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Das Grab der getöteten dreijährigen Yagmur auf auf dem Öjendorfer Friedhof in Hamburg. Foto: Daniel Bockwoldt

„Kalt und gefühllos“

Anklage will lebenslang für Yagmurs Mutter

Hamburg - Die Mutter der kleinen Yagmur aus Hamburg soll ihre Tochter zu Tode misshandelt haben. Vor dem eindringlichen Plädoyer der Staatsanwaltschaft sorgt ein körperlicher Angriff für Wirbel.

Über Monate soll sie ihre dreijährige Tochter gequält haben: Die Mutter der zu Tode misshandelten Yagmur aus Hamburg soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen Mordes aus Grausamkeit lebenslang ins Gefängnis. Die Vertreterin der Anklage verlangte am Dienstag in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht zudem, die besondere Schwere der Schuld festzustellen - damit wäre eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen.

Für den ebenfalls angeklagten Vater der Kleinen forderte die Staatsanwaltschaft sechs Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen. Er habe das Mädchen nicht vor seiner „hochaggressiven Frau“ geschützt: „Letztlich hilft er seiner Tochter nicht.“ Yagmur war kurz vor Weihnachten 2013 in der Wohnung ihrer Eltern an den Folgen schwerer Misshandlungen gestorben.

„Sie hat jede Sekunde damit gerechnet, wieder von ihrer Mutter angegriffen zu werden“, erklärte die Anklagevertreterin. Gefühllos, kalt und ohne Mitleid habe die 27-Jährige ihr Kind immer wieder geschlagen, getreten, gekniffen und fest angepackt: „Nahezu jedes Organ Yagmurs war massiv verletzt.“ Die Mutter habe das Mädchen gehasst, der Grund dafür sei allerdings unklar geblieben: „Das Motiv der Angeklagten für diese schreckliche Tat haben wir nicht erfahren.“

Eindringlich schilderte die Vertreterin der Anklage, wie sehr Yagmur in ihrem kurzen Leben gelitten habe und welche furchtbaren Schmerzen ihre Mutter ihr zugefügt habe: „Yagmur ist in den letzten Tagen vor ihrem Tod so viel mehr angetan worden, als nötig gewesen wäre, um sie umzubringen.“ Gerade in den letzten Lebenswochen des Kindes habe die Angeklagte die Angriffe „ins Unermessliche getrieben“.

Nach Ansicht der Anklage ist die Mutter impulsiv, aggressiv und manipulativ: „Ihre Lügen ziehen sich durch den gesamten Bestand unserer Akten.“ Der Vater sei eher zurückhaltend und still. Die Angeklagten hatten vor Gericht geschwiegen. Bei dem Plädoyer waren bei beiden keine Regungen erkennbar - die 27-Jährige verdeckte ihren Kopf mit dem Arm, der ein Jahr jüngere Angeklagte starrte vor sich hin.

Am Nachmittag wurden die beiden Plädoyers der Verteidigung erwartet. Der Schlussvortrag der Anklage hatte sich am Dienstag zunächst verzögert, weil die Anwältin der Mutter einen neuen Beweisantrag stellte. Hintergrund ist, dass die 27-Jährige am Freitag von ihrem Mann im Untersuchungsgefängnis angegriffen und geschlagen worden war. Das geht aus mehreren Berichten der Anstalt hervor, die der Vorsitzende Richter verlas. Das Gericht lehnte den Antrag jedoch ab.

dpa

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