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An der Börse in Tokio gab es dramatische Kursstürze.

Dramatischer Kurssturz an Tokios Börse

Tokio - Neue Hiobsbotschaften vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins haben an der Börse in Tokio am Dienstag dramatische Kursstürze verursacht.

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Der Nikkei-225-Index rutschte um 10,55 Prozent auf 8605,15 Punkte ab. Das war der größte Kursverlust seit Oktober 2008. Zwischenzeitlich lag der Leitindex sogar mit mehr als 14 Prozent im Minus. Bereits am Montag hatte der Nikkei kräftig verloren und war unter die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten gesackt. Seit den jüngsten Höchstständen von Mitte Februar hat der Nikkei nunmehr knapp 21 Prozent verloren. Damit sei der Leitindex in einen sogenannten Bärenmarkt gefallen, sagte Händler Chris Weston von IG Markets. Anleger hätten nahezu alles verkauft, was sich noch an Aktien in ihren Portfolios befunden habe. Der breiter gefasste Topix sackte um 9,47 Prozent auf 766,73 Punkte ab.

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Ausgelöst hatten den Kurssturz weitere schlimme Nachrichten vom Atomkraftwerk Fukushima Eins. Nach einer neuen Explosion - dieses Mal im Reaktor 2 - ist die radioaktive Strahlung auch in der Nähe der japanischen Hauptstadt Tokio angestiegen. Bei einer erneuten Explosion im Kernkraftwerk wurde nach Regierungsangaben erstmals eine innere Schutzhülle eines Reaktorblocks beschädigt. In Block 4 brach zudem ein Feuer aus. Die Strahlung in der Umgebung steige dramatisch. Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power (Tepco) teilte mit, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Kernschmelze komme.

Im Gegensatz zum Wochenauftakt, als unter anderem die Bauwerte noch ein Kursplus verbuchen konnten, ging es nun branchenübergreifend nach unten. Kein einziger der 225 Nikkei-Werte verbuchte Gewinne. Die Papiere des Autobauers Toyota, der seine Produktion in allen japanischen Werken bis mindestens Mittwoch eingestellt hat, fielen um 7,40 Prozent. Honda verbilligten sich um 3,91 Prozent, Shin-Etsu Chemical rutschten um 11,39 Prozent ab, und Sony verloren 8,86 Prozent.

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Die Aktien von Tokyo Electric Power, dem Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima Eins, wurden nicht gehandelt. Auch für Immobilienwerte ging es angesichts der immensen Schäden nach dem Erdbeben und dem Tsunami im Nordosten des Landes deutlich nach unten, so verloren etwa Mitsubishi Estate mehr als elf Prozent.

Um die Finanzmärkte weiter zu beruhigen, hatte die japanische Notenbank ihre Finanzspritzen abermals aufgestockt. Sie stellte den Banken bereits am Morgen weitere 5 Billionen Yen (etwa 44 Milliarden Euro) kurzfristige Notfall-Liquidität zur Verfügung. Am Mittag folgte die Ansage, noch am selben Tag weitere 3 Billionen Yen (etwa 26 Milliarden Euro) folgen zu lassen. Am Montag hatte die Notenbank bereits 15 Billionen Yen (rund 130 Milliarden Euro) ausgegeben.

dpa

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