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Der Angeklate fühlt sich durch das Verfahren gegen Detelf S. vorverurteilt.

Dritter Fluterschen-Prozess vertagt

Koblenz - Der dritte Prozess um die Missbrauchsvorfälle in Fluterschen wurde am Dienstag vertagt. Der "Deutsche Fritzl" Detelf S. und ein weiterer Angeklagter wurden bereits zu Gefängnisstrafen verurteilt.

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Der dritte Prozess um die Missbrauchsfälle im Westerwalddorf Fluterschen ist am Dienstag noch vor Verlesung der Anklage vertagt worden. Die Verhandlung gegen einen 64-jährigen Angeklagten sollte am Mittwoch vor dem Landgericht Koblenz fortgesetzt werden, sagte ein Gerichtssprecher. Grund für die Verzögerung war unter anderem ein Befangenheitsantrag des Pflichtverteidigers gegen das Gericht, der jedoch abgelehnt wurde.

Die Anklage lautet auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen. Der Beschuldigte soll einer der drei Männer sein, an die Detlef S. zwischen 1995 und 2009 seine Tochter und seine Stieftochter für Sex verkaufte. Der Vater der Mädchen war im März zu vierzehneinhalb Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er hatte zugegeben, seine heute 18-jährige Tochter, eine 28 Jahre alte Stieftochter und deren Zwillingsbruder hundertfach missbraucht zu haben. Mit der Stieftochter hat er sieben Kinder.

In dem Prozess gegen den 64-Jährigen geht es um fünf Fälle im Jahr 2009. Der Mann ließ über seinen Anwalt erklären, er fühle sich durch das Verfahren gegen Detlef S. vorverurteilt, eine Vergewaltigung begangen zu haben.

In einem weiteren Prozess war am 19. Mai ein 61-jähriger Angeklagter wegen Beihilfe zur Vergewaltigung sowie sexuellen Kindesmissbrauchs zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Der dritte “Freier“ ist tot.

dpa

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