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Kleinstadt unter Schock

Offene Fragen nach dem Monster-Truck-Unglück

Enschede - Im niederländischen Haaksbergen rast ein Monster-Truck nach einem Stunt direkt ins Publikum: Drei Tote und 23 Verletzte. Vorwürfe werden auch gegen die Behörden laut.

Es sollte ein fröhliches Dorffest sein - und endete in Panik. Drei Tote, fünf Schwer- und 18 Leichtverletzte - diese traurige Bilanz einer Autoshow zog der Bürgermeister des niederländischen Haaksbergen, Hans Gerritsen, am Montag. In dem Ort nahe der deutschen Grenze war am Sonntag ein Monster-Truck nach seinem Stunt plötzlich in die Menschenmenge gerast. „Wie konnte das passieren?“, fragen sich die Niederländer am Tag nach dem verheerenden Unfall. Auch gegen die Behörden werden Vorwürfe laut.

Die Kleinstadt Haaksbergen ist in tiefem Schock. Auf dem Platz des Unglücks legen Menschen Blumen nieder, andere tragen sich in die Kondolenzliste im Rathaus ein. Zuschauer hatten die Szene gefilmt, es sind schockierende Bilder. Gegen 16 Uhr war der schwarze Pick-up vorgefahren. Auf dem Platz drehte er ein paar Runden und walzte dann mit seinen gigantischen Rädern über sechs in einer Reihe aufgestellte Autowracks. Doch dann fliegt er aus der Kurve und rast direkt in die Menschenmenge.

Bei strahlendem Nachsommerwetter waren Hunderte auf den Platz geströmt. „Die kleinsten Kinder standen ganz vorn“, sagte Augenzeuge Fred Lassche gegenüber Reportern, „um ja nichts zu verpassen“. Der Platz war zu klein, das hatte schon der Moderator der Show festgestellt. „Es ist hier zwar etwas eng“, rief er munter nur wenige Augenblicke vor dem fatalen Unglück, „aber wir tun es trotzdem.“

„Warum hat er nicht gebremst?“, fragte der KFZ-Mechaniker Bennie Bouwmeester im niederländischen Radio. Der Stunt-Wagen fuhr nach seiner Einschätzung höchstens 30 Kilometer pro Stunde. Doch wer die gigantischen Räder sieht, kann sich die schlimmen Folgen vorstellen.

Die Ermittlungen werden noch Tage dauern, teilte die Polizei mit. An der Unglücksstelle werden Spuren gesichert. Der schwarze Truck wurde am Montag abgeschleppt. Er wird auf mögliches technisches Versagen untersucht. Entscheidend könnte auch die Aussage des Fahrers sein. Er wurde unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung vorläufig festgenommen. Der Profi-Fahrer sei „total fertig“, sagte sein Anwalt dem Radio. „Er hat ein Kind unter den Rädern gesehen.“

Fahrlässigkeit werfen viele aber auch den Behörden vor. Die Sicherheitsvorkehrungen seien lächerlich gewesen, sagen Zeugen. Die Zuschauer standen mit nur etwa 30 Metern Abstand um den Parcours herum. Nach den Richtlinien der internationalen Monster Truck Racing Association aber müssen Zuschauer mindestens 45 Meter entfernt stehen. Außerdem darf sich in der Fahrtrichtung der Monster-Trucks niemand aufhalten.

dpa

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