+
Eine russische Rakete hat drei Menschen nach einem zweitägigen Flug erfolgreich für eine Jubiläumsmission zur Internationalen Raumstation ISS gebracht.

Mit Sterne-Kost und Mars-Stück

Drei Raumfahrer auf ISS angekommen

Zu den Sternen mit Essen vom Sternekoch: Ein Franzose, ein Russe und eine Amerikanerin erreichen wohlbehalten die Raumstation ISS. Genau 18 Jahre nach dem Start des ersten Moduls ist damit die 50. Besatzung vollständig.

Moskau - Eine russische Rakete hat drei Menschen nach einem zweitägigen Flug erfolgreich für eine Jubiläumsmission zur Internationalen Raumstation ISS gebracht. Mit der Ankunft des Franzosen Thomas Pesquet, des Russen Oleg Nowizki und der US-Amerikanerin Peggy Whitson ist die 50. Besatzung auf dem Außenposten der Menschheit komplett. Die Sojus-Kapsel dockte in der Nacht zum Sonntag planmäßig an der ISS an.

Freudestrahlend schwebten die Raumfahrer durch die Luke in das Weltraumlabor, wo sie ein halbes Jahr leben und arbeiten sollen. „Glückwunsch zu deinem neuen Zuhause @Thom_astro“, schrieb der deutsche Astronaut Alexander Gerst an Thomas Pesquet über Twitter. Mit dem Daumen hoch begrüßte Pesquet die wartenden Kollegen, wie in einem Videoclip der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu sehen war.

Auf der ISS leben und arbeiten seit dem Jahr 2000 dauerhaft Menschen. Auf den Tag genau vor 18 Jahren hatte Russland mit dem Antriebsmodul „Sarja“ den ersten Baustein der Station ins All geschossen.

An dem fliegenden Labor 400 Kilometer über der Erde beteiligt sich neben den Raumfahrtbehörden Russlands, der USA, Kanadas und Japans auch die Europäische Raumfahrtagentur Esa. Bis 2024 haben Russland und die USA den Betrieb bestätigt, eine Zusage der Esa wird bei der Ministerkonferenz im Dezember erwartet. Die Zukunft danach ist noch offen.

Auf der ISS betreiben die Raumfahrer Forschung unter anderem in Bereichen wie Physik, Biologie und Medizin. Die Arbeit soll sowohl das Leben auf der Erde verbessern als auch den Weg bereiten für die Erkundung des Alls etwa bei künftigen Flügen zum Mars und zum Mond.

Pesquet, Nowizki und Whitson waren in der Nacht zum Freitag vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan mit der Sojus MS-03 gestartet. Sie verstärken die Russen Sergej Ryschikow und Andrej Borissenko sowie den US-Amerikaner Robert Shane Kimbrough.

Neben zahlreichen Experimenten haben die Raumfahrer Leckereien für die Festtage zum Jahresende im Gepäck. Pesquet brachte traditionelles französisches Essen von einem Pariser Sternekoch mit, das er an Neujahr zubereiten will, wie die Agentur Interfax berichtete.

Außerdem hat er ein Stück eines Meteoriten vom Mars dabei, der auf die Erde gefallen war. Mit der europäisch-russischen Sonde ExoMars soll dieser möglicherweise 2020 zum Roten Planeten zurückgebracht werden. Die Aktion sei ein Symbol für die Zusammenarbeit von Menschen und Robotern bei der Weltraumerkundung, erklärte Pesquet vor dem Start. „Manche schicken Roboter auf den Mars, andere wollen Menschen auf den Mars schicken. Wir sind eine große Familie, die zusammen forscht.“

Der 38-jährige Pesquet wird in Frankreich als Held gefeiert. Er ist ausgebildeter Pilot und Ingenieur. Pesquet ist wie Alexander Gerst sehr aktiv in sozialen Netzwerken. Es war Pesquets erster Raumflug. Nowizki ist zum zweiten Mal auf der ISS, für Whitson - mit 56 Jahren US-Medien zufolge die älteste Frau im All - ist es das dritte Mal.

# Notizblock

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sturz in die Tiefe: Deutscher Ski-Fahrer in französischen Alpen tödlich verunglückt
Ein deutscher Skifahrer ist in den französischen Alpen tödlich verunglückt.
Sturz in die Tiefe: Deutscher Ski-Fahrer in französischen Alpen tödlich verunglückt
Was anfällig für Fake News macht
Manchmal scheint es kaum zu fassen: Das ist doch so offensichtlich falsch, warum glauben so viele Menschen das? US-Psychologen haben eine Theorie dazu entwickelt, was …
Was anfällig für Fake News macht
Bewertungsportal Jameda muss Daten einer Ärztin löschen
Eine Kölner Ärztin will raus aus dem Ärztebewertungsportal Jameda und siegt vor dem Bundesgerichtshof auf ganzer Linie. Ihr Profil muss entfernt werden - und Jameda sein …
Bewertungsportal Jameda muss Daten einer Ärztin löschen
Viele Hass-Kommentare von wenig Nutzern
Haben Nutzer von sozialen Medien wie Facebook einen Hang zum Hass? Nein, sagt eine neue Studie. Hinter Posts, die andere beleidigen, herabwürdigen oder beschimpfen, …
Viele Hass-Kommentare von wenig Nutzern

Kommentare