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Drama um US-Komapatientin vor Höhepunkt

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- Washington - Im schon sieben Jahre dauernden dramatischen Tauziehen um Leben und Tod einer Komapatientin in Florida zeichnete sich in der Nacht zum Freitag ein Ende ab.

Nur wenige Stunden vor in Kraft treten eines gerichtlichen Beschlusses zu Gunsten einer Beendigung der künstlichen Ernährung der 41-jährigen Terri Schiavo scheiterten mehrere Versuche auf politischer Ebene, die Kranke doch noch am Leben zu erhalten.

Auch die Eltern der Frau, die glauben, dass ihre Tochter bei Bewusstsein ist, mussten eine möglicherweise entscheidende Niederlage einstecken. Das höchste Gericht der USA wies einen von ihnen am Donnerstag eingereichten Antrag zurück, den Ernährungsstopp zumindest vorläufig zu verbieten.

Nach der Entscheidung eines Bezirksrichters in Florida vom Februar kann der Ehemann der Kranken um 19.00 Uhr MEZ an diesem Freitag die Entfernung der lebenserhaltenden Schläuche anordnen, wenn nicht noch in letzter Minute von anderer Seite ein Riegel vorgeschoben wird. Aber Experten waren sich in der Nacht darüber einig, dass die rechtlichen Möglichkeiten dafür weitgehend ausgeschöpft seien. Terri Schiavo würde etwa sieben bis zehn Tage nach Einstellung der Nahrungszufuhr an Durst und Hunger sterben.

Die Amerikanerin befindet sich seit einer Herzattacke vor 15 Jahren im Koma. Seit 1998 kämpft ihr Ehemann, der inzwischen mit einer anderen Frau zusammenlebt, um das Recht, sie sterben zu lassen. Die Eltern wehren sich verzweifelt dagegen und sind entgegen der Ansicht unabhängiger Gutachter davon überzeugt, dass ihre Tochter mit ihnen zu kommunizieren versucht.

Mit Näherrücken der Freitagsfrist hatte sich der US-Kongress in Washington in den erbitterten gerichtlichen Familienstreit eingeschaltet. Abgeordnetenhaus und Senat billigten Gesetzesvorlagen, die den Eltern der Komapatientin das ihnen bisher verweigerte Recht einräumen, über die staatlichen Instanzen in Florida hinaus auch Bundesgerichte anzurufen. Die Vorlagen weichen jedoch in Einzelheiten so stark voneinander ab, dass ein zur endgültigen Verabschiedung notwendiger Kompromiss als eher unwahrscheinlich galt. Auch der Kongress in Florida konnte sich nach Medienberichten vom Donnerstag nicht auf ein noch in letzter Minute angestrebtes Gesetz verständigen, das Terri Schiavo am Leben erhalten könnte.

Allerdings war ihre Nahrungszufuhr während der Jahre langen Auseinandersetzung schon zwei Mal abgebrochen worden, um dann auf Grund neuer Entwicklungen wieder fortgesetzt zu werden.

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