Drei Ausländer in Bagdad verschleppt

- Bagdad - Die Serie der Entführungen von Ausländern im Irak reißt nicht ab. Unbekannte schleppten am frühen Donnerstagmorgen zwei Amerikaner und einen Briten aus ihrem Haus im Bagdader Villenviertel Mansur. Das bestätigte ein Sprecher des irakischen Innenministeriums.

Damit befinden sich inzwischen mindestens sieben westliche Ausländer in der Hand irakischer Kidnapper. UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärte indes, die von den USA angeführte Invasion des Iraks sei ein "illegaler Akt" gewesen. In einem am Mittwochabend vom britischen Sender BBC ausgestrahlten Interview sagte Annan, der Krieg habe gegen die UN-Charta verstoßen. Die Entscheidung, gegen den Irak vorzugehen, hätte vom Sicherheitsrat und nicht einseitig getroffen werden müssen.<P>Zu welchem Zweck sich die drei neuen Entführungsopfer im Irak aufhielten, war zunächst unklar. Im Bagdader Stadtteil Mansur erklärten Anwohner am Donnerstag, die beiden Amerikaner und der Brite seien wahrscheinlich Ingenieure. Die Geiselnehmer feuerten nach Berichten der Nachbarn keinen einzigen Schuß ab. Im Gebäude befand sich am Morgen ein einziger unbewaffneter Wächter. Die Kidnapper banden ihren Opfern die Arme hinter dem Rücken zusammen und verfrachteten sie in einen Kleinbus.</P><P>Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten im Irak erklärte zum Schicksal der ausländischen Geiseln, er wolle sich nicht zu einer "Fatwa" (islamisches Rechtsgutachten) drängen lassen, die Geiselnahmen generell verbietet. "Was sind diese Entführungen anderes als Protestaktionen?", sagte Ajjasch el Kubaisi dem arabischen Sender El Dschasira. Auf die Frage, ob der Rat Entführungen akzeptiere, erklärte El Kubaisi nur: "Wir sind eine legale Organisation und mischen uns nicht in die Angelegenheiten des Widerstands ein." Er fügte hinzu: "Einige Religionsgelehrte und Politiker sitzen einem Missverständnis auf. Wer sagt eigentlich, dass sie (die Entführungsopfer) alle unschuldig sind? Es könnte doch sein, dass sie Spione sind oder Verbrechen gegen das irakische Volk begangen haben".</P><P>Beim Einschlag einer Mörsergranate im Zentrum der irakischen Hauptstadt starb am Vormittag ein Iraker. Zehn weitere Iraker, unter ihnen eine Frau, seien bei der Explosion in der belebten Sadun-Straße verletzt worden, bestätigte ein Sprecher des irakischen Gesundheitsministeriums. Im Osten der Stadt ereignete sich eine zweite Explosionen, bei der ein Mensch Verletzungen erlitt.</P><P>In der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba erschossen Attentäter Abdul Hassan Hadi el Timimi, einen Funktionär des Obersten Rates für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI). Das bestätigte ein Sprecher der schiitischen Partei. Der SCIRI ist an der irakischen Übergangsregierung beteiligt. In Bakuba leben sunnitische und schiitische Araber sowie Kurden.</P><P>Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bei Gefechten und Anschlägen im Irak seit Mittwochmorgen mindestens 13 Menschen getötet und 64 weitere verletzt.</P>

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