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„Zombie-Droge“ überzieht die USA: Xylazin führt zu Amputationen - kein Gegenmittel in Sicht

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Von: Linus Prien

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Es ist nach Heroin und Fentanyl die nächste Droge, die über die USA herzieht. Xylazin ist billig und hat enorme Nebenwirkungen. Es soll noch schwerer sein, die Droge hinter sich zu lassen, als bei Fentanyl.

New York - In den USA herrscht ein enormes Drogenproblem. Wie das amerikanische National Public Radio (NPR) berichtet, verstarben allein im Jahr 2022 über 110.000 Menschen in den Staaten durch Überdosen. Häufig handelt es sich um Überdosen von Fentanyl oder anderen Drogen, die mit Fentanyl versetzt waren.

Neuen Berichten zufolge könnte es die USA jetzt jedoch noch schlimmer treffen. Eine neue Droge namens Xylazin, umgangssprachlich auch „Tranq“ oder „Zombie-Droge“ genannt, scheint sich in Teilen des Landes rasant auszubreiten, wie die New York Times berichtet. Der Schaden, den die Droge bei seinen Konsumenten anrichtet, ist verheerend.

New Yorker fordern Handlung gegen Welle an Überdosen-Toten (Symbolbild).
New Yorker fordern Handlung gegen Welle an Überdosen-Toten (Symbolbild). © Erik McGregor/IMAGO

Neue „Zombie-Droge“ in den USA: Xylazin-Überdosen steigen rasant

Wie schnell sich die neue Zombie-Droge ausbreitet, zeigt eine Studie: Von 2010 bis 2015 war Xylazin lediglich an zwei Prozent der Todesfälle durch Überdosen in Philadelphia beteiligt, wie der Spiegel berichtet. Im Jahr 2019 waren es bereits 31 Prozent. Damit noch nicht genug: In Kensington, einem der Problemviertel in Philadelphia, enthielten 90 Prozent der im Labor getesteten Drogenproben Xylazin. Auch in New York habe sich der Stoff in 25 Prozent der Proben befunden. Die Dunkelziffer könnte erheblich größer sein.

Doch wie kommt es dazu, dass diese Droge dem Anschein nach so schnell den Markt übernimmt und was ist die „Zombie-Droge“ überhaupt? Bei Tranq handelt es sich um ein Narkosemittel für tierärztliche Eingriffe, welches 1962 entwickelt wurde. Sein großer „Vorteil“ gegenüber Heroin und Fentanyl ist sein Preis. Der New York Times zufolge kostet ein Beutel Heroin zehn Dollar - Tranq soll gerade einmal die Hälfte kosten.

Neue „Zombie-Droge“ in den USA: Tranq führt zu Amputationen

Xylazin wird jedoch nicht ohne Grund Zombie-Droge genannt. Zum einen entstehen nach dem Konsum an der Einspritzstelle und anderen Körperstellen schmerzhafte Wunden, welche Verätzungen anmuten. Die Wunden brennen, nässen und können unbehandelt anfangen zu faulen, was in letzter Konsequenz zur Amputation führt, wie die New York Times berichtete.

Darüber hinaus resultiert aus dem Konsum von Tranq häufig eine stundenlang anhaltende Bewusstlosigkeit. Suchtkranke können sich in der Zeit gegen allerlei Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, nicht wehren. Der Rausch jedoch ist nach dem Wiederzusichkommen vorbei und das Verlangen nach einem neuen Fix ist längst da.

Neue „Zombie-Droge“ in den USA: Tranq ist schwer zu behandeln

Genauso schlimm steht es um den medizinischen Umgang mit Konsumenten von Tranq in den USA. Xylazin ist nämlich kein Opioid, sondern „nur“ ein Betäubungsmittel. Bei Opioid-Überdosen kann man mit dem Opioid-Antagonisten Naxolon entgegenwirken. Das gilt jedoch nicht für Überdosen von Tranq. Als ob dies noch nicht genug wäre, soll auch der Entzug Xylazin schwerer sein, als der von Opioiden, was zu mehr Rückfällen führt. Gegenwärtig soll kein medizinisches Protokoll für den Umgang existieren. (lp)

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