Gut zwei Wochen nach Bekanntwerden des Doppelmordes im Höfen hat die Polizei zwei Tatverdächtige ermittelt. Foto: Andreas Gebert/Archiv
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Gut zwei Wochen nach Bekanntwerden des Doppelmordes im Höfen hat die Polizei zwei Tatverdächtige ermittelt. Foto: Andreas Gebert/Archiv

Suche nach weiterem Mann

Doppelmord: Ex-Pflegerin und ihr Bruder unter Verdacht

Vor rund zwei Wochen schockte der brutale Doppelmord von Höfen Oberbayern. Jetzt haben die Ermittler zwei dringend Tatverdächtige ausgemacht - und prüfen eine bundesweite Dimension.

Königsdorf/Weilheim (dpa) - Nach dem brutalen Doppelmord im oberbayerischen Weiler Höfen hat die Polizei ein dringend tatverdächtiges Geschwisterpaar ermittelt.

Eine 49 Jahre alte Frau, die im vergangenen Jahr als Pflegerin im Haus eines der insgesamt drei Opfer gearbeitet hatte, sitzt wegen des Verdachts der Beihilfe in Untersuchungshaft, wie Oberstaatsanwalt Hajo Tacke am Freitag in Weilheim sagte. Sie war am Vortag in Brandenburg festgenommen worden. Gegen ihren 43 Jahre alten Bruder besteht dringender Tatverdacht wegen zweifachen Mordes. Seine DNA wurde auf dem Grundstück gefunden.

Die Polizei fahndet mit einem internationalen Haftbefehl und einem Foto nach dem polizeibekannten Mann, den sie in seinem Heimatland Polen vermutet. Eine Belohnung von 10 000 Euro wurde ausgesetzt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass mindestens zwei Täter zur Tatzeit vom 22. auf den 23. Februar am Tatort waren. Sie suchen nach einem weiteren Mann, der sich mit den Geschwistern an einer Raststätte aufgehalten haben soll. Er sei ein wichtiger Zeuge.

In der Nacht auf den 26. Februar waren in dem Haus im Weiler Höfen in Königsdorf die Leichen einer Frau (76) aus dem Raum Frankfurt am Main und eines Mannes (81) aus Nordrhein-Westfalen - Bekannte der Bewohnerin - entdeckt worden. Wie die Obduktion bestätigte, waren die Opfer massiv körperlich misshandelt und geschlagen worden.

Die Eigentümerin des Einfamilienhauses wurde schwer verletzt zurückgelassen. Die 76-Jährige kam im kritischen Zustand ins Krankenhaus und ist laut Polizei nach wie vor nicht vernehmungsfähig.

Nachbarn hatten die Ermittler auf die ehemalige Pflegerin aufmerksam gemacht, die als Zeugin vernommen wurde - bis sich der Tatverdacht gegen sie erhärtete. Ob sie selbst zur Tatzeit am Tatort war, sei noch nicht klar.

Hinweise darauf, dass das Geschwisterpaar schon früher ähnliche Taten verübt hat, haben die Ermittler derzeit nicht. "Aber wir prüfen ähnlich gelagerte Fälle bundesweit", sagte der Leiter der Sonderkommission "Höfen", Markus Deindl.

Der grausame Überfall, der auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" aufgerollt wurde, hatte die Menschen in der Region erschüttert. Der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp, sprach am Freitag von einer "schockierenden und sehr brutalen Tat, die für die Region einzigartig ist" und die das Leben dort ein Stück weit "aus den Fugen gebracht" habe.

Mitteilung

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