größere Verantwortung für eine Vergewaltigung als ein Mann.“

Der Film „India's Daughter“ (Indiens Tochter) soll zum Frauentag am Sonntag in zahlreichen Ländern im TV gezeigt werden. Das Interview mit dem Vergewaltiger wurde in einem Gefängnis in Neu Delhi geführt - ein äußerst seltener Vorgang. Genau dies stört die Polizei nun. Der indische Sender NDTV erklärte, die britische Filmemacherin Leslee Udwin habe alle notwendigen Genehmigungen eingeholt. Deshalb werde der Film ausgestrahlt.

Die Eltern der Studentin unterstützen die Dokumentation. Die Mutter sagte in einem NDTV-Interview, der Vergewaltiger fordere mit seinen Aussagen die Gesellschaft heraus. Er nenne den Vorgang, bei dem er die Eingeweide ihrer Tochter herausgerissen habe, einen „Unfall“. „Wenn er wegen eines solchen barbarischen Falls nicht gehängt wird, wird das die Gesellschaft zerstören.“

dpa

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