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10,6 Millionen Euro Schulden: „Domino‘s“ verlässt italienischen Markt – Letzte Filiale geschlossen

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Von: Anna Lorenz

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Die bekannte Kette „Domino‘s“ schloss nun ihre letzte Franchise-Filiale in Italien. Der Pizzagigant aus den USA konnte sich gegen lokale Anbieter nicht durchsetzen – allerdings wohl nicht der Pizza wegen.

Rom – Wie Eulen nach Athen zu tragen, so wirkte 2015 die Unternehmung der Domino’s Pizza Inc., insgesamt 880 Filialen in Italien zu eröffnen und dort Pizza anzubieten. Nun zog sich der Anbieter durch Schließung des letzten Restaurants wieder vom italienischen Markt zurück. Der Fernsehsender Bloomberg hat die Geschichte der erfolglosen Expansion zusammengefasst.

Aus für „Domino‘s“ in Italien besiegelt: Letzte Filiale der Pizzakette schließt

Insgesamt 29 Filialen betrieb die Pizzakette „Domino‘s“ aus den USA schließlich in Italien, rechtlich über den Weg des Franchising mit der ePizza SpA. Das Expandieren nach Italien war mit der Aufnahme großer Kredite verbunden. Allerdings war sich „Domino‘s“ sicher, durch seinen Lieferservice punkten und sich von lokalen, oft alteingesessenen Traditionspizzerien abzuheben zu können.

Auch die, recht offensichtliche Problematik eines bereits gut gesättigten Marktes hinsichtlich Pizzarestaurants sah „Domino‘s“ bis zuletzt nicht als einen Punkt, der dem Vorhaben wenig Erfolgschancen einräumen könnte. Gerade die, vom klassischen Pizzabelag abweichenden Toppings, wie sie etwa eine Pizza Hawaii (Schinken und Ananas) bietet, hielten die Verantwortlichen für durchaus geeignet, Kundschaft zu akquirieren.

Corona-Pandemie macht „Domino‘s“ Strich durch die Rechnung: Lokale Pizzerien liefern ab

Im Zuge der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Gaststättenschließungen kam es dann zum Schwur. Durch die, aus den USA bereits eingespielten Lieferstrategien hätte „Domino‘s“ unter Umständen eine solide Stellung auf dem italienischen Pizzamarkt erstreiten können. Doch es sollte anders kommen. Den lokalen Pizzerien gelang es schnell, profunde Lieferoptionen zu gewährleisten; hierzu bedienten sich auch einige Drittanbietern wie Deliveroo Plc, Just Eat Takeaway.com NV oder Glovo, um die Lieferung komplett auszulagern. Der kurzzeitige Marktvorsprung, den „Domino‘s“ 2020 hatte, nivellierte sich somit bald.

Zu sehen ist eine klassische Filiale des Pizzarestaurants „Domino‘s“ von außen.
„Domino‘s“ ist in den USA sehr beliebt – in Italien hingegen konnte sich die Pizzakette nicht durchsetzen. (Archivbild) © RICHARD B. LEVINE IMAGO / Levine-Roberts

„Wir führen das Problem auf den deutlich gestiegenen Wettbewerb auf dem Lebensmittelliefermarkt mit sowohl organisierten Ketten als auch Tante-Emma-Restaurants zurück, die Lebensmittel liefern“, so ePizza SpA im Quartalsbericht 2021/IV gegenüber den Investoren. Auch seien „Service und Restaurants, die nach der Pandemie wiedereröffnet werden“, sowie die, auf die Einschränkungen folgende Kauflaune der Verbraucher allesamt Faktoren, die „Domino‘s“ letztlich dazu zwangen, Zahlungspläne nicht mehr einhalten zu können.

„Domino‘s“ in Italien: Expansion endet mit Schulden in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags

Laut den Jahresberichten hatte das Unternehmen Bloomberg zufolge Ende 2020 Schulden in Höhe von 10,6 Millionen Euro, was die Kreditgeber dazu animierte, entsprechende Schritte zur Rückholung des Kapitals anzukündigen. Daraufhin beantragte ePizza SpA rechtlichen Schutz. Eine, im April 2022 in Mailand ergangene, gerichtliche Entscheidung, die am 01. Juli 2022 auslief, verbot es den Gläubigern, vollstreckend gegen die Debitoren vorzugehen. Wie es gegenwärtig um die Schulden der italienischen „Domino‘s“ steht, ist nicht bekannt; weiteren gerichtlichen Schutz soll es aber nicht gegeben haben. (askl)

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