Donaudelta unter Quarantäne

Bukarest - Nach dem Verdacht erster Vogelgrippefälle haben die rumänischen Behörden das gesamte Donaudelta und den Verwaltungskreis Tulcea unter Quarantäne gestellt. Acht Fischerdörfer wurden von der Außenwelt abgeschottet.

In Ceamurlia de Jos, wo bei drei verendeten Hausenten erste Laboranalysen Antikörper der gefährlichen Vogelseuche am Freitag festgestellt hatten, wurde das gesamte Geflügel getötet und verbrannt. "Wir handeln, als sei es der Ernstfall", sagte Landwirtschaftsminister Flutur.

Rumäniens Gesundheitsminister Eugen Nicolaescu warnte in Bukarest vor "Übertreibungen". Nach dem jetzigen Informationsstand gebe es "keine Vogelgrippefälle in Rumänien", aber Vorbeugemaßnahmen müssten getroffen werden, sagte er. Am Samstag hatte er noch bestätigt, dass bei den in Bukarest untersuchten Fällen von verendeten Vögeln Antikörper zu dem Vogelgrippevirus-Stamm H5 entdeckt worden seien. Proben seien nach London geschickt worden, um das Vogelgrippe-Virus bestätigen zu lassen. Bislang sei "kein einziger Grippefall beim Menschen" gemeldet worden, betonte der Minister. In den acht Donaudelta-Dörfern, aus denen verdächtiges Vogelsterben gemeldet worden ist, wurden mittlerweile zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Bei drei Hausenten hätten vorläufigem Labor-Prüfungen ebenfalls den Verdacht auf Vogelgrippe ergeben, teilte Ion Agafitei von der Generaldirektion für Veterinärmedizin mit. Auch in dem an das Donaudelta angrenzenden Kreis Ialomita seien bei Dragalina zwei verendete Wildenten entdeckt worden, bei denen der Verdacht auf Vogelgrippe bestehe, wurde mitgeteilt. Die rumänischen Behörden haben eine Impfkampagne für die im Donaudelta lebende Bevölkerung gegen das normale Grippevirus gestartet. Damit soll das Risiko reduziert werden, dass sich jemand mit beiden Erregern (Vogelgrippevirus H5N1 und menschlichem Grippevirus A) gleichzeitig infiziert. Das Ergebnis könnte ein Supervirus sein. In Ceamurlia de Jos und der benachbarten Gemeinde Lunca standen die Menschen vor Impfstationen Schlange. Bulgarien hat die Grenzkontrolle zu Rumänien verschärft, um eine mögliche Ausbreitung der Vogelgrippe zu bekämpfen. Kontrolliert wird sowohl die Landes- als auch die Donaugrenze, berichtete der Staatsrundfunk am Sonntag in Sofia.Vogelsterben wird auch in der Türkei beobachtet: In der Nähe eines Vogelschutzgebietes im Nordwesten des Landes sind knapp 2000 Puten verendet, berichteten türkische Medien aus Istanbul.

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